Gefährlicher „Marokkaner“ flüchtet beim Fußballspielen vor den Augen seiner Bewacher

Foto: Polizei
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Fast eine Woche ist es her, dass ein „mutmaßlicher Marokkaner“, der eigentlich schon im Flieger nach Marokko sitzen sollte, abgetaucht und unauffindbar ist. Der 27-Jährige, der statt in Abschiebehaft in der Rheinhessen-Fachklinik Alzey (RFK) untergebracht war, machte sich bei einem Fußballspiel mit anderen Patienten und trotz der Bewachung durch zwei Sicherheitsbedienstete am Sonntag vom Acker. 

Von Bianca Hoe

Der Fall hat durchaus Brisanz, denn der abgelehnte Asylbewerber, der sich Hicham B. nennt, ist bereits wegen gefährlicher und einfacher Körperverletzung zu Geldstrafen verurteilt worden und ist durchaus eine Gefahr für Dritte. Weil der AfD Abgeordnete Uwe Junge eine Anfrage gestellt hatte, musste die grüne Staatsministerin Anne Spiegel jetzt im Landtag Rede und Antwort stehen.

Der 27-jährige „Hicham B.“ war im Juli 2016 erstmals auf der deutschen Bildfläche erschienen und bewegte sich außerdem noch in vier anderen EU-Ländern. Im Juni wurde er nach Deutschland rücküberführt und in Speyer untergebracht. Es folgten wiederholte stationäre und psychiologische Behandlungen sowie zwei Verurteilungen zu Geldstrafen wegen der Erschleichen von Leistungen und zweimaliger Körperverletzung. Weitere staatsanwaltschafliche Verfahren gegen den Marokkaner sind noch offen, darunter weitere Fälle von Körperverletzung.

Der Asylantrag des gefährlichen ‚mutmaßlich marokkanischen Staatsangehörigen‘ war am 18. September abgelehnt worden, woraufhin der 27-Jährige am 10. Oktober wegen Fluchtgefahr in der GfA in Ingelheim in Abschiebehaft genommen wurde. Dort zündete der Mann kurzerhand und trotz „engmaschiger Überwachung“ seine Matratze an. Wie es dazu kommen konnte werde von der GfA derzeit noch untersucht, teilte die Grünen-Politikerin mit.

Mit Brandverletzungen wurde der gewalttätige Marokkaner „Hicham B.“, der vielleicht auch Algerier sein könnte (wird untersucht), nun in die psychiatrische Rheinhessen-Fachklinik Alzey (RFA) in die offene Abteilung eingeliefert. Als „Selbstmordkandidat“ kam er auch für eine Abschiebung  nicht mehr in Frage. Am Donnerstag verließ der „Verwirrte“ die RFA in Richtung Mainzer Unimedizin. Der Aufenthalt endete für den marokkanischen oder algerischen Ausreisepflichtigen ganz in seinem Sinne. Auf dem Fußballfeld beim fröhlichen Bolzen und mit seiner Flucht. Schuld an der ganzen Geschichte ist irgendwie gar keiner. Es sei ein „komplexer Fall“, so die 46jährige Ministerin Spiegel.

„Wir bedauern sehr, dass er entwichen ist“, gibt sich die Grünen-Politikerin zerknirscht. Ihr Fazit: Die Behörden hätten gut zusammengearbeitet.

Hier ist die Antwort der Landesregierung verlesen von Anne Spiegel im Video:

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