SPD-Ralf der Baumeister: „Wir haben einen Dachschaden!“

Foto: JouWatch
Ralf Stegner (Foto: JouWatch)

Ralf Stegner, bekannt auch als „das personifizierte Sodbrennen der SPD“, hat wieder Visionen. Er will jetzt Bob dem Baumeister nacheifern und hat die marode SPD deshalb zur Großbaustelle erklärt. Ein Bericht aus der Baugrube.

von Max Erdinger

Die SPD bröselt an allen Ecken und Enden. Das hat Ralf Stegner zutreffend analysiert. Vermutlich hat er sich die Zeitung vorlesen lassen. Im Jahre 1977 hatte die Zahl ihrer Mitglieder die Millionengrenze überschritten, heute dümpelt sie bei 440.000. Allein zwischen 1990 und 2008 verlor die SPD über 400.000 Mitglieder. Erster Fehler also: „Großbaustelle“. Auch über den Begriff „Volkspartei“ könnte man streiten. Erstens spricht man in der Rest-SPD nicht mehr von Volk, sondern von Bevölkerung oder „die Menschen“ und zweitens könnte man in der heutigen SPD eine Partei für ein sehr spezielles Völkchen sehen, nämlich eines, das schwer von Visionen geplagt ist. Oder von Altersstarrsinn. Das Durchschnittsalter der verbliebenen SPD-Mitglieder liegt bei über 60 Jahren. Das heißt, daß ein erklecklicher Teil deutlich älter sein muß.

Ralf der Baumeister – Zitat: „Großbaustelle SPD – Vom Keller bis zum Dach muss saniert werden! Ein Bauplan.“ – Zitatende.

Zweiter Fehler: Wenn im Keller wegen eines Dachschadens alle patschnaß sind, muß von oben nach unten saniert werden, also vom Dach bis zum Keller, nicht umgekehrt. Schließlich wird es während der Sanierungsarbeiten ab und zu regnen. Ralf, dein Bauplan muß also schon in der Überschrift korrigiert werden. Das verheißt nichts Gutes für die folgenden Details deiner kleinen Sanierungsinitiative.

Ralf der Baumeister – Zitat: „Die SPD muss sich in erster Linie um die Verunsicherung und Veränderungsängste von Menschen kümmern.“ – Zitatende.

Vollkommen überflüssig, Ralf. Das ist nämlich so ziemlich das einzige, bei dem ihr bisher schon sehr erfolgreich gewesen seid: Beim Erzeugen von Verunsicherung und Veränderungsängsten. Ich schlage vor, ihr kümmert euch zur Abwechslung einmal um etwas anderes, wenn es mit der Renovierung etwas werden soll.

Ralf der Baumeister – Zitat: „Ungeeignet sind die meisten öffentlichen Ratgeber: Die, die schon am Wahltag um 18 Uhr wissen, woran es gelegen hat.“ – Zitatende.

Deswegen schreibe ich hier diese überaus wohlwollenden Zeilen, Ralf: Weil ich ein öffentlicher Ratgeber bin, der schon zwei Tage vor der Wahl um 17 Uhr gewusst hat, woran es zwei Tage später um 18 Uhr gelegen haben wird. Ich bin also geeignet. Du kannst mir völlig vertrauen.

Ralf der Baumeister – Zitat: „Eine Erneuerung von Programm, Struktur und Organisation ist essentiell für die SPD!“ – Zitatende.

Die führenden Köpfe hast du vergessen, Ralf. Die müssen auch erneuert werden. Und wenn du die drei Buchstaben S, P und D noch dazunimmst, dann hätten wir alles gelistet, was erneuert werden muß. Mit den führenden Köpfen solltest du anfangen, Ralf, weil es, wie gesagt, von oben nach unten bis in den Keller durchregnet. Also du, der umstrittene Schulz und dem grünen Trittin sein alter Klassenkampfgenosse, der umstrittene Oppermann – alle weg, arbeiten gehen. Dann noch das ganze feministisch irrlichternde Weibsengeschwader in die Produktion  – und schon wäre der Dachschaden so weit provisorisch repariert, daß wir uns leidlich trockenen Fußes vom Dachgeschoß bis in den Keller durcharbeiten können. Du siehst, wie wohlwollend ich bin. Ich denke richtig mit. Die schwer angegammelten Buchstaben S, P und D schmeißen wir auch gleich weg und ersetzen sie durch zweimal A, ein z, ein f und ein D – AzAfD (Alternative zur Alternative für Deutschland). Schon können wir Richtfest feiern, ein Fäßchen aufmachen und frohgemut verkünden: „Azafd is´!“ – Bin ich ein Kopf, Ralf? Da staunst du, gell?

Ralf der Baumeister – Zitat: “ 1. Die linke Volkspartei SPD braucht ein neues Grundsatzprogramm. Die Erarbeitung eines neuen Grundsatzprogramms bietet die Chance, in größtmöglicher innerparteilicher Demokratie wichtige Zukunftsfragen von Arbeit, Bildung und Teilhabe auch mit Blick auf das digitale Zeitalter zu diskutieren und vor allem: zu entscheiden.“ – Zitatende.

Weia-weia, Ralf, hier wird deutlich, warum ich vorgeschlagen habe, beim Dach anzufangen. Erstens ist die SPD keine Volkspartei mehr, sondern ein salonbolschewistischer Club für geistige Kleingärtner. Selbst, wenn sie noch eine Volkspartei wäre, Ralf: Eine linke Volkspartei braucht heutzutage keine Sau mehr. Das mit der „größtmöglichen innerparteilichen Demokratie“ … also, denke doch mal darüber nach, Ralf. „Größtmögliche Ordre de mufti-Befugnisse der Parteiführung“ wäre inhaltlich auch nicht anders gewesen, oder? Die „größtmögliche innerparteiliche Demokratie“ wäre halt in dem Fall ein bißchen kleiner ausgefallen, aber immer noch die größtmögliche geblieben, oder? Ist das Glas halb leer oder ist es halb voll? Habe ich dich jetzt überfordert, Ralf? War das zuviel Reparaturblech für den Dachschaden der SPD? Aber weißt du jetzt wenigstens, warum du beim Dach anfangen sollst?

Ralf der Baumeister – Zitat: „10. Auch in der SPD „Mehr Demokratie wagen“ – Zitatende.

Ralf! Ra-alf!! Das ist eine olle Kamelle! Mit dem widersinnigen Spruch ist der alte Willy anno 1969 schon in Erscheinung getreten und hat dafür den Beifall der Blöden erhalten. „Mehr Demokratiewagen“ wären dann, wenn die Bundesrepublik eine Demokratie wäre, beispielsweise 2.000 Mercedes statt 500. Genau: Es wären 1.500 mehr Demokratiewagen. Was soll denn das heißen – „Mehr Demokratie wagen“, – hä? Daß Demokratie ein Wagnis ist? Daß wir eine demokratische Republik riskieren sollen? Ein bißchen mehr als sonst? Daß es ein bißchen Demokratie gibt, so wie es ein bißchen Schwangerschaft gibt? Soll ich dir mal etwas verraten, Ralf? – Es gibt kein bißchen Schwangerschaft. Und eine Frau, die ihrem Mann sagt, sie sei mehr oder weniger schwanger, ist einfach eine blöde Kuh. So schaut´s aus!

Ralf der Baumeister – Zitat: „Deutschland darf keine Waffen mehr in Kriegsgebiete und Diktaturen exportieren, wenn wir ernsthaft kriegerische Fluchtursachen beenden wollen. Diese Konsequenz ist Pflicht!“ – Zitatende.

Schlechte Nachrichten, Ralf. Der Dachschaden ist doch größer, als ich ohnehin schon angenommen hatte. Glaubst du ernsthaft, daß sich Kriege nur mit deutschen Waffen führen lassen? Sollen deutsche Waffen nur noch in Friedensgebiete exportiert werden? Braucht man sie dort? Und wenn so ein Friedensgebiet zu einem Kriegsgebiet wird, – etwa, weil alle von irgendwelchem linken Geschwätz hohl in der Birne geworden sind – , wären deutsche Waffen dann besser, weil sie zu Friedenszeiten eingekauft wurden? Wenn das Friedensgebiet aber immer ein Friedensgebiet bleibt, weil deutsche Waffen jedem potentiellen Angreifer das Blut in den Adern gefrieren lassen: Darf man die friedliebenden Verteidiger dann mit G 36, deutschen U-Booten und Helikoptern bescheissen? Wäre das besser? Was, wenn der Angreifer weiß, daß das deutsche Gelumpe nichts taugt, daneben schießt, überhitzt, absäuft und abstürzt? Nein, Ralf, man muß das deutsche Gelumpe in Kriegsgebiete exportieren, weil es da noch innerhalb der Gewährleistungsfrist auf seine Brauchbarkeit getestet werden kann, weil rechtzeitig reklamiert und nachgebessert werden kann und weil der ganze scheußliche Krieg sonst mit Putins oder mit Trumps Waffen geführt wird. Das Problem, Ralf, ist immer der Krieg als solcher, nicht die Herkunft der Waffen, die dabei verwendet werden. Wir müssen zusehen, daß die Qualität der deutschen Waffen wieder stimmt, damit wir international nicht als Pfuscher und Halsabschneider dastehen. Dann können wir sie auch guten Gewissens in scheußliche Kriegsgebiete verkaufen und den Herren Putin und Trump eine lange Nase drehen. Und jetzt mal ehrlich: Gibt es bei euch Dachgeschädigten etwas, das ihr lieber macht, als Trump und Putin eine lange Nase zu drehen? – Na siehste.

So, ich würde vorschlagen, du packst deinen untauglichen Bauplan wieder ein … Moment … wie bitte, da hinten? … ja, Bauplan kann er auch nicht … gehst endgültig nachhause und ich warte hier auf deinen Nachfolger, um mit ihm das weitere Vorgehen bei den fälligen Sanierungsarbeiten zu besprechen. Tschüß, Ralf! Gruß an die Frau und die Kinder. Kleiner Tipp: Bei der AfD-Fraktion suchen sie noch einen Büroboten.

Wandere aus, solange es noch geht!
Finca Bayano in Panama.

.
Loading...