Kind darf nicht „Lucifer“, aber sehr wohl „Dschihad“ heißen

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Lucifer pfui - Dschihad hui (Bild: Shutterstock)

Kassel – Ein Standesbeamter hat es abgelehnt, dem Wunsch der Eltern zu folgen: Der Sohnemann sollte den Namen Lucifer  – der Lichtbringer erhalten. Der Beamte sah durch den Vorname das Wohl des Kindes gefährdet. 

Das Amtsgericht wurde hinzugerufen, um den zu Fall klären. In einer nicht-öffentlichen Anhörung seien die Eltern schlussendlich überzeugt worden. Der Knabe trägt nun den Namen Lucian. Hätten die Eltern auf ihrer Namenswahl beharrt, hätte das Amtsgericht entscheiden müssen, ob der Name Lucifer zulässig ist. Denn, entgegen der weit verbreiteten Meinung: Ein generelles Verbot für bestimmte Namen gibt es in Deutschland nicht. Es existieren lediglich Richtlinien.

So auch in Frankreich. Auch dort dürfen Eltern im Prinzip ihre Kinder so nenne, wie sie möchten. 2011 jedoch erließ die Regierung eine Vorschrift, dass die Vornamen im Interesse des Kindes zu vergeben seien. So machte ein muslimischen Elternpaars Schlagzeilen, nachdem die französische Gemeinde Léguevin diese bei der Staatsanwaltschaft gemeldet hatten, weil sie ihrem Sohnemann den Namen „Dschihad“ verpassen wollten. Das Gericht entschied, dass dieser Name nicht dem Kindeswohl entspräche. Doch die Sehnsucht nach dem Dschihad-Namen für männlichen Nachwuchs ist ungebrochen. Auch im August versuchte ein islamgläubiges Ehepaar, den Namen durchzusetzen und wurde den Behörden gemeldet (JouWatch berichtete).

Ganz im Gegensatz zum muslimischen Traumland Deutschland. Dort nannte der terrorverdächtige Islamist Reda S. aus Charlottenburg 2007 seinen Sohn ebenfalls „Dschihad“. Das Standesamt hatte den Namen zunächst abgelehnt, so damals die B.Z.  Doch das Landesgericht entschied, dass der islamische Kämpfer gegen die Ungläubigen seinen Sohn so nennen dürfe. Auch 2009 sah ein Berliner Kammergericht den Namen „Dschihad“ als unbedenklich an. Eine Einschränkung des Rechts der Eltern zur Namenswahl könne die Tatsache, dass der Begriff seit dem 11. September 2001 negativ  besetzt sei, nicht rechtfertigen, so das islamdevote Gericht. (SB)

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