Petr Bystron bei Telepolis: “Rechts ist gut und Links ist schlecht”

(Bild: JouWatch)
AfD-Politiker Petr Bystron (Bild: JouWatch).

Was ist rechts, was links? Ein Talk der besonderen Art mit zugespitzten Video-Einspielern von Bystron (AfD), dem linken Politiker Ates Gürpinar, sowie dem Wissenschaftler Benjamin Krämer. Kontroverser geht’s nicht …

 Florian Rötze berichtet: Der zweite “Telepolis-Salon” fand wieder in der Lobby-Bar des Münchner Lovelace Hotels statt, Titel „Rechts um“.

Teilnehmer: Petr Bystron, Politologe und Unternehmer. Er ist Vorsitzender des AfD-Landesverbandes Bayern, gerade als Abgeordneter in den Bundestag eingezogen. In Bayern erzielte die AfD über 12 Prozent, wurde (wie im Bund) drittstärkste Partei, zerschmetterte die ewige absolute Mehrheit der CSU.

Bystron, selbstbewusst bis provokativ und plakativ: „Rechts ist gut – Links ist schlecht.“ Die Rechten würden die Tradition hochhalten und die Heimat lieben, sie würden zur Familie stehen und Gesetze befolgen.

Für den per Video eingespielten LINKE-Politiker Ates Grüpinar: Links sei, vor allem den ärmeren Teil der Gesellschaft zu berücksichtigen. Man denke international … auf der Seite der Schwächeren. Rechts habe (dagegen) einen ausschließenden Charakter, werte Menschengruppen unterschiedlich.

Benjamin Krämer, Kommunikations-Wissenschaftler, spricht von einer „Renovierung“ der Rechten. Man will nicht mehr überlegen sein. Völker und Kulturen seien gleichberechtigt, aber sie müssen getrennt sein. Von Populismus würde man sprechen, wenn sich jemand mit einer Ideologie gegen die herrschenden Eliten wende und sage, dass diese nicht mehr das Volk vertreten. Der Wille des Volkes müsse … wieder durchgesetzt werden.

Bystron auf den Punkt: „Links ist Kollektivismus“. Linke wollen den anderen die eigene Ideologie aufzwingen. Das sei das genaue Gegenteil von Freiheit. Für Bystron ist „Populismus im negativen Sinn“ exakt das, was die CSU macht: wenn Politiker in München zwar sagen,  was nach ihrer Meinung das Volk hören will, aber in Berlin genau das Gegenteil davon machen. Der wahre Populismus aber sei, dass man das macht, was das Volk wirklich will … dafür sei man gewählt worden.

Krämer sieht eher, dass „Populismus als negativer Begriff“ für das verwendet wird, was jeweils die anderen machen. In der Wissenschaft würde man aber von Populismus sprechen, wenn sich jemand mit einer Ideologie gegen die herrschenden Eliten wendet und sagt, dass diese nicht mehr das Volk vertreten. Der Wille des Volkes müsse mit den richtigen Leuten wieder durchgesetzt werden. DAS sei Populismus.

Bystron hat eindeutig mit scharfen, klaren Thesen gewonnen. Links ist hier jedenfalls ins Hintertreffen geraten, kann selbst die Wissenschaft mit differenziertem Blick nicht völlig mitreißen. Und das ist es, was die Rechten, die Rechtspopulisten, derzeit stark macht – sie beherrschen die Agenda, alle anderen passen sich an. Eine ebenso klare und mitreißende Gegen-Ideologie gibt es bislang nicht. Die linke Sicht scheint verbraucht, wenn sie keine andere klare Begrifflichkeit und neue Zielvorstellungen findet.

Um Selbstbestimmung, Separatismus und Föderalismus geht es im nächsten Telepolis-Salon am 13. November im Lovelace: Separatisten oder die Sehnsucht, unter sich zu sein. Diskussionsteilnehmer sind der syrisch-kurdische Historiker Dr. Kamal Sido von der Gesellschaft für bedrohte Völker, Thomas Hummel, ein Jurist, der sich mit der Geschichte des Begriffs der territorialen Integrität auseinandergesetzt hat, und Prof. Dr. Ursula Münch, die Direktorin der Akademie für Politische Bildung in Tutzing, eine Expertin für Föderalismus und Europapolitik.

Wandere aus, solange es noch geht!
Finca Bayano in Panama.

.
Loading...