Brüssel Babylon: Weinstein-Skandal erreicht EU

Sex und Skandale: Die niederländische Serie "Brüssel" / YouTube/Screenshot

Im Zuge des Sex-Skandals um Harvey Weinstein haben 87 Frauen und 5 Männer in Brüssel sich dem Blog Politico anvertraut: Ihnen seien u.a. lukrative EU-Arbeitsverträge gegen Sex angeboten worden.

von Collin McMahon

Die Zeugen berichteten davon, zu Terminen in Bars und Restaurants geschickt worden zu sein, um sexuelle Gefallen gegen EU-Gesetzgebung zu tauschen; sie mussten Prostituierte für EU-Abgeordnete buchen; wurden auf der Toilette bei EU-Events bedrängt; wurden gemobbt oder zwangsbeurlaubt, wenn Sie sich wehrten.

Europaparlamentsassistentin Jeanne Ponte, die im Büro des mitte-links Abgeordneten Édouard Martin arbeitet, berichtete im Le Figaro, Beweise für 50 Fälle der sexuellen Belästigung gesammelt zu haben. Ein politischer Berater habe ihr „mitten in der Nacht Fotos geschickt, die er heimlich von mir aufgenommen hat.“

Laut Sunday Times habe der 71-jährige Grüne EU-Abgeordnete Yves Cochet einer 25-jährigen Assistentin u.a. eine SMS geschickt, sie gerügt, eine Essenseinladung abgelehnt zu haben und davon geschwärmt, „ihre Träume, Leidenschaft und Fantasien“ zu teilen. Ein anderer EU-Abgeordneter habe laut Times vor einer sehr viel jüngeren Mitarbeiterin onaniert.

Unter dem Hashtag #metoo bekannte sich die ehemalige Pharma-Lobbyistin Gráinne Hutton dazu, in Brüssel sexuell missbraucht worden zu sein: „Als ich die Wahl hatte, meine Karriere voranzubringen und ihn dafür jeden Tag sehen zu müssen, beschloss ich zu gehen.“

Ein deutscher EU-Abgeordneter habe eine 24-Jährige „gestalkt“ und penetrant unerwünschte Avancen gemacht. Ein anderer deutscher Parlamentarier habe eine 22-Jährige bei einem Arbeitsmittagessen unsittlich berührt. Die 22-Jährige sagte laut Express, Brüssel sei „ein Sündenpfuhl des Missbrauchs“. Die EU-Abgeordneten stellten vornehmlich hübsche junge Mitarbeiterinnen ein und hätten das Gefühl, „keine Rechenschaft ablegen zu müssen.“

Jouwatch Montage: Babylon und Brüssel
Jouwatch Montage: Babylon und Brüssel

Politico hat einen vertraulichen Blog eingerichtet, um Missbrauchsgeschichten zu teilen.

 

 

 

 

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