Jetzt kümmern sich auch noch Designer um „Flüchtlinge“

(Foto: Screenshot/Youtube
Ikea hat einen neuen Markt entdeckt (Foto: Screenshot/Youtube)

Am vergangenen Wochenende, am 20. und 21. Oktober 2017, fand im niederländischen Eindhoven ein Designer-Treffen der besonderen Art statt. Unter dem Slogan „Good Design for a Bad World“ wurden acht Projekte vorgestellt und diskutiert, die „einen positiven Einfluß auf das Leben von Flüchtlingen“ haben sollen.

Wie auf der dazugehörigen Designer-Webseite  zu erfahren ist, ging es unter anderem um ein „Wohnzimmer“, das „Neuankömmlinge“ und Einheimische zusammenbringen und damit eine „mobile Botschaft für staatenlose Menschen“ sein soll.
Im Gegensatz zu einfachen Zelten würden diese Konstruktionen gut zur lokalen Architektur passen. Sie würden zudem aus recyceltem Holz hergestellt, das rund 70 Prozent der Gesamtkosten ausmacht. Die Bauten könnten bei Bedarf leicht an einem neuen Standort abgebaut und wieder zusammengebaut werden.

Die Leichtigkeit der Präsentation wirkt irritierend. Fast euphorisch wird beschrieben, wie das „Wohnzimmer“, auch „de Vorkamer“ genannt, einen Gemeinschaftsraum zur Beseitigung von Barrieren zwischen Flüchtlingen und lokalen Gemeinschaften in Holland darstellen würde.
Im Beitrag erfährt der Unvoreingenommene außerdem, daß sich IKEA sehr für soziale Nachhaltigkeit einsetze und gedenke, in jordanischen Produktionszentren syrischen und jordanischen Flüchtlingen die Möglichkeit zu geben, Webwaren wie Teppiche, Kissen und Bettdecken herzustellen.

Wie RT Deutsch  schon Anfang des Jahres 2017 mitteilte, gewann IKEA von 70 Bewerbern den Design-Award in London mit seiner mobilen Hütte „Better Shelter“. Das teilnehmende Team sprach von „Ein Heim weit weg von zu Hause“, zeigte auf seiner Webseite Bilder von glücklichen Flüchtlingsbewohnern, „die dankbar in die Kamera strahlen über das, was IKEA ihnen lieferte“. Dorthin, wo es keine IKEA-Warenhäuser gäbe. „Better Shelter“ diene als Rückzugsort zum Schutz vor Kälte, Hitze und Nässe und erlaube auch ein bißchen mehr Sicherheit, da die Hütte abschließbar sei. Eine Solarlampe brächte Licht in die Dunkelheit und auch an eine Ventilation sei gedacht. Fenster ließen sich öffnen und schließen und die Bewohner könnten in der Hütte sogar aufrecht stehen.

Ikea hatte die Flüchtlingshäuser einschließlich Solarpanel auf dem Dach bereits 2013 im Auftrag der UNCHR entworfen und 2015 mit der Produktion begonnen.  In Griechenland sind diese „Shelter“ im Einsatz.

Die Designer im niederländischen Eindhoven sind mit ihrer Schaffenskraft noch lange nicht am Ende. in einem anderen „good design for a bad world“ Projekt der Kreativen stellen sie zusammen mit „Flüchtlingen“ auf der griechischen Insel Lesbos  Rucksäcke aus weggeworfenen Booten und Rettungswesten her.

Sogar „praktische“ wattierte Parka mit großer Kapuze, die über Taschen zum Verstauen von Reisepässen und persönlichen Dokumenten verfügen sollen, sind den Designer eingefallen. Der Parka lasse sich außerdem öffnen und könne in einen Schlafsack verwandeln werden.

Großes Interesse fand auf dem Designer-Treffen in Eindhoven auch das Unternehmen für Ferienwohnungen und Unterkünfte Airbnb. Dieses Unternehmen habe seine humanitären Bemühungen angesichts verschiedener Krisen in der ganzen Welt intensiviert und eine neue Plattform für die Unterbringung von Flüchtlingen mit dem Namen „Open Homes“ geschaffen. Diese Plattform soll es den Benutzern ermöglichen, den „Flüchtlingen und Vertriebenen“ kostenlos Zimmer zur Verfügug zu stellen. Airbnb hoffe, daß es so innerhalb von fünf Jahren eine vorübergehende Unterkunft für 100.000 Menschen geben werde.

Auch finnische Design-Studenten aus Lahti zeigten ihren Einfallsreichtum. Sie stellten aus einfachen Materialien wie Pappe und Sperrholz Möbel her. Natürlich für diejenigen, die ihre Häuser plötzlich ohne Hab und Gut verlassen mussten.

Man möchte sich einen ähnlich engagierten Einsatz für deutsche Obdachlose, arme Rentner und Kinder wünschen. So gibt es Verlierer und Profiteure.(RH)

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