Joschka im Spiegel seines Nazi Opas

Ein Mann und seine "Nazi-Brille" (Foto: Von Michael Thaidigsmann - Eigenes Werk, CC-BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=35661019
Krass überschätzt: Der Metzgersbub aus Gerabronn (Foto: Von Michael Thaidigsmann - Eigenes Werk, CC-BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=35661019

Joschka Fischer ist naziophob. Überall sieht er seinen Nazi-Opa. Die Quelle des Bösen? Die AfD als NSDAP reloaded

Von Volker Kleinophorst

Heute habe ich mir nach Jahren mal einen gedruckten Spiegel gekauft. Ich wollte doch wissen, ob Joschka Fischer seine abenteuerliche Behauptung, „Die AfD steht in der Tradition der NSDAP“, irgendwie begründet, die der Spiegel in seiner Ankündigung des Fischer-Interviews so populistisch in den Vordergrund gestellt hat.

Doch viel mehr als, „wie nennen wir eine Partei, die sich völkisch definiert?“ ist da nicht. Dem ehemaligen Weltpolitiker reicht „rechtspopulistisch“ nicht aus. Die Tradition sei eindeutig, „wir waren schon mal weiter“, Herr Gauland wolle sich „unser Land zurückholen“. Nein in deren Führung wären so viele „die reden wie Nazis“ weiß er durch Ferndiagnose und meint: „die denken wie Nazis“. Ja „der Nazi-Opa“ seiner Jugendjahre ist wieder auferstanden.

Dabei habe Fischer immer fest das Bild des zerstörten Kölner Doms vor Augen. „Man wisse ja wie dieser Film endet.“ Plattitü, Plattita.

Warum DIE „wieder da sind“? Dafür hat der Professor mit Taxischein keine Erklärung. „Es gibt Überzeugungen, die sich nicht erklären lassen.“ Islamisierung? EU? Alternativlose Politik? Migrantengewalt? Zensur? Keine Idee. Die Spiegel Reporter Ann-Katrin Müller und Ralf Neukirch auch nicht.

Mal abgesehen davon, das es Volksverhetzung und gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit ist, wie Fischer AfD-Wähler ja alle Anderen, die nicht seiner Ansicht sind, abqualifiziert, muss bei ihm schon annehmen, dass er weiß, was für einen Blödsinn er da redet.

Wer heute eine demokratisch gewählte Partei im größten deutsche Nachrichtenmagazin als Nazis bezeichnet, bezeichnen darf, der will Meinungen und die Personen, die sie vertreten, außerhalb von Recht und Gesetz stellen. Ein Nazi ist vogelfrei, denn „das hatten wir schon“. So werden Übergriffe legitimiert.

Denn was soll das sein: Ein Nazi? Eigentlich ist es die Bezeichnung für Mitglieder der NationalSOZIALISTISCHEN Partei Deutschlands (NSDAP). Da es die nicht mehr gibt, gibt es auch keine Nazis mehr. Da man die aber im politischen Diskurs in Deutschland unbedingt braucht, wurde Nazi der Sammelbegriff für Rechtsradikale aller Art. Heute wiederum ist jeder ein Nazi, der nicht der „No Borders“-Religion huldigt. Das sind die neuen Untermenschen. Joschka Fischers Herrenreiter Mentalität hat mit seinem Nazi Opas da leider erschreckend viel Ähnlichkeit.

Doch eigentlich geht es dem Ex-Außenminister im Interview um etwas anders. Neben seiner „politisch korrekten“ Hetze ist Fischer extrem bemüht „Jamaika“ als alternativlos darzustellen. Begründung: Schon allein im Kampf der „demokratischen Parteien“ gegen die Nazis und für eine Vielfalt, die ja jetzt schon gescheitert ist.

Mit seiner Deutschfeindlichkeit verdient Fischer heute sein Geld. Er ist sozusagen ein Umvolkungslobbyist. So ist er Gründungsmitglied und Vorstand des „European Council für Foreign Relations“, das von George Soros „Open Society Foundations“ finanziert wird, er hat einen Beratervertrag bei der ehemaligen US-Außenministerin Madeline Albright, sitzt im Präsidium der „deutschen Gesellschaft für die Vereinten Nationen“ und, und, und

Kurz zum Spiegel: Warum fragen die eigentlich nichts, beispielsweise zu Fischers Soros-Verbindungen. Sie werfen ihm nur die Bälle zu. Das der unselige Nazivergleich als Tatsachenbehauptung hingenommen wird, ist man ja vom ehemaligen Nachrichtenmagazin schon gewöhnt. Wenn man das ganze Heft gelesen hat, muss man feststellen: Rausgeschmissenes Geld. Schon der unsägliche Titel mit dem weißen Mann im Hintergrund und der armen sexistisch unterdrückten farbigen Frau, spiegelt die Spiegel-Realität deutlich. Auf den Titel „Migranten und Missbrauch“ werden wir wohl ewig warten. Natürlich müssen auch wieder ein paar Psychologen Ferndiagnosen über Trump anstellen. Auf Ferndiagnosen ob unsere Bundesnägelkauerin noch alle Latten am Zaun hat, müssen wir weiter warten. Natürlich wird auch der Aufstand der US-Sportler gegen Trump gewürdigt. Und wie zwei syrische Schriftsteller in der deutschen Provinz eine neue Heimat suchen. Zeichen setzen auf 146 dürftigen Seiten für 4,90 €. Also ich werden wohl mal wieder für ein paar Jahre Pause machen.

Im Forum auf Spiegel online bedanken sich viele Leser bei Joschka Fischer, „weil endlich mal einer die Wahrheit sagt.“ Haufenweise. Da mag man schon an Trolle glauben. Denn diese Wahrheit hören wir den ganzen Tag. So was nennt man deshalb auch Propaganda.

Wie der Nazi Film geendet hat, wissen wohl die meisten Deutschen auch ohne Fischers Hilfe, läuft ja jeden Abend im Fernsehen. Das es sicherlich Deutschland gut zu Gesicht gestanden hätte, wenn man Hitler und seine Schergen selbst abgeschüttelt hätte, hat sicher auch Konsens. Doch dass es eben nicht so einfach ist, ein Unrechtsregime abzuschütteln, erlebt man „in diesen Tagen“. Zu viele Verräter, Kriecher, Denunzianten, Mitläufer.

Wie der Film dieses Mal endet?

Hoffentlich nicht mit der Flagge des IS auf der Hagia Colonia.

Fischer fände es sicher gut. Hauptsache keine Nazis.

Ein Mann und seine „Nazi-Brille“ (Foto: Von Michael Thaidigsmann – Eigenes Werk, CC-BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=35661019

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