Italien: Venetien und die Lombardei stimmen über mehr Autonomie ab

(Bild: JouWatch)
Venedig (Bild: JouWatch)

Im Norden Italien sind die Einwohner der beiden wirtschaftsstärksten Regionen  – Venetien und die Lombardei – am heutigen Sonntag in einem Referendum dazu aufgerufen, über mehr Autonomie abzustimmen. 

Bereits Mitte 2014 machten sich 89 Prozent der Veneter in einer rechtlich nicht bindenden Online-Abstimmung für die Loslösung der Region von Italien und der Gründung eines eigenen Staates stark. Damals titelten deutsche Medien in Anbetracht des Krim-Referendums, dass Europas Separatisten nun im „Windschatten der Krim-Krise ihre Chance wittern“ würden. Der Spiegel bezeichnete das Venetien-Referendum als „Italiens Möchtegern-Krim“.

Die Regionalregierung Venetien, mit seinen Touristenhochburgen Venedig und Verona und dem Industriezentrum Mestre, nahm 2014 das Abstimmungsergebnis zum Anlass für eine politische Offensive, um das Gesetz für ein Referendum nach der Zustimmung durch den Regionalrat, ins nationale Parlament in Rom einzubringen.

Am heutigen Sonntag ist die Region aufgerufen zwar nicht – wie die Katalanen – über eine Loslösung vom Zentralstaat,  aber dennoch für mehr Autonomie für ihre Region abzustimmen.

Lombardei und Venetien – die Bayern Italiens

In der Lombardei sind die Wähler zeitgleich zu einem Referendum aufgerufen. Und auch dort, mit der Wirtschaftsmetropole Mailand, geht es nicht um eine Abspaltung wie in Katalonien, sondern um mehr Autonomie und die Zustimmung zu weiteren Verhandlungen mit der Regierung in Rom über den Ausbau der regionalen Kompetenzen.

Regionalpräsident Roberto Maroni (Lega Nord) beklagt wie viele seiner Landsleute, dass aus dem produktiven Norden etwa 100 Milliarden Euro an Steuergeldern in die zentralen und südlichen Regionen Italiens, und davon allein 54 Milliarden aus der Lombardei, fließen.  Es sei auch nicht einzusehen, weshalb die Region Sizilien 28.000 Förster beschäftigt, während die Lombardei mit ihrer deutlich größeren Waldfläche nur 3.000 benötigt. Zudem halte man es in der Lombardei für unangemessen, wenn der sizilianische Regionalpräsident mehr verdiente als US-Präsident Donald Trump.

Silvio Berlusconi für italienweite Referenden

„Wir schlagen allen italienischen Regionen ein Referendum vor. Die Zentralregierung soll den Regionalbehörden einen Teil der Befugnisse übergeben“, so die Forderung des ehemalige italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi laut Sputniknews.

Die italienische Regierung habe laut dem Internetmagazin cash klar gemacht, dass sie das Referendum für unnötig erachtet, auch wenn es laut italienischer Verfassung erlaubt sei. Diese sieht vor, dass sich die Regionen mehr Selbstbestimmung aushandeln können. Somit wird mit dem heutige Referendum im Norden Italiens kein katalonischer Weg beschritten werden. (SB)

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