Elefantenfressender Diktator wird WHO-Botschafter, sein Volk hungert

(Foto: Wikipedia
Unter Rücktrittsdruck: Robert Mugabe (Foto: Wikipedia)

Die WHO ernennt den simbabwischen Diktator Robert Gabriel Mugabe zum „Botschafter des guten Willens“. Dem derzeit weltweit ältesten Staatsoberhaupt werden schwere Menschenrechtsverletzungen und Hungersnöte zur Last gelegt. Doch das stört bei der WHO scheinbar niemanden.

Von Marilla Slominski

Sowohl die USA als auch Europa haben gegen den 93-Jährigen und sein Land Sanktionen verhängt. Weltweit ist man über die Ernennung sprachlos bis entsetzt. Von einem „kranken Witz“ sprachen Menschenrechtsgruppen und Oppositionelle.

WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus pries die Ernennung des Diktators in seiner Ansprache und überschüttete ihn geradezu mit freundlichen Worten: „Ich fühle mich geehrt, Ihnen mitzuteilen, dass Präsident Mugabe sich bereit erklärt hat, als Botschafter des guten Willens zu dienen“, so der Generaldirektor.

Simbabwe sei ein Land, dass den Gesundheitsschutz und Vorsorge in den Mittelpunkt seiner Politik gerückt habe und jedem eine Gesundheitsversorgung anbiete, so der Äthiopier Ghebreyesus weiter.

Hillel Neuer, Direktor bei „UN Watch“ ist schockiert: Mugabe habe den „Brotkorb Afrikas“ – und Simbabwes Gesundheitssystem – in ein leeres Körbchen verwandelt. „Die Vorstellung, dass die UN dieses Land nun zu einem großen Unterstützer der Gesundheit macht, ist einfach widerlich.“

Im vergangenen Jahr war in Simbabwe der Notstand ausgerufen worden. Aufgrund einer Dürre drohte dort eine Hungersnot. Tausende von Nutztieren verhungerten, Brunnen trockneten aus. Mugabe gab an, 1,6 Milliarden Dollar zu benötigen, um Mais zu importieren und die Bewässerungsanlagen zu reparieren. 1,5 Millionen Menschen seien auf Lebensmittelhilfe angewiesen.

Während die Bevölkerung am Hungertuch nagte, ließ sich Regierungschef Mugabe im selben Jahr das Fest zu seinem 92-sten Geburtstag locker eine Million Dollar kosten. Laut der Nachrichtenagentur KNA wurden in der Provinz Masvingo alle Lehrer verpflichtet, einen Teil ihres Salärs für die Party zu spenden. Schon 2015 machte Mugabes opulentes Geburtstagsfest in der Nähe der Victoria-Wasserfälle von sich reden. Für den Schmaus mussten hundert Tiere, darunter auch ein Löwe und zwei Elefanten, ihr Leben lassen und landeten auf der Festtafel des greisen Diktators.

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