Sachsen: Der Realitätsverlust des Theologen

Foto: Collage
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Jouwatch heute mit einer Meldung aus Dresden: „Politischer Widerstand – eine Fehlentwicklung?“ Diese Meldung ging nicht spurlos an mir vorbei. Ein Kommentar.

Von Max Erdinger

„Der Geschäftsführer der Stiftung Frauenkirche Dresden, Frank Richter, hält eine umfassende Debatte über Fehlentwicklungen in Ostdeutschland für dringend geboten. (…) Der „Aufbau der `Hardware`, also Straßen und Infrastruktur“, habe „hervorragend funktioniert“ (…) Vernachlässigt worden sei aber die „Software“ der Gesellschaft. „Dem zusammengebrochenen Marxismus als gedankliches Ordnungsgefüge folgte zunächst der Neoliberalismus. Den erneuten Enttäuschungen folgte der Nationalismus als Muster für Orientierung und Anerkennung“, (…) Nicht nur die Regierung, auch die Opposition und auch die Gesellschaft sollten die Debatten zur Aufarbeitung der Nachwendezeit führen, damit Populisten nicht noch mehr Zulauf bekommen.“

Frank Richter ist nicht nur Geschäftsführer der Stiftung Frauenkirche in Dresden. Der Theologe ist auch ehemaliger Leiter der Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung. Wie katastrophal es um die politische Bildung in diesem Lande steht, kann man sich ausmalen, wenn man bedenkt, daß mit Richter offensichtlich „der Bock zum Gärtner gemacht“ worden war.

Zunächst einmal nervt dieser aufgesetzte Modernismus, mit dem evangelische Theologen heutzutage „in Gleichnissen reden“. Deutschland: Die Hardware. Das Volk: Die Software. Und Jesus war ein cooler Typ, voll knorke. Zum Kotzen! Auf ein und derselben Hardware läuft hunderterlei verschiedene Software, Frank Richter. Aber derartig hirnrissige Bilder herzunehmen, um Nation und Volk zu beschreiben, ist dann, wenn es nicht voller Absicht bösartig ist, einfach nur noch schwachsinnig. Wie sieht sie denn aus, die „Hardware“? Wonach sieht er denn aus, der Dresdner Zwinger? Wonach sieht die Frauenkirche aus? Wonach sieht die A4 zwischen Chemnitz und Dresden aus? So vielleicht, als seien sie von irgendwem „zusammengeschräubelt“ geworden? Kompatibel mit irgendeiner Software? Die Infrastruktur in Mitteldeutschland nach der Wende: Hätte die, so, wie sie sich präsentiert, auch von einer kongolesischen oder einer afghanischen  „Software“ ihre Gestalt bekommen können? Was für ein Schwachsinn!

Und was bitteschön soll ein „zusammengebrochener Marxismus als gedankliches Ordnungsgefüge“ sein? Wo wäre der denn zusammengebrochen? Doch wohl höchstens unter ökonomischen Gesichtspunkten. Ansonsten lebt er doch mit der Kohle des kapitalistischen Systems dreister und feister als je zuvor! Wie kann es überhaupt angehen, daß der ehemalige Leiter einer Landeszentrale für politische Bildung einen Stuß daherschwätzt, als hätte er von der ´68er Kulturrevolution im Westen nie etwas gehört?

Tatsachen sind etwas völlig anderes. Tatsache ist, daß es heute eine stillschweigende Übereinkunft gibt zwischen dem „kapitalistischen System“ und den „Marxisten“. Die Marxisten halten zu wirtschaftspolitischen Fragen weitestgehend den Mund, schminken sich mit der „sozialen Frage“ folgenlos ein bißchen das Gesicht, damit sie nicht aussehen wie Parasiten, mutieren darüber zu reinen Kulturmarxisten und verblöden das Volk in einer Weise, daß es als illusionsgefütterte, schreiend ignorante Meinungsmasse den Zielen des Großkapitals besser dienlich ist als je zuvor! Das ist die heutige Arbeitsteilung zwischen Großkapital (Globalkapital) und Marxisten. Globalismus ist Marxismus minus marxistische Ökonomie. „Zusammengebrochener Marxismus“ – ich glaub´s ja nicht mehr.

Was anderes als Kulturmarxismus wäre es denn, einem Volk mit dümmlichen Parolen so  lange das Gehirn zu waschen, bis es glaubt, es gäbe keinen Grund für unterschiedliche Kulturen und unterschiedliche zivilisatorische Entwicklungsstände, so daß der hinterletzte moslemische Steinigungs- und Amputationsfritze mit Goethe unter dem gemeinsamen Begriffsdach „die Menschen“ problemlos zu vereinigen wäre? Und diejenigen, die nicht so blöd sind, sich diesen unglaublichen Schwachsinn ins Hirn träufeln zu lassen, wären dann Nationalisten, wobei unausgesprochener Konsens zu sein hätte, daß Nationalismus per se nichts anderes sei als Nationalsozialismus, obwohl der „Marxismus zusammengebrochen“ ist? Scheiße im Hirn, oder was?

Von Kässmann über Göring-Eckardt (EKD), von den Katholiken Woelki und Marx bis hin zu den Protestanten Gauck und Richter gilt: Der Marxismus lebt. Und zwar ganz prächtig in den Köpfen der Mainstream-Kleriker bis hinauf zum Papst! Merke: Vor Gott sind nach der Lehre alle Menschen gleich. Alle, alle, alle sind sie seine Geschöpfe. Die christliche Lehre behauptet aber nirgendwo, daß sie voreinander alle gleich zu sein hätten. Und nirgendwo steht geschrieben, daß die Anerkenntnis der Ungleichheit ein Hindernis sein müsste, um christliche Tugenden walten zu lassen, als da wäre die Wahrheitsliebe als allererste, Frank Richter! Als Christ kann man die Nöte der Anderen sehen und entsprechend handeln, ohne sich deswegen auf eine Stufe mit ihnen zu stellen. Von wegen „Software“.

Nirgendwo steht geschrieben, daß man das Eigene verraten und verkaufen muß, um dem Fremden in seiner Not zu helfen. Wie man das macht, entscheidet allerdings derjenige, der hilft – und nicht ein klerikal-marxistisches Politbüro, das sich kollektiv für den individuellen Gewissensersatz halten will. Die Anderen sind die Anderen und wir sind wir. Wenn wir ihnen helfen wollen, dann dort, wo sie zuhause sind. In Sachsen leben hauptsächlich die Sachsen und in Deutschland hauptsächlich die Deutschen. Das hat mit (sprachlicher) Logik alles, mit der hinterfotzigen Insinuation hingegen, Nationalismus sei Nationalsozialismus, überhaupt nichts zu tun.

Wenn es eine sinnvolle gesellschaftliche Debatte geben soll, dann wäre der zentrale, allererste Diskussionspunkt, ob man sich die Unverschämtheiten gottloser klerikaler Kulturmarxisten noch länger bieten lassen soll – und ob Lüge, Desinformation, Illusionskreation, Begriffsverwirrung und marxistische Indoktrination in einer solchen Debatte überhaupt Platz haben können, mithin also, ob es sich für die Kulturmarxisten nicht völlig ausdiskutiert haben muß. Es hat in der Vergangenheit Fälle gegeben, in denen sich Staatschefs gegen das marxistische Chaos nicht mehr anders zu helfen wussten, als die Marxisten zum Schweigen zu bringen. Marxisten haben bisher noch aus jedem Demokraten einen hirngewaschenen Idioten zu machen versucht, mithin also den Versuch unternommen, die Demokratie ihrer Funktionsfähigkeit zu berauben, resp. sie zur eigenen Inthronisation als Herrscher über das Denken der Anderen zu mißbrauchen.

Im Übrigen zeugt die Behauptung, die Mitteldeutschen verfolgten eine Zielsetzung, aus der heraus sie sich verschiedener Denkrichtungen nach dem „Prinzip Versuch und Irrtum“ bedienten, von einem eklatanten Mangel an Denkvermögen. Nur so, als reines Gedankenspiel, das mit der Realität nichts zu tun hat, Frank Richter: Wenn es tatsächlich einen „zusammengebrochenen Marxismus“ gegeben hätte – was hätte denn dann die kollektive Zielsetzung bspw. der Sachsen sein sollen, die sie irrtümlicherweise zunächst zum „Neoliberalismus“ greifen ließ, damit zu scheitern, und es als nächstes mit „Nationalismus“ zu versuchen? Welche Belege gibt es denn dafür, daß sich die Sachsen irgendwelcher Denkrichtungen „bedient“ hätten, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen – und um welches Ziel hätte es sich denn dabei gehandelt?

Es ist ganz einfach so: In Sachsen regiert überwiegend noch der gesunde Menschenverstand. Sachsen begreifen sich weitestgehend noch als den Souverän. Und als solcher haben sie die Schnauze gestrichen voll davon, sich von steuerfinanzierten Klugscheißern und Treppenherauffallern in salbungsvollen, nichtsdestoweniger dämlichen Reden vorschreiben zu lassen, wie sie als „Software“ zu funktionieren hätten. Das ist alles. Von Typen wie diesem ehemaligen Leiter einer Landeszentrale für politische Bildung bekommt jeder Verstandesmensch nur noch Augenkrebs und Mittelohrvergiftung. Wegtreten, Richter! Nichts zu danken.

Wandere aus, solange es noch geht!
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