Wohlfahrtsverbände dringen auf Familiennachzug für Flüchtlinge

Foto: Durch Jazzmany/Shutterstock
Nachschub für die Wohlfahrtsverbände und Lobbyisten (Foto: Durch Jazzmany/Shutterstock)

Berlin – Wenn jemand – auch finanziell – von der Flüchtlingskrise profitiert, sind es nicht nur die Schlepper und die NGO sondern natürlich auch die Wohlfahrtsverbände. Von daher sind ihre Forderungen natürlich zu verstehen. Die dts-Nachrichtenagentur vermeldet:

Die kirchlichen Wohlfahrtsverbände Diakonie und Caritas rufen Union, FDP und Grüne auf, in ihren Sondierungsgesprächen von einer weiteren Begrenzung des Familiennachzugs für Flüchtlinge abzurücken. „Wir sehen es als humanitär und integrationspolitisch fatal an, den Familiennachzug in Zusammenhang mit einer Aufnahmebegrenzung zu diskutieren“, sagte Peter Neher, Präsident des Deutschen Caritasverbandes, dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ (Freitag). Nach Schätzungen des Auswärtigen Amtes würden bis Ende 2018 etwa 100.000 bis 200.000 Menschen aus Syrien und Irak einen Antrag auf Familiennachzug stellen.

„Für Deutschland ist die Aufnahme und Integration der schutzsuchenden Menschen in dieser Größenordnung gut zu meistern“, so Neher. Diakonie-Präsident Ulrich Lilie weist Darstellungen von Unionspolitikern, wonach Deutschland vom Familienzuzug überfordert wäre, zurück. Die hohen Prognosen hätten sich nicht als realistisch erwiesen – „es gibt es keine sachlich tragende Begründung für eine weitere Aussetzung. Auch die Kommunen in Deutschland können den Nachzug der Familienangehörigen bewältigen“, sagte Lilie. In der diakonischen Beratung zeige sich täglich, dass die Aussetzung des Familiennachzugs zu erheblichen humanitären Härten für die Betroffenen führe. „Die Ungewissheit darüber, wie es ihren Angehörigen geht und ob sie noch leben, das ständige Warten auf Nachrichten macht Geflüchtete krank und bindet ihre Kräfte“, sagte der Diakonie-Präsident.

„Wer Angst um seine Familie hat, hat keine Energie, sich auf Sprachkurse, Ausbildung und Arbeit zu konzentrieren.“ Besonders betroffen seien Jugendliche. „Die Diakonie erlebt in ihren Einrichtungen der Jugendhilfe immer wieder unbegleitete Minderjährige, die an den gestellten Anforderungen zu zerbrechen drohen“, sagte Lilie.

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