Rassistisch und fremdenfeindlich

Foto: Durch Tero Vesalainen/Shutterstock
Die Rassenleere (Foto: Durch Tero Vesalainen/Shutterstock)

Wer sich vorsieht bei Menschen, die er nicht kennt, macht genau das, was ihm die Natur mitgegeben hat. Er passt auf sich und seine Nächsten auf

Von Volker Kleinophorst

Schon mal einen Western gesehen? Dann wissen Sie ja , was passiert, wenn sich eine Gruppe Unbekannter einer Ranch nähert.

Als erstes greift der Rancher zu seinem Gewehr und schickt Frau und Kinder ins Haus.

Denn Vorsicht vor Fremden ist Teil der menschlichen DNA und sicherlich kein Vorurteil.

Jeder erinnert sich doch noch an die Zeit seiner Kindheit. Was war das erste, was man von den Eltern eingetrichtert bekam? „Geh nicht mit Fremden mit?“

Dieser Fremde kann jeder Rasse angehören, auch ein fremder Deutscher verdient eben keinen Vertrauensvorschuss. Das wollten Eltern klar machen, denn damals waren Kinder ja häufig den ganzen Tag unbeaufsichtigt unterwegs.

Dass man nicht einfach die Haustüre aufmacht, wenn man den „Besucher“ nicht kennt, war eine ganz klare Regel.

Da geht es nicht um Diskriminierung, sondern um die eigene Sicherheit. Denn ist die Tür erst einmal offen, bestimmt derjenige mit dem höheren Gewaltpotential, wie es weiter geht.

Im Haus, im Land. Wie im Western.

Fremdenfeindlichkeit ist ein natürlicher Schutzmechanismus.

Und für den sogenannten Rassismus gilt das genauso.

Ich bin schon ziemlich rumgekommen und habe sicher mit Menschen aller möglichen Völkerstämme zu tun gehabt. Kein Thai, kein Kameruner, kein Argentinier oder Russe, der nicht sein Volk und seine Rasse anderen vorzieht. In keinem Land außer dem unseren kann man seine Heimat als ein Stück Scheiße bezeichnen, ohne massiv Ärger zu kriegen. Politiker, die sich für solche Parolen stark machten, hätten keine Chance. Nächstenliebe ist angeboren. Fernstenliebe allenfalls ein politisches Konzept.

Ein Bekannter, der mich gerne in die rechte Ecke drängen wollte: „Deine Leute sind dir also wichtiger als die Afghanen.“

„Also um es kurz zu sagen, Afghanen gehen mir am A… vorbei. Was hab ich mit denen zu tun. Aus Afghanistan würde ich Frauen, Kinder und nichtmuslimische Männer aufnehmen. Sonst niemanden.“

„Das sind doch Menschen. Wie kann dir denn deren Schicksal egal sein.“

„Was interessiert dich das. Vor der Haustüre nichts zu tun.“

„Wir leben doch alle gemeinsam auf diesem Planeten. Wie können dir diese Menschen gleichgültig sein.“

„Was heißt den gleichgültig. Ich sehe einfach nicht ein, das Freiheit nur vor dem deutschen Sozialamt erreicht ist. Jedes Volk hat sein Land. Deutschland gehört nicht der Welt und jeder darf sich hier ein Stückchen abstecken.“

Er war erschüttert.

Ich auch. Erschüttert, wie dämlich man sein kann.

Der buddhistische Lama Ole Nydahl hat in seinen Vorträgen immer wieder vor dem Islam und vor Überfremdung in Europa gewarnt. Das bracht ihm schon vor mehr als 20 Jahren den Ruf eines Islamhassers ein. Auf einem Vortrag ging er einmal näher darauf ein: „Ich denke, Rassismus, das kommt auf die Situation an. Wenn man sich bedroht fühlt, ist wohl jeder irgendwo ein kleiner Rassist.“

Nicht nur die Weißen. Alle anderen Rassen empfinden das ähnlich.

Und auch die Gutmenschen haben natürliche Reflexe, auch wenn deren „Ängste“ natürlich bio, nachhaltig und kompostierbar ist.

Unlängst war ich in Hamburg in der Schanze so um 2 Uhr nachts unterwegs zum Auto, eine auch geladene Gutmensch-Bekannte eingehakt.

Plötzlich schälen sich zwei Afroafrikaner (richtig so?) aus dem Dunkel. Ihr Griff wird sofort fester. Natürlich vorurteilsfrei.

Ich löse ihren Arm von meiner Rechten und schieb sie auf die linke Seite, womit sie den entgegenkommenden Goldstücken räumlich noch näher kommt.

War aber nix.

Sie empört, dass ich ihren Arm gelöst habe. Was das denn sollte. Sie hätte ja…

„Weißt du, wenn ich dich und mich wirklich verteidigen muss, ist es schon mal nicht hilfreich, wenn du wie ein Mehlsack an mir hängst. Schon gar nicht am rechten Arm. Deinen Klammergriff empfand ich übrigens als ziemlich rassistisch.“

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