Salafistischer Prediger als Erzieher tätig?

(Bild: JouWatch)
Koranverteilung durch Salafisten in München (Bild: JouWatch)

Düsseldorf – Bei Mohamad G. handelt es sich nach Einschätzung der Sicherheitsbehörden um den Salafisten-Prediger  „Abu Jibriel“. Dem Palästinenser wurde vor Kurzem erneut die deutsche Staatsbürgerschaft verweigert. Trotzdem kann der mutmaßliche Salafist als Erzieher in einer Düsseldorfer familientherapeutischen Einrichtung arbeiten.

Der 49-jährige arabische Israeli Mohamad G. scheiterte Anfang September  vor dem nordrhein-westfälischen Oberverwaltungsgericht (OVG) mit seiner erneuten Klage auf Einbürgerung. Diese wurde ihm bereits von der Stadt Wuppertal, wie auch dem Verwaltungsgericht in Düsseldorf verweigert, weil die Sicherheitsbehörden die Ansicht vertreten, dass G. unter dem Namen „Abu Jibriel“ jahrelang in der Salafisten-Szene aktiv war. Der israelische Palästinenser Mohamad G., kam 1989 mit einem Visum zu Ausbildungszwecken nach Deutschland, heiratete 2002 eine Deutsche und erhielt eine Aufenthaltserlaubnis.

Salafistischer Internetstar

Wie das Internetmagazin NRW-direkt berichtet, ist Mohamad G. alias „Abu Jibriel“ den Sicherheitsbehörden kein Ungekannter. Er soll bereits 2010 in einem Unterstützer-Video des später aufgelösten und vom Konvertiten Sven Lau geleiteten  Mönchengladbacher Salafisten-Vereins „Einladung zum Paradies“ (EZP) zu sehen gewesen sein und wird seither in der salafistischen Szene als Internetstar gefeiert.

Dass der Verfassungsschutz ihn als Salafisten sehe, könne er nicht verstehen, so Mohamad G. 2012. in einem Artikel Frankfurter Rundschau (FR). Im FR-Bericht wird dargestellt, dass R. darauf hinweise, in Wuppertal als Sozialpädagoge zu arbeiteten und weder mit Behörden und Schulen noch mit der Polizei gebe es dabei Probleme, so  der Palästinenser. Zu diesem Zeitpunkt hatte der Staatsschutz bereits „erhebliche Bedenken“ gegen seine Einbürgerung geäußert, so NRW-direkt.  Im November 2014 lehnte die Stadt Wuppertal diese ab, daraufhin klagte er vor dem Verwaltungsgericht Düsseldorf. Im Ablehnungsurteil von 2015  merkte die Kammer an, dass Mohamad G. „stark in ein salafistisches Umfeld“ eingebunden sei. Auch zweifelte das Gericht seine Darstellung an, er habe versucht, im Internet einsehbare YouTube-Videos seiner Predigten löschen zu lassen.

(Bild: Screenshot)
Düsseldorfer Erziehungseinrichtung löscht Foto von Mohamad G. (Bild: Screenshot)

Mohamad G. auf der Mitarbeiter-Liste einer familientherapeutischen Einrichtung

Die Islamismus-Expertin Sigrid Herrmann-Marschall beschäftigte sich nach der zurückgewiesenen Berufung G.s im September mit den Aktivitäten von „Abu Jibriel“ und dabei fiel ihr auf, dass Mitte September unter dem Namen „Abu Jibreel“ auf einer Veranstaltung mit dem Titel „Refresh your Imam“ in München angekündigt war und somit klar war, dass G. sich nie von der salafistischen Szene entfernt hatte.

Geradezu schockiert zeigte sich Herrmann-Marschall, als sie den Namen und das Konterfei von Mohamad G. auf der Mitarbeiter-Liste einer familientherapeutischen Einrichtung im Düsseldorfer Süden entdeckte. Die Einrichtung betreibt ein „Therapiehaus“ in der Nähe der Heinrich-Heine-Universität und hat nach eigenen Angaben „die Stärkung und Unterstützung des Selbsthilfepotentials unserer Klienten und der Kinder im familiären Umfeld“ als Leitbild, so NRW-direkt, das ein – bereits von der Seite gelöschtes  Beweisfoto – des salafistischen Mitarbeiters veröffentlichte.

Erziehungseinrichtung löscht Foto

„Aktivitäten, die für ein Verwaltungsgericht schwer genug wiegen, die Einbürgerung zu verweigern, können erst recht nicht für leicht befunden werden, wenn es um Kinder und Jugendliche geht“, so  die Islamismus-Expertin. Die Düsseldorfer Bundestagsabgeordnete Sylvia Pantel (CDU) informierte nach Kenntnisnahme umgehend den zuständigen Dezernenten der Stadt. Beide Damen warten nun gespannt, wie die Stadt Düsseldorf auf den „Salafistischen Prediger“ in der familientherapeutischen Einrichtung reagieren wird.

Die Erziehungseinrichtung habe auf die Nachfragen von NRW-diekt nicht reagiert. Lediglich löschte die Einrichtung Namen und Fotos von Mohamad G., sowie anderer Mitarbeiter in dieser Woche von ihrer Internet-Seite . (SB)

 

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