Verbreitet der ARD Faktenfinder Falschnachrichten?

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Fliegen ist schöner, auch für Wanderer (Foto 06photo/Shutterstock)

Wenn man in der heutigen Zeit einen erfolgreichen Artikel veröffentlicht, der hunderttausende Leser erreicht hat und der sich zudem kritisch mit der Flüchtlingskrise und Regierungshandeln auseinandersetzt, dann hetzen einem die Mächtigen des Landes selbsternannte Fake News Jäger auf den Hals. Doch in diesem Fall, wo es um Geheime Polizei Dokumente und eingeflogene Flüchtlinge geht, blamiert sich das ARD-Tagesschau Team bis auf die Knochen und scheint die Grenze zur Verbreitung von Falschnachrichten selbst mehrfach zu überschreiten.

Von Stefan Schubert

Mein Artikel auf JouWatch, »Geheime Polizei Dokumente: Bundesregierung fliegt Flüchtlinge mit Charterflugzeugen aus Griechenland ein«, hat eine enorme Leserschaft gewonnen und wurde in den sozialen Medien tausendfach geteilt und kommentiert.

Auch zahlreiche Medien und Blogs haben den Artikel übernommen, wie beispielsweise der österreichische Wochenblick.

Als Aufmacher des Artikels dienten geheime Polizei Dokumente aus dem Bayerischen Innenministerium, die der Redaktion von JouWatch exklusiv vorlagen. Aus diesen Dokumenten habe ich mehrfach zitiert, insbesondere wenn es um konkrete Abläufe des EU-Umsiedlungsprogramm geht, dem sogenannten EU-Relocation-Verfahren.

Diese Insiderinformationen und der durchschlagende Erfolg des Artikels hat die ARD offenbar dazu veranlasst ihr Faktenfinder-Team auf den Artikel, das publizierende Medium JouWatch und mich als Autoren loszulassen.

Herausgekommen ist dabei der Artikel »Flüchtlinge im Charterflugzeug  – Die unheimliche Umverteilung«, die die ARD prominent auf der Seite tagesschau.de platziert hat.

Der Artikel, der durchgehend von einer verleumderischen Intuition durchzogen ist, ist hier verlinkt, sodass sich jeder zwangsbeglückte Beitragszahler eine eigene Meinung dazu bilden kann.

Bevor ich auf die zahlreichen Widersprüche, Peinlichkeiten und meiner Meinung nach Falschnachrichten des ARD-Artikels eingehe, stelle ich zuvor die unbestrittenen und demnach bestätigten Aussagen meines Artikels dar. Die ARD-Auftragsschreiberlinge, Kirstin Becker und Wolfgang Wichmann, die dafür bekannt sind, für nichts bekannt zu sein, besitzen blamablerweise nicht einmal die Mindestanforderungen journalistischen Anstandes, die zutreffenden Aussagen meines Artikels auch klar als solche zu benennen. Denn dies würde ihren denunziatorischen Artikel vom ersten Satz an jeglicher Glaubwürdigkeit berauben. So bleibt es am Leser, nach unbestrittenen und bestätigen Aussagen zwischen den Zeilen suchen, was ich Ihnen an dieser Stelle gerne abnehme.

Es folgen unbestrittene Aussagen meines Artikels auf JouWatch:

  1. Die zitierten und abgebildeten geheimen Polizei- Dokumente sind echt. Die Authentizität der Dokumente wurde nach einer ARD-Anfrage, durch das Bayerische Innenministerium bestätigt.
  2. Die Dokumente sind geheim und mit dem entsprechenden Aufdruck als Verschlusssache (VS) gekennzeichnet, »VS – Nur für den Dienstgebrauch!«
  3. Die Bundesregierung fliegt Flüchtlinge mit Charterflugzeugen aus Griechenland ein
Foto: Screenshot
Faktenfinder oder mehr Fake-Fans? (Foto: Screenshot)

Bleibt als erstes Zwischenfazit festzustellen, dass die Überschrift meines Artikels somit vollumfänglich zutrifft.

  1. Der zitierte Lagebericht Nr. 732 vom 06.09.2017 und die daraus gefolgerten Schlüsse bleiben unwidersprochen und treffen zu:

» »53 unerlaubt eingereiste Personen auf«. Davon wurden »15 in Zügen festgestellt«. Des Weiteren wird bestimmt, dass diese 53 aufgegriffenen Migranten sämtlich den Aufgriffszahlen der Bundespolizei zugerechnet werden und keiner der Bayerischen Landespolizei. Mit dieser Regelung sollen Doppelzählungen vermieden werden, damit wird aber auch der Aufgriffsort in der Statistik unkenntlich gemacht. Statistisch kann so behauptet werden, dass an der der bayerischen-österreichischen Grenzen kaum noch illegale Einwanderung festgestellt wurde.«

  1. Auch die weiteren Passagen meines Artikels und erneute Zitate aus den geheimen Dokumente werden nicht bestritten:

»Bei der weiteren Analyse wird deutlich, dass die Masseneinwanderung nun von staatlichen Organen geleitet wird. Bilder, wie vom Münchner Hauptbahnhof, als Tausende Flüchtlinge gleichzeitig einreisten und von Journalisten gefilmt wurden, soll es nicht mehr geben. Dazu arbeiten die Behörden mit zwei Organisationseinheiten, die »Deutschlandausgleich« und »Bayernausgleich« lauten. Darunter fällt der Weitertransport mit Sonderzügen und Bussen von aufgegriffenen Einwanderern in das gesamte Bundesgebiet. So heißt es in einem Lagebericht zum Deutschlandausgleich, »Am gestrigen Tag erfolgte die Verteilung durch einen Bus in den Verteilerbereich West nach Bad Berleburg. Für den heutigen Tag ist ein Bus in den Verteilerbereich Südwest nach Heidelberg geplant.«

  1. Die weiteren Aussagen meines Artikels beziehen sich auf den Umstand, dass über 8000 Flüchtlinge aus Griechenland umgesiedelt wurden und dies nicht etwa »in Sonderzügen oder klimatisierten Reisebussen«, sondern mit eigens angemieteten Charterflugzeugen eingeflogen« werden.

Auch diese Aussage ist zutreffend und musste von den ARD-Journalisten bestätigt werden.

  1. Weiter geht es mit dem Lagebericht Nr. 551 vom 09.03.2017, 14:00 Uhr:

»Am 07.03.2017 reisten im Rahmen des Relocation – Verfahrens 236 Migranten (196 syrische Staatsangehörige, 39 irakische Staatsangehörige und ein Staatenloser) mit einem Charterflug aus Athen/Griechenland über den Flughafen München/BY nach Deutschland ein. Personen wurden am 08.03.2017 durch die KoSt-FV Bund zu ihren Zielorten weiterbefördert. 34 Personen wurden im Rahmen des Relocation – Verfahrens zur AE Deggendorf transportiert.«

Auch Punkt 7 bleibt unbestritten und entspricht der Wahrheit.

  1. »37. Relocation-Tranche aus Griechenland

Mit einem Charterflugzeug wurden am 10.08.2017, um 07:55 Uhr, 186 Personen von Griechenland nach Deutschland umverteilt. Beim Einsteigevorgang in Griechenland wurde auf Weisung der griechischen Polizei durch den GUA kein Lichtbildabgleich durchgeführt. Nach Landung um 07:10 Uhr wurden die Personen von Mitarbeitern des BAMF in Empfang genommen und mit Bussen zum Warteraum nach Erding verbracht. Dort erfolgte die Registrierung, Unterbringung und Weiterverteilung in die Bundesländer…«

Auch Punkt 8 bleibt vollkommen unbestritten und entspricht der Wahrheit.

Selbst der Skandal, des nicht durchgeführten Lichtbildabgleiches durch die griechische Polizei, kann wegen der vorliegende Polizei-Dokumente nicht bestritten werden.

Verehrter Leser, Sie reiben sich jetzt auch verwundert die Augen, denn beinahe 90 Prozent des Artikels sind nun besprochen und werden weder vom ARD-Tagesschau-Team bestritten, sondern im Gegenteil sogar größtenteils zwischen den Zeilen bestätigt.

Doch dann erscheinen die Journalisten des ARD Faktenfinder auf der Bildfläche und spinnen ein Netz aus Halbwahrheiten, Unterstellungen und Verleumdungen.

Die medialen Auftragsmörder der ARD bei der Arbeit

Um meinen Artikel, der im ersten Satz gleich mal als »ein skandalisierter Bericht« diskreditiert wird, nachhaltig zu schädigen, werfen die medialen Auftragsmörder der ARD, Kristin Becker und Wolfgang Wichmann, mit Schmutz um sich. Sie versuchen als erstes, das publizierende Medium, JouWatch, zu verleumden. Für ihre Zwecke benutzen sie einen Selbstmord aus Berlin. Ein Mann stürzte sich im September dieses Jahres in selbstmörderischer Weise eine Brücke hinab. Nach ersten Zeugenaussagen soll er zuvor versucht haben, ein AfD-Plakat zu zerstören. Diese Meldung verbreitete als einer der Ersten der »Berliner Kurier«, die »Berliner Zeitung« und das Webportal »tag24«. Von diesen Medien übernahm dann auch JouWatch diese Meldung. Als sich der AfD-Plakat Hintergrund jedoch nach Recherchen als falsch herausstellte, und somit als ein »normaler« Selbstmord, löschte der Seitenbetreiber von JouWatch sofort nach Kenntnis den entsprechenden Artikel. Der Artikel ist somit seit Wochen nicht mehr auf der Seite von JouWatch zu lesen.

ARD Faktenfinder verbreitet Falschmeldung

Doch dies scheint die beiden Faktengenies der ARD nicht davon abzuhalten, Unwahrheiten zu verbreiten. So haben Kirstin Becker und Wolfgang Wichmann ihren aktuellen Artikel, zu den eingeflogenen Flüchtlingen, zu einem älteren Artikel von Kristin Becker verlinkt, der noch heute (Stand 12. Oktober 2017 13:30 Uhr) behauptet: »Während die beiden Berliner Zeitungen die entsprechenden Berichte inzwischen gelöscht haben, sind die Beiträge von „tag24“ und „Journalistenwatch“ nach wie vor online und werden weiter auf Twitter und Facebook geteilt…«

Hierzu stelle ich fest, die aufgestellte Behauptung ist falsch.

Die ARD Faktenfinder starten also ihren eigenen Artikel mit einer Falschmeldung, um dadurch zu versuchen eine regierungskritische Medienseite zu verleumden.

Während Sie diese Zeilen lesen, prüft die Rechtsanwaltskanzlei von JouWatch in dieser Angelegenheit eine Abmahnung gegen die ARD, wobei sie sich ausdrücklich weitere juristische Schritt vorbehält.

 Lügen durch Verschweigen

Dann widmen sich die ARD-Schreiberlinge meiner Person, genauer gesagt, sie verschweigen jegliche Information zum Verfasser des so angegriffenen Artikels. Lediglich den Status eines Ex-Polizisten sprechen sie mir zu. Die beiläufige Erwähnung meines Namens ist beabsichtigt, sie lässt mich unkundig erscheinen, so, als ob ich in den Kellerräumen von JouWatch herangezüchtet wäre, um bei Bedarf Falschnachrichten zu verfassen.

Ich habe in den letzten Jahren sieben Bücher publiziert, darunter drei Spiegel-Bestseller. Ich habe fünf Sachbücher zum Themenbereich Innere Sicherheit veröffentlicht, dazu habe ich über hundert Interviews zu diesem Komplex geführt und wurde als Experte von nahezu allen Medien um meine Einschätzung gebeten. Ein kurzer Blick auf meine Amazon-Autorenseite hätte den beiden »Faktenprofis« ausgereicht, um diese alles schwarz auf weiß nachlesen zu können, doch diese seriösen Hintergründe verschwiegen Kirstin Becker und Wolfgang Wichmann der Öffentlichkeit.

Doch kommen wir zu dem Machwerk dieser beiden ARD-Journalisten zurück. Um ihren verleumderischen Artikel überhaupt dem Anschein einer Rechtfertigung zu verleihen, unterstellen sie mir, dass ich den Eindruck erwecken wollte, dass das gesamte EU-Umsiedlungsprogramm geheim wäre, der Öffentlichkeit nicht bekannt. Dies ist falsch, ich habe nie behauptet, dass das EU-Umsiedlungsprogramm geheim wäre, im Gegenteil. Ich habe in meinem Artikel ausdrücklich auf EU-Relocation-Verfahren hingewiesen, jedoch gleichzeitig deutlich bemängelt, dass diese 40 Flüge mit extra gecharterten Flugzeugen »im Geheimen« durchgeführt werden.

Der entsprechende Passus im Artikel lautet:

»Brisant werden die Dokumente, wenn es darum geht, wie die Bundesregierung das EU-Umsiedlungsprogamm umsetzt. Die Merkel-Regierung hat sich im Relocation-Verfahren verpflichtet zusätzliche 27.500 Flüchtlinge direkt aus Griechenland nach Deutschland umzusiedeln… Die Charterflieger starten in Athen, Griechenland und landen auf dem Münchner Flughafen. Bilder davon existieren kaum. Warum wird die deutsche Öffentlichkeit nicht über diese Flieger informiert? Will man den Bürgern die Bilder von vollverschleierten Frauen oder hunderten arabischen Männern nicht zumuten…«

Oder verehrte Tagesschau, über wie viele dieser Umsiedlungsflüge haben Sie berichtet? Wie viele Flieger haben Sie in den Abendnachrichten gezeigt und wie viele der bis jetzt 5312 eingeflogenen Männer haben Sie interviewt? Und deren vorgetragenen Flüchtlingsgeschichten überprüft und anhand von Fakten belegt bzw. widerlegt?

Wie viele verehrte Tagesschau?

Ich kann mich an keinen einzigen Beitrag bei Ihnen erinnern.

Taschenspielertricks zur Kostenverschleierung

Regelrecht stolz schreiben Kirstin Becker und Wolfgang Wichmann über ihre Rechercheergebnisse zu den Kosten der gecharterten Flugzeuge, denn ich hatte doch glatt gewagt, die Informationspolitik der Bundesregierung dahingehend zu kritisieren. Sie widersprechen sich zwar dabei innerhalb eines Absatzes selbst – aber diese Peinlichkeit fällt dann hier auch nicht mehr weiter ins Gewicht. So schreiben sie zuerst, dass der Bund erst ab Deutschlands Grenzen die Kosten übernimmt und anschließend, dass Griechenland vollständig alle Kosten trägt. Ihr finanzielles Fazit fällt dementsprechend vollmundig aus, »Die Charterflüge für Flüchtlinge aus Griechenland und Italien nach Deutschland belasten den deutschen Steuerzahler also nicht.«

Soso, jetzt lese ich gerade zufällig auf der Seite tagesschau.de den Artikel, »So viel Geld floss nach Griechenland … Auf rund 255 Milliarden Euro summieren sich die bisherigen Zahlungen aus den drei Rettungspaketen für Griechenland.«

Im Klartext, in Griechenland dreht sich kein Rad, ohne dass nicht ein deutscher oder europäischer Steuerzahler dafür bereits gezahlt hätte. Auf jeden Fall fliegen keine 40 Chartermaschinen mit Flüchtlingen aus Athen nach München, ohne dass dafür der deutsche Steuerzahler zur Kasse gebeten wird. Entweder direkt oder eben indirekt.

Bei der ARD gibt es keine polizeilichen »Geheimdokumente«

Der Artikel der ARD Faktenfinder, ich habe eben noch einmal nachgeschaut, sie nennen sich wirklich so, endet entsprechend blamabel.

Die Authentizität der vorliegenden »Geheimen Polizei Dokumente« scheinen die beiden ARD-Schreiberlinge schwer beschäftigt zu haben. Habe ich dies doch auch groß in der Schlagzeile verwendet. Wirklich ärgerlich.

Die beiden Faktenprofis Kirstin Becker und Wolfgang Wichmann erschaffen sich kurzer Hand ihre eigene Welt, in der Geheimdokumente auf einmal nicht mehr geheim sind. Und das geht so. Die Dokumente sind als Verschlusssache »VS – Nur für den Dienstgebrauch« gekennzeichnet. Sie sind somit für 82 Millionen Bürger dieses Landes nicht einsehbar, sie sind geheim. Selbst für Journalisten sind diese Dokumente geheim, selbst für besonders regierungskonforme ARD-Journalisten sind diese Polizei Papiere geheim. Aber, jetzt kommt es: Wenn ein Parlamentarier von den geheimen Polizeipapieren erfahren würde, könnte er, vorausgesetzt es würde ein dienstliches Interesse bestehen, einen Antrag zur Einsicht stellen. Und Simsalabim – schon sind Geheimdokumente nicht mehr geheim, auf jedenfall bei der ARD.

Epilog

Diese Art des verleumderischen Journalismus ist eine Schande.

Eine Schande für die ARD.

Eine Schande für den gesamten öffentlich-rechtlichen Rundfunk.

Und ganz konkret eine Schande für Kirstin Becker und Wolfgang Wichmann.

Stefan Schubert, Ex-Polizist und Bestsellerautor, ist bundesweit als Experte für Themen rund um die innere Sicherheit bekannt. Sein aktuelles Buch lautet: »No-Go-Areas: Wie der Staat vor der Ausländerkriminalität kapituliert«

Hier kann man das Buch erwerben:

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Wir würden uns freuen, wenn Sie uns bei dieser juristischen Auseinandersetzung unterstützen könnten:

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