Allahhand: Der Grüne Trittin über die CSU

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Der Scheinheilige (Foto: Collage)

Einmal im übertragenen Sinne gefragt: Hat Ihnen ein überzeugter Single schon einmal etwas über die Freuden des Ehelebens erzählt? Oder ein Blinder etwas über die Farbe? – Nicht? Dann sind Sie wahrscheinlich noch nie Jürgen Trittin begegnet. Ein Glückwunsch.

Von Max Erdinger

Und so steht es nun geschrieben: Vor die Gläubigen trat hin Trittin, um ihnen zu verkünden das Wort. Also sprach er als Prediger in der Zunge des Herrn: „(Die CSU) will dauerhaft den Familiennachzug unterbinden. Das ist eine Verleugnung urchristlicher Werte.“ – (Quelle: Rheinische Post, 10.10.2017)

Da sind wir wieder mal ganz baff. Daß sich der Jürgen Trittin aber auch so gut auskennt mit den urchristlichen Werten, – wer hätt´s gedacht? Es ist aber nicht mehr als ein billiger PR-Trick zur Aufpolierung des eigenen Images. Um urchristliche Werte geht es ausdrücklich nicht, weil Jürgen Trittin durchaus klar ist, daß es nicht viel braucht, um ihn als christlichen Analphabeten dastehen zu lassen.

Es geht um Authentizität. „Authentisch rüberkommen“ ist „In“. Der Vorwurf, die CSU verleugne urchristliche Werte, ist die Behauptung, die CSU sei nicht authentisch. Punktvorteil Trittin: Mit der Behauptung hat er nicht gelogen. Punktabzug Trittin: Gelogen hat er trotzdem. Es geht ihm nicht um die CSU, sondern um sich selbst. Trittin weiß: Man lenke die Aufmerksamkeit der Masse auf die fehlende Authentizität des Anderen – und niemand in der allgemeinen Besserwisserei wird die eigene in Frage stellen. Das kostet nichts und bringt ihm und den Grünen Imagevorteile nicht nur bei denen, die vom Mangel an christlicher Wahrheitsliebe bei der CSU genervt sind.

Wenn Seehofer ein schlauer Fuchs wäre, würde er nun kontern, daß er schon viel früher behauptet habe, Trittin verleugne urmarxistische Werte. Damit wäre dann wiederum Trittins Authentizität schwer beschädigt. Seehofer und Trittin könnten gemeinsam und mangelauthentisch zum Amt gehen, um sich einen Schwerbemangeltenausweis ausstellen zu lassen. In Deutschland gilt nämlich „keine Authentizität“ als so mangelhaft wie „appe Arme“. Überlegen Sie doch mal: Würden Sie einen Gebrauchtwagen eher bei „Freselam Afrika Export“ kaufen oder bei „Authentische Gebrauchte von Freudenberger“? – Na also. Authentizität ist schon wichtig. Vor allem im Showbusiness. Es gibt sogar Ratgeber zur Authenzität. Die Huffington Post titelte im Juli 2014 bereits: Sechs Dinge, die Sie authentisch machen.

Tatsächlich hätte es natürlich heißen müssen: „Sechs hinterfotzige Tricks, die Sie authentisch wirken lassen.“  Eine gewisse Ungenauigkeit scheint die Authentizität der Gegenwart zu sein. Aber so lange mit der alles stimmt, wollen wir nachsichtig und tolerant sein mit dem Gegenwartsgeschwätz. Oder auch nicht. Ich jedenfalls nicht.

„Für Segen bin ich als Atheist nicht zuständig.“ Das war die Antwort Jürgen Trittins im Jahr 2010 auf die Frage, ob er Renate Künast für eine Spitzenkandidatur zur Wahl des Berliner Abgeordnetenhauses seinen Segen gibt. So dokumentiert bei Spiegel Online.

Für Segen sind Atheisten wie Trittin tatsächlich nicht zuständig, sonst wäre Trittin irgendwann schon einmal segensreich gewesen. Warum er sich dann aber für zuständig hält, wenn es um die Verleugnung der urchristlichen Werte bei Anderen geht, läßt sich höchstens noch mit einem miesen Charakter erklären. Ob Jürgen Trittin wohl erstens keine Ahnung hat und zweitens auch noch einen miesen Charakter?

Wir erheben uns. Der Herr gebe unserem Bruder Jürgen Ahnung und bewahre ihn und den ganzen Erdkreis vor seinem miesen Charakter. Amen.

 

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