Das Ende der linken Diskurshoheit

Die Lustigen von links (Foto: Collage)
Karneval im Schulzzug (Foto: Collage)

Nach dem Wahlsieg Trumps in den USA, dem guten Abschneiden des Front National bei den französischen Präsidentschaftwahlen und dem sensationellen, zweistelligen Einzug der AfD in den Bundestag steht fest: Die linke Diskurshoheit bröckelt auch im Westen an allen Ecken und Enden. Die Linke reagiert panisch und aggressiv.

von Max Erdinger

Bei Welt/N24 vor zwei Tagen erschienen – Zitat: An Polens Grenzen haben sich am Samstag mindestens 150.000 Katholiken für ein Rosenkranzgebet getroffen. ( … ) Von Gegnern wurde die Aktion als islamophob verurteilt. Sie sahen das Massengebet wegen verschiedener Äußerungen von Teilnehmern und Geistlichen als explizit gegen Muslime gerichtet. ( … ) Zu dieser Einschätzung hatte unter anderem Krakaus Erzbischof Marek Jedraszewski beigetragen, der sagte, die westlichen Nationen müssten zu ihren christlichen Wurzeln zurückkehren, „damit Europa Europa bleibt“. Eine Teilnehmerin der Aktion sagte zur Nachrichtenagentur AP: „Der Islam will Europa zerstören und uns vom Christentum abkehren.“ – Zitatende.

Das Schlimmste für Linke ist, wenn man ihnen signalisiert, daß einem ihre Unkultur des Verdachts am Allerwertesten vorbeigeht. Meinereiner ist über das Stadium hinaus, in dem er noch glaubte, sich vor Linken rechtfertigen zu müssen. Und immer mehr Leuten geht es wie mir. Je mehr Leute die Absichten hinter politisch-korrekten, also linken Sprachregelungen erkennen, desto lächerlicher wirkt diese gesinnungsterroristische Pestilenz, die es in den vergangenen Jahrzehnten geschafft hat, sich trotz ihres evidenten Wahnsinns zur allgemein anerkannten moralischen Instanz aufzublasen.

Wie lächerlich sie dabei geworden ist, sieht man an dem obigen Auszug aus der „Welt/N24“-Meldung: „Von Gegnern wurde die Aktion als islamophob verurteilt.“

Was Gegner von Gläubigen, die sich zum Beten des Rosenkranzes an der Grenze ihres katholischen Landes treffen, als islamophob, als Blutwurst oder als Hühnerkacke vorkommt, was ihnen gefällt und was nicht, wovor sie warnen und was sie verurteilen, – es ist völlig egal. Es ist einfach nicht mehr von Interesse. Mit der europäischen Linken hat es sich ausdiskutiert – und das hat sie sich selbst zuzuschreiben. Sie ist nur noch das eitrige Furunkel am Arsch der europäischen Nachkriegsgeschichte.

Die Linke hat selbst jahrzehntelang jede argumentative Auseinandersetzung gescheut und sich im Wahn ihrer eigenen Unfehlbarkeit damit begnügt, Andersdenkende – zumeist Klügere –  zu etikettieren. Meldungen wie in der Welt sind nur noch dazu da, eine Relevanz dieser „Gegner“ zu suggerieren, die es nicht mehr gibt. Der Islam ist dermaßen -phob gegen alles außer sich selbst, daß „Islamophobie“ jeden Europäer zum aufgeweckten Kerlchen adelt. Wer etwas auf sich hält, ist „islamophob“. Sogar, daß er dabei einen Begriff akzeptiert, der ihm statt eines gesunden Menschenverstandes eine Krankheit unterstellt, die Phobie nämlich, interessiert nicht mehr. Er erwartet von Linken gar nichts anderes. Er weiß, daß die Linke vor lauter Selbstgerechtigkeit stinkt wie ein gewaltiger Misthaufen.

Es gilt, die Linke lächerlich zu machen, wo immer das geht. Das geht schon wegen ihres grenzdebilen Sprachgebrauchs ziemlich einfach. Nehmen wir das beliebte Linkenwörtchen „umstritten“. Im Englischen wird es als „controversial“ ebenso häufig verwendet wie im Deutschen. Die britische BBC meldete auf Twitter über das Gebet an der Grenze: „Poland Catholics hold controversial prayer day on borders“. (Polnische Katholiken veranstalten umstrittenen Gebetstag an der Grenze). Ein schlagfertiger Pole antwortete kurz darauf: „What is controversial in it? That they are not using carpets?“ (Was ist das Umstrittene daran? Daß sie keine (Gebets)teppiche verwendet haben?“ – schon lacht das Internet über die dumme BBC. Das wird noch eine ganze Weile so gehen, weil es nämlich noch eine ganze Weile dauern wird, bis die Linken nicht mehr ignorieren können, daß sie zu lächerlichen Figuren geworden sind. Ein bißchen gewalttätig werden sie währenddessen auch noch werden vor lauter Frust. Damit werden wir leben müssen – und erst später noch einmal darauf zurückkommen.

Linke sind bekanntlich Staatsfetischisten par excellence. Man haue ihnen das um die Ohren, etwa so: „Staat ist, wenn du Grenzen Grenzverletzern überlässt, dann aber für Grenzverletzer Obergrenzen einführst, die unbegrenzt sind.“ Man muß ihre Bigotterie, ihre Doppelstandards, ihre alogische Argumentation und ihre völlig verkommene Moral ständig ans Licht zerren und sich lustig darüber machen. Immerhin würde ein Linker eine Bakterie, die auf dem Mars entdeckt wurde, jubelnd als „Leben im Weltall “ bezeichnen, einen zehn Wochen alten Embryo auf der Erde aber nicht als Leben auf der Erde. Der Subjektivismus der Linken liefert zuverlässig jede Menge Spottmaterial, mit dem sie sich bloßstellen lassen.

Vor allem muß man damit anfangen, ihre Sprachregelungen konsequent dort anzuwenden, wo sie es selbst nicht tun. Der Linke spricht von Mitbürgerinnen und Mitbürgern (wenn er nicht gleich alle unterschiedlos als „die Menschen“ tituliert), von Wählerinnen und Wählern, inzwischen sogar von Christinnen und Christen. Folglich sprechen wir laut und deutlich von Verkehrssünderinnen und Verkehrssündern, von Vergewaltigern und Vergewaltigerinnen, Straftäterinnen und Straftätern. Da reicht dem Linken nämlich die männliche Form. Er redet von Menschen mit Migrationshintergrund, wo unsereiner von Einwanderern oder Invasoren spricht. Reden wir doch von Menschen mit Migrationshintergrund im Vordergrund! Nennen wir einen Kongolesen in Köln einfach einen „Menschen mit Domhintergrund im afrikanischen Vordergrund“. Sagen wir niemals „Martin Schulz“, ohne ein „umstritten“ voranzustellen: Der umstrittene Martin Schulz. Nennen wir keinen linken Politiker einfach einen Politiker, keinen linken Schreiberling einfach einen Journalisten, sondern sagen wir stattdessen „Mensch mit Geschwätzhintergrund“ und „Mensch mit Desinformationshintergrund“. Nennen wir einen Reichen nicht einfach einen Reichen, sondern einen „Menschen mit gelungener Wohlstandsintegration“. Warum sollte Anders Breivik rein sprachlich auf alle Zeiten ein „rechtsextremistischer Terrorist“ bleiben“? Er könnte doch auch zum „Menschen mit defizitärer Sozialisationsteilhabe“ werden?

Ich denke, es ist klar, worauf ich hinauswill. Man sollte die Linken persiflieren, wo immer das geht. Man hätte die Lacher auf seiner Seite. Was ist ein SPD-Parteitag? – Eine Packversammlung. Wie nennen wir die Grünen? – Die Ewiggestrigen. Warum sollten wir „die Linke“ nicht auch „die Honeckers“ nennen? Und überhaupt: Warum sollten wir den Streit mit den Linken nicht auf intelligente, witzige Art eskalieren lassen? So viel ist sicher: Geist und Humor sind mit uns. Die Linken haben weder das eine noch das andere. Die kennen nur selbstgerechte Klugscheißerei und Verbiesterung – idealtypisch personifiziert in der Visage von Ralf Stegner.

Zum Schluß fordere ich von den Masochisten unter den Linken, die das Jouwatch-Lesen partout nicht lassen können, daß sie aufhören, mich als „Arschloch“ zu bezeichnen. Ich bestehe darauf, als „Mensch mit sozialethisch fragwürdigem Charakter“ tituliert zu werden. Freunde dürfen mich selbstverständlich auch weiterhin ihren Freund nennen.

Wandere aus, solange es noch geht!
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