Rassistischer Anschlag auf Berliner Moschee

Bild: JouWatch
Hier sehen sie eine moderate Moschee. Hier sehen Sie eine radikale Moschee (Bild: JouWatch).

Mehr als erzürnt dürfe der Imam der als salafistisch eingestuften und vom Verfassungsschutz „beobachteten“ Dar-Assalam-Moschee („Neuköllner Begegnungsstätte“) gewesen sein, die sich einer wachsenden Beliebtheit erfreut (was dem VS „Sorge bereitet“), als er am Samstag seine Moschee betrat: An die Tür der Moschee, die sich „tolerant“ (Taqiyya), gibt, aber offenbar Kontakte zur Muslimbruderschaft unterhält, war ein Blatt mit 40 Thesen zur Reform des Islams geheftet!

Von Verena B.

Wer ist für diesen rassistischen Anschlag verantwortlich? AfD-, PEGIDA, Identitäre, die Hooligans oder gar die Reichsbürger? Nein, Täter war der Freiburger Islamwissenschaftler, Religionspädagoge und Scharia-Gegner Abdel-Hakim Ourgi, Mitbegründer der liberalen Berliner Ibn-Rushd-Goethe-Moschee, der die Ansicht vertritt, dass nur ein reformierter Islam zu Deutschland gehört. Am Vortag hatte er sein Buch „Reform des Islam. 40 Thesen” vorgestellt.

„Es braucht eine ehrliche Debatte über den Koran.“

Bei der Buchpräsentation am Freitagabend in Berlin betonte Ourghi: „Nur ein reformierter Islam gehört zu Deutschland.” Es brauche eine ehrliche Debatte über aus dem Koran begründete Gewalt, die Unterdrückung von Frauen oder die Ausgrenzung und Verfolgung Andersdenkender im Namen der Religion: „Wir müssen auch über die dunklen Seiten des Islam reden.”

„Es gibt keine Gottesliebe ohne Menschenliebe.”

Vom Buchstabenglauben müsse der Islam sich verabschieden, forderte Ourghi: Nötig sei eine historisch-kritische Interpretation des Koran und der bewusste Abschied von bestimmten Koransuren mit Gewaltbegründungen wie in den sogenannten Schwertversen. Feststehe: „Es gibt keine Gottesliebe ohne Menschenliebe”, sagte der Islamforscher.

Kritik an der Bundesregierung

Ourghi kritisierte bei der Buchpräsentation auch scharf die Politik der Bundesregierung, vor allem mit Islamverbänden wie Ditib oder dem Zentralrat der Muslime in Deutschland zusammenzuarbeiten. Man mache einen Fehler, wenn man versuche, das Staat-Kirche-Verhältnis auf den Islam zu übertragen. „Verbände wie Ditib sind keine Glaubensgemeinschaften, sondern Kulturvereine”, sagte Ourghi. Sie folgten einer nationalen, ethnischen und politischen Agenda und seien meist aus dem Ausland gesteuert. „Der Staat braucht muslimische Ansprechpartner. Dabei kommt es nicht auf die Zahl der Menschen an, sondern auf die Werte, die jemand vertritt”, betonte der Islamwissenschaftler.

„Keine Religion darf über den Menschenrechten stehen.”

Der 1968 in Algerien geborene Ourghi leitet seit 2011 den Fachbereich Islamische Theologie und Religionspädagogik an der Pädagogischen Hochschule Freiburg. Begleitet wurde er bei der Buchpräsentation von Seyran Ates, der Leiterin der Berliner Reformmoschee „Ibn Rushd – Goethe”, zu deren Mitbegründern Ourghi gehört. Sie unterstrich das humanistische Anliegen der Islamreformer: „Keine Religion darf über den Menschenrechten stehen.”

Dem pflichtete bei der Buchvorstellung auch der Islamkritiker Hamed Abdel-Samad bei. Der Deutsch-Ägypter bezweifelt allerdings, dass der Islam reformierbar ist. Wenn überhaupt müssten die Impulse für einen reformierten, aufgeklärten Islam aus der Freiheit des Westens kommen. „Martin Luther hatte bei seiner Reformation das Glück, dass einige Fürsten ihn unterstützten und schützten”, sagte Abdel-Samad. „Eigentlich sollte der Westen unsere Fürsten sein. Aber in Deutschland hält man sich lieber an die konservativen Islamverbände.”

1517 hatte Martin Luther (1483-1546) seine 95 Thesen gegen die Missstände der Kirche seiner Zeit veröffentlicht, die er der Überlieferung nach am 31. Oktober an die Tür der Wittenberger Schlosskirche nagelte. Der Thesenanschlag gilt als Ausgangspunkt der weltweiten Reformation, die die Spaltung in evangelische und katholische Kirche zur Folge hatte.

Evangelischer Pfarrer missbilligt Thesenanschlag als „reine Publicity-Aktion“.

Pfarrer Martin Germer von der evangelischen Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche warf Ourghi vor, seinen Thesenanschlag nicht bei der Moscheegemeinde angekündigt, sondern nur die Medien informiert zu haben. Gäbe es eine ähnliche Aktion an seiner Kirche, würde er das Hausrecht geltend machen, schrieb Germer in einem offenen Brief an Ourghi.

Es sei zu fragen, wie der Buchautor mit Reformgedanken in die Welt der Muslime hineinwirken wolle, wenn er dabei nicht das Gespräch mit denen suche, die den Islam vertreten, kritisierte Germer. Nach der „Katastrophe am Breitscheidplatz“ war auch Pfarrer Germer „zutiefst erschüttert“ und zündete ein Kerzlein an.

Kein liberaler Islam in Sicht

Statt auf dem weltweiten Durchsetzen universeller Menschenrechte zu beharren und damit, Schariagehorsam und Schariagesetze zurückzuweisen, entwirft man also jetzt mal wieder die soundsovielte angebliche Islamreform. 2016 wurde der Islam bereits „reformiert“ vom Abteilungsleiter für Islamische Theologie / Religionspädagogik an der Pädagogischen Hochschule Freiburg als dem Initiator der Freiburger Deklaration Abdel-Hakim Ourghi (Deutschland) sowie von Dr. Amer Albayati (Österreich), Saïda Keller-Messahli (Schweiz), Dr. Elham Manea (Schweiz) und Ali Ertan Toprak (Deutschland).

Zwei konträre Interpretationen des Islams aus muslimischer Sicht

Mustafa Kemal, der Begründer der säkulären, westlich orientierten Türkei, genannt Atatürk: “Diese Hirtenreligion eines pädophilen Kriegstreibers ist der größte Klotz am Bein unserer Nation!” „Der Islam gehört auf den Müllhaufen der Geschichte!“ „Seit mehr als 500 Jahren haben die Regeln und Theorien eines alten Araberscheichs (Mohammed) und die abstrusen Auslegungen von Generationen von schmutzigen und unwissenden Moslems in der Türkei sämtliche Zivil- und Strafgesetze festgelegt. Sie haben die Form der Verfassung, die geringsten Handlungen und Gesten eines Bürgers festgesetzt, seine Nahrung, die Stunden für Wachen und Schlafen, Sitten und Gewohnheiten und selbst die intimsten Gedanken. Der Islam, diese absurde Gotteslehre eines unmoralischen Beduinen, ist ein verwesender Kadaver, der unser Leben vergiftet. Die Bevölkerung der türkischen Republik, die Anspruch darauf erhebt, zivilisiert zu sein, muss ihre Zivilisation beweisen, durch ihre Ideen, ihre Mentalität, durch ihr Familienleben und ihre Lebensweise.“

Quelle: Mustafa Kemal Pâscha “Atatürk” (Jacques Benoist-Méchin, “Mustafa Kemal. La mort d’un Empire”, 1954)

Recep Tayyip Erdogan, türkischer Staatspräsident: Erdogan sagte im Kanal D TV über den Begriff „moderater Islam“, der im Westen oft zur Beschreibung seiner Partei AKP benutzt wird: „Diese Bezeichnungen sind sehr hässlich, es ist anstößig und eine Beleidigung unserer Religion. Es gibt keinen moderaten oder nicht-moderaten Islam. Islam ist Islam und damit hat es sich.“

Quelle: Milliyet, Turkey, 21.08.2007

„Islam will dominate the world!“

Um einen reformierten Islam dürfte es sich also dabei kaum handeln. Besten Dank, wir haben verstanden!

 

 

 

 

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