Wird es zu vorgezogenen Neuwahlen kommen?

Foto: Collage/Shutterstock
Foto: Collage/Shutterstock

Die Sondierungsgespräche für eine sogenannte Jamaika-Koalition bahnen sich an. Sollten diese platzen, würde dies vor allem einer Fraktion massiv schaden, die nunmehr zum Erfolg verdammt scheint.

Von Jürgen Fritz

2017-10-08

Großer Verlierer bei vorgezogenen Neuwahlen wäre die Union

Eine Fraktion scheint bei den Verhandlungen zu einer sogenannten Jamaika-Koalition (CDU + CSU + FDP + Grüne) mehr zum Erfolg verdammt als alle anderen, die Union. Denn käme es zu vorgezogenen Neuwahlen, dann würden vor allen Dingen CDU und CSU mit weiteren Verlusten rechnen müssen. Wahl-O-Matrix, Deutschlands führendes Meta-Analyse-Tool mit den genauesten Wahlprognosenvon allen (gegründet von Jürgen Fritz), würde derzeit mit weiteren Verlusten der Union von mindestens zwei Prozentpunkten rechnen, wenn nicht sogar mehr. CDU/CSU könnten also von 32,9 auf 31 Prozent fallen, eventuell noch tiefer, da der Trend weiter nach unten zeigt.

Bei der SPD wird nichts besser

Auch die SPD müsste unter Umständen nochmals Verluste hinnehmen, wenngleich nur leichte. Hier könnte es von 20,5 auf 20 Prozent gehen, was dann wohl auch keinen großen Unterschied mehr machen würde bei den Genossen. Eine 1 vorne, z.B. 19,9 Prozent, wäre natürlich ein absolutes Novum für die einstmals so stolze Arbeiter- und dann sogar Volkspartei, die nur noch ein Schatten ihrer selbst zu sein scheint. In Frankreich liegen die Sozialisten nach fünf Jahren Hollande, dem französischen Martin Schulz, gerade noch bei um die 6 Prozent.

Großer Gewinner: Die Grünen – Cem Özdemir der nächste Außenminister?

Größter Gewinner dürften dagegen die Grünen sein, die im Falle von vorgezogenen Neuwahlen aktuell von 8,9 auf gut 10 Prozent steigen könnten, was ihre Verhandlungsposition bei den Jamaika-Sondierungsgesprächen nicht gerade schwächen dürfte. Die Grünen werden für sich, so vermuten viele, das Außenministerium beanspruchen und wahrscheinlich mit Cem Özdemir besetzen wollen.

FDP weiter stark – Lindner bald Finanzminister?

Die FDP könnte ihr unerwartet starkes Ergebnis von 10,7 Prozent vermutlich halten, wahrscheinlich sogar noch leicht steigern. Wahl-O-Matrix sagt: Auch 11 Prozent wären derzeit für die FDP drin, eventuell sogar ein klein wenig mehr.

Die FDP wird bei den Verhandlungen das Finanzministerium für sich beanspruchen. Hier wäre Christian Lindner oder Wolfgang Kubicki der Favorit für diesen Posten.

Auch die AfD bleibt stark

Die Alternative für Deutschland, die mit über 12,6 Prozent ein furioses Ergebnis hingelegt hat am 24. September mit einer Steigerung von fast 170 Prozent (fast 8 Prozentpunkte) von 4,7 auf 12,6 Prozent, würde bei vorgezogenen Neuwahlen stark bleiben, könnte ihr Ergebnis sogar nochmals steigern. Wahl-O-Matrix-Prognose: Die AfD würde bei Neuwahlen derzeit 13 Prozent kommen, vielleicht sogar 14.

Dadurch steigt der Druck, Neuwahlen zu vermeiden

Dies könnte insofern wichtig sein für die Koalitionsverhandlungen, als die vier Jamaika-Parteien nicht damit rechnen können, die AfD bei Neuwahlen kleiner zu kriegen. Ganz im Gegenteil, sie müssen davon ausgehen, dass dann sogar noch mehr Parlamentssitze an die ungeliebten neuen Kollegen fallen werden.

Dies wird den Druck auf alle erhöhen, Jamaika irgendwie zustande zu bringen, ganz besonders aber auf eine Frau, deren weiteres politisches Schicksal nun vollends an die kommenden Verhandlungen zunächst mit der CSU, dann mit FDP und Grünen geknüpft sein dürfte. Angela Merkel kämpft nunmehr um ihr nacktes politisches Überleben.

Abschließender Hinweis

Der Autor dieses Artikels erlaubt sich, in aller Bescheidenheit darauf hinzuweisen, dass er bereits vor Wochen und Monaten just dies als einzige Möglichkeit vorausgesagt und detailliert beschrieben hat, Merkel entmachten zu können.

Wandere aus, solange es noch geht!
Finca Bayano in Panama.

.
Loading...