Schlaflose Nächte

Foto: JouWatch
Der Herr ist ein wenig in Schieflage geraten (Foto: JouWatch)

Es gibt in diesem Land sicherlich viele Bürger, die nachts nicht schlafen können, auch weil sie traumatisiert sind, Angst vor Migrantengewalt haben und sich vor Sorgen um ihre Zukunft im Bett herum wälzen und kein Auge zu machen können.

Es gibt in diesem Land viele Frauen, die unter Schlafstörungen leiden, weil sie vergewaltigt oder sonst wie erniedrigt wurden, es gibt viele Menschen in diesem Land, die Schicksalsschläge wegstecken müssen und welche die vor Trauer und Kummer nicht zur wohl verdienten Ruhe kommen.

Und es gibt einen Martin Schulz, der millionenschwer ist und sich garantiert keine Sorgen um die Zukunft machen muss. Aber auch er leidet unter Schlafstörungen, wie die dts-Nachrichtenagentur vermeldet:

„SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz hatte nach der Wahlniederlage mit Schlafproblemen zu kämpfen. „Ich bin in den ersten Nächten trotz der Anstrengung des Wahlkampfs gar nicht erst in den Schlaf gekommen“, sagte Schulz der „Bild am Sonntag“. Das Wahlergebnis habe ihn „im Kern“ in seiner Persönlichkeit getroffen.

„Völlig klar, dass ich die Hauptverantwortung für diese Niederlage trage. Ich glaube, so ein Ergebnis kann man nicht einfach wegstecken“, sagte Schulz. Er selbst sei im Wahlkampf an seine „physischen Grenzen gegangen“.

Dann ein solches Ergebnis zu bekommen, werfe Fragen auf: „Welche Fehler hast du gemacht? Was muss die SPD inhaltlich und strukturell anders machen?“ Konkret nach seinen persönlichen Fehlern gefragt, sagte der SPD-Chef: „Ich hätte das Europathema stärker machen müssen. Es ist und bleibt mein Thema.“ Nicht als Fehler sieht Schulz, dass er im Wahlkampf einem Reporter 150 Tage innerste Einblicke gewährte.

Er bereue diese Entscheidung nicht. „Ich habe gezeigt, dass ich ein ganz normaler Mensch bin. Dass ich für meine Sache bis zur Erschöpfung kämpfe. Und manchmal mache ich das, was alle anderen Menschen auch machen: fluchen, enttäuscht sein, euphorisch jubeln.“ Anders als in der Reportage des „Spiegel“ zitiert, glaube er nicht wirklich, dass die Leute ihn peinlich gefunden hätten, so Schulz. „Wenn man sich ganz nüchtern die Realität anschaut, fanden mich die Leute nicht peinlich und haben auch nicht gelacht. Das Gegenteil war der Fall. Wir hatten volle Plätze, enthusiastische Zuhörer bei meinen Reden. Aber ich bin auch ein emotionaler Mensch. Und natürlich reagiere ich dann auch auf sinkende Umfragewerte. Ich bin, so wie ich bin, ich verstelle mich nicht.“ Gefragt, warum er Bundeskanzlerin Angela Merkel nach Schließung der Wahllokale in der Elefantenrunde heftig attackierte, sagte Schulz: „Das nimmt man in der Situation selbst nicht so wahr. Die Elefantenrunde begann am Wahlabend zwei Stunden nach Schließung der Wahllokale. Ich gebe zu: Da war ich noch voller Wahlkampf-Adrenalin.“

Müssen wir mit dieser Schlaftablette jetzt Mitleid haben?

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