Amsterdam: Touristen unerwünscht!

Jouwatch Bildmontage: Innenstadt in Amsterdam
Jouwatch Bildmontage: Innenstadt in Amsterdam

Ab sofort ist die Anmeldung eines Gewerbes in der Innenstadt von Amsterdam für Souvenir Shops, Fahrradverleihe, Schnellimbisse, Eis-, Waffel- und Käsestände nicht mehr möglich. Vertreter der Stadt sagten, dass sie so versuchen wollen, den Massentourismus in Amsterdam einzuschränken.

Von Bianca Hoe

Die Stadt der Grachten folgt damit Spanien und Italien, wo es bereits zu Protesten gegen den zunehmenden Tourismus kam (JouWatch berichtete).

Kajsa Ollongren, Bürgermeisterin Amsterdams, erklärte: „Touristen sind herzlich willkommen, aber wir wollen versuchen, den Massentourismus ein wenig einzudämmen, der auf unseren bezaubernden Straßen, Kanälen und in den Wohnvierten zugenommen hat.“

„Ich sehe nur noch Geschäfte, die ein und dasselbe wiederholt anbieten, wobei Touristen die Zielgruppe sind.“

Der niederländischen Zeitung Parool sagte sie: „Die Situation erfordert ernste Maßnahmen.“

Die Stadt, die im vergangenen Jahr 7,8 Millionen Besucher und 280 Touristenbetriebe zählte, plant ebenso Neueröffnungen von Bier-, Erotik- und Cannabis-Museen zu untersagen.

Kajsa Ollongren erklärte: „Wir möchten sicherstellen, dass die Stadtmitte für die Bewohner Amsterdams attraktiv und lebenswert bleibt.“

Es ist nicht das erste Mal, dass Amsterdam sich bemüht, die Anzahl der Urlauber, die die Stadt besuchen, zu verringern.

Neue Hotels wurden bereits in der Altstadt verboten und Privatpersonen, die Zimmer an Touristen vermieten möchten sind verpflichtet, die Stadtverwaltung zu informieren.

Im letzten Monat war Mallorca in die Schlagzeilen geraten, als die Stimmung der Einwohner gegen britische Touristen in Wut umschlug und mehr als 3.000 wütende Spanier auf die Straßen von Palma gingen, um gegen Briten, Deutsche und Besucher aus nordischen Ländern zu demonstrieren.

Spanien sieht sich in jünster Vergangenheit mit einer zunehmenden Zahl an gewaltätigen Protesten gegen Touristen konfrontiert und es finden sich immer öfter Parolen in Form von Graffiti auf Häusern, auf denen zu lesen ist, dass die Touristen nach Hause gehen sollen.

In Italien riefen die Bewohner Venedigs dazu auf, eine Höchstgrenze für Touristen einzuführen, die einreisen dürfen, da die Stadt mit der Belastung durch die Besuchermassen zu kämpfen hat.

Im August wurde im spanischen Palma ein Restaurant von Randalierern umringt und Gäste beschimpft. Die Demonstranten verwüsteten zudem öffentliche Plätze mit Slogans wie: „Der Tourismus tötet die Stadt“ oder „Touristen geht nach Hause“.
Ein Mob verunstaltete die Räumlichkeiten des Fremdenverkehrsamts in Bilbao und erzürnte Einwohner marschierten am Strand von Barcelona, bewaffnet mit Transparenten und Plakaten, um Urlauber einzuschüchtern.

Barcelona und andere spanische Regionen, darunter San Sebastian und Mallorca, erlebten bisher die größten Proteste gegen den Massentourismus. Im letzten Jahr zählte das Land 75,6 Millionen Gäste, die ihren Urlaub im Land verbrachten.

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