IS reklamiert Las Vegas wieder für sich

IS-Newsletter Naba zeigt das Mandalay Bay Hotel (Foto: Twitter)
IS-Newsletter Naba zeigt das Mandalay Bay Hotel (Foto: Twitter)

Der IS hat zum dritten Mal die Verantwortung für den Anschlag von Las Vegas übernommen. Beweise hat er immer noch keine vorgelegt.

„Als Antwort auf den Aufruf des Befehlshabers der Gläubigen (IS-Begründer Abu Bakr al-Baghdadi) gegen die Kreuzfahrerallianz, und nach sorgfältiger Beobachtung der Kreuzfahrertreffen in der Stadt Las Vegas in den Vereinigten Staaten hat ein Soldat des Kalifats (Abu Abd el-Bar al-Amriki) – möge Allah ihn zu sich aufnehmen – mit Maschinengewehren und verschiedener Munition von einem Hotelzimmer aus auf eine Menge von Konzertbesuchern geschossen und dabei 600 verwundet oder getötet, bis dem Soldaten die Munition ausging und er zum Märtyrer wurde.“

So schreibt der Islamische Staat in einer Nachricht auf dem verschlüsselten Telegram-Dienst Nashir News. Auf dem Newsletter Naba #100 wiederholte der IS ebenfalls die Behauptung mit einem blutroten Bild des Mandalay Bay Hotels, wo der Schütze Stephen Paddock sich verborgen hatte.

Die New York Times-Korrespondentin Rukmini Callimachi, die das Bild gepostet hatte, äußerte Zweifel an der Darstellung, da der IS sich üblicherweise auf junge Männer als Rekruten stützt. „Wenn dieser Mann tatsächlich zur IS gehört, wird er der älteste Rekrut in den USA seit über zehn Jahren sein“, so Callimachi, die an der Echtheit der Behauptung zweifelte: „Eine andere Erklärung wäre, dass ihnen das Personal ausgeht. Sie werden schlampig.“

Bislang hat der IS keine Informationen über Paddock oder den Anschlag veröffentlicht, die nicht schon allgemein bekannt waren. Außerdem widerspricht die Darstellung auf Nashir News in einigen Details den Tatsachen. Paddock verwendete bei seinem Anschlag umgebaute Halbautomaten, keine „Maschinengewehre“. Außerdem wurde der Anschlag unterbrochen, als der Rauchmelder die Sicherheitskräfte zu seinem Zimmer führte, nicht als ihm „die Munition ausging“. Er hatte noch hunderte Schuss Munition als er sich selbst richtete. Ermittler gehen davon aus, dass Paddock vorhatte zu fliehen. Außerdem hatte Paddock von 12 Monaten begonnen, Waffen einzeln zu kaufen, um Meldepflichten zu umgehen, was der IS-Darstellung widerspräche, er sei von 6 Monaten konvertiert.

CBS News meldete, der Immobilien-Millionär Paddock sei ein Stammgast im Mandalay Bay gewesen, ein „professioneller Pokerspieler“ und „High Roller“, der um Summen von über 10.000 Dollar spielte und deshalb besondere Behandlung vom Hotelcasino bekam. „Er bekam Autos und Schecks über 250.000 Dollar und lauter Zeug vom Hotel“, so sein Bruder Eric Paddock. Die Hotelsuite, von dem aus Paddock geschossen hatte, hatte er ebenfalls gratis bekommen.

Sheriff David A. Clarke: „Ich bin immer misstrauisch.“ (Foto: Twitter)
Sheriff David A. Clarke: „Ich bin immer misstrauisch.“ (Foto: Twitter)

Der Ex-Sheriff von Milwaukee David A. Clarke, ein prominenter Trump-Unterstützer, sagte auf Twitter „Ich bin seit 40 Jahren Gesetzeshüter und ich bin immer misstrauisch. Wir müssen die Öffentlichkeit besser informieren.“

 

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