Die „Welt“ und der Jude

George Soros, Quelle: Wikimedia
George Soros, Quelle: Wikimedia

Fast jeder kennt den Bösewicht Soros. Fast jeder weiß über seine milliardenschweren politischen Investitionen, die den globalen Sozialismus auf Vordermann bringen und die muslimische Einwanderung befeuern sollen. Der Ganove hat wirklich fast in jedem Land seine schmutzigen Finger im Spiel.

Von Thomas Böhm

Und es gehört zur Pflicht eines freiheitlich denkenden Menschen, also auch Journalisten, die Bürger über die Schandtaten dieses Finsterlings aufzuklären.

Dabei spielt es überhaupt keine Rolle, an was dieser Mann in seinem Privatleben glaubt. Er könnte auch dem Irrglauben unterliegen, Hertha BSC würde in diesem Jahr noch deutscher Meister werden, es wäre egal.

Die „Welt“ sieht das ein wenig anders, sie hält es für bedeutend, beim Thema Soros mal wieder eine Religion ins Spiel zu bringen:

Es geht um dieses Thema:

Orbán fährt neue Kampagne gegen US-Milliardär Soros. Seit US-Finanzguru Soros seine Thesen zur Migrationspolitik vorstellte, ist er für Premier Orbán Staatsfeind Nr. 1. Jetzt werden die Bürger in einer kruden Umfrage der Regierung zu dessen vermeintlichen Plan befragt…

Und hier die entscheidende Passage:

…Orbáns Vorwurf ist nur eine von vielen, teilweise antisemitischen Unterstellungen, die sich um den Milliardär ranken: Soros solle versuchen, Regierungen zu stürzen, und einer jüdischen Weltverschwörung angehören. Laut „Forbes“ zählt Soros mit einem Vermögen von 25 Milliarden Dollar zu den 30 reichsten Menschen der Welt…

Damit unterstellt die „Welt“, dass Orbán – zumindest könnte man das so interpretieren – gegen Soros kämpft, weil dieser ein Jude ist. Abgesehen davon, ist es keine Verschwörungstheorie, dass Soros geäußert hat, Europa soll pro Jahr einen Million Migranten aufnehmen (JouWatch berichtete).

Damit entblößt sich Florian Gehm unfreiwillig selber als Antisemit, aber das wird er gar nicht mitbekommen haben.

Hans Friedrich schreibt dazu auf Facebook:

„Hättet Ihr verkappten Presseantisemiten mir das nicht in jedem Artikel unter die Nase gehalten, hätte ich es gar nicht gewußt.

George Soros ist uns ein Gräuel, wir finden ihn zum kotzen, wir halten ihn für einen Aufwiegler, Drahtzieher und für sehr gefährlich. Seine Einflußnahme in der Ukraine, im Baltikum, in Ungarn und jetzt in Katalonien ist eine Sauerei und sein „Beratung“ unserer Regierung ein Desaster.

Aber, verdammt noch mal, doch nicht weil er ein Jude ist, sondern weil uns seine Äußerungen, sein Auftreten unsympathisch sind und er auf Umwegen in unser Leben eingreift. Er könnte auch Koreaner, Somali oder Marsmännchen sein. Was interessiert mich, daß er Jude ist?

Orbán in Ungarn jedenfalls macht es richtig, er wehrt sich, er wehrt sich gegen die ungarnfeindliche Propaganda und Privatpolitik dieses Monstrums. Und das ist gut so. Natürlich ein Anlaß in jedem Artikel gegen Orbán zu hetzen.

Und dann wundern die sich, daß man sich der Presse und den Medien verweigert und sie der Lüge bezichtigt.“

Richtig, Herr Friedrich und Axel-Springer wird sich im Grabe umdrehen, wenn er die heutigen Beiträge seines einstigen Welt-Flaggschiffs lesen müsste!

Eine Erklärung für solch einen miserablen Beitrag könnte einfach sein: vielleicht pflegt Multimilliardär George Soros auch zu den Chef-Etagen des Springer Verlages „freundschaftliche“ Beziehungen.

Wandere aus, solange es noch geht!
Finca Bayano in Panama.

.