Das falsche Gesicht

Der Umgang mit dem Attentat in Las Vegas offenbart den bigotten Umgang mit den Opfern. Denn wer dem Islam zum Opfer fällt, hat kein Gesicht.

Von Volker Kleinophorst

Als ich bei Springer volontierte gehörte „Witwenschütteln“, also Fotos bei Angehörigen von Verbrechensopfern zu ergattern, noch zur Grundausstattung des Boulevard-Journalismus. Bei BILD musste da immer der Volontär raus. Da mir das peinlich war, habe ich immer wenig Erfolg gehabt. Weswegen man mich (Der macht uns immer die Geschichte kaputt) bald nicht mehr so gerne rausgeschickt hat. Hurra.

Das Argument, warum das sein müsse, war immer: „Man müsse den Opfern ein Gesicht geben. Das sind wir den Opfern und dem Leser schuldig.“

Beim Anschlag in Las Vegas kam diese edle Tugend des „Gesicht geben“ auch wieder voll zum Einsatz. Endlos Bilder der „unschuldigen Opfer“, rührende Geschichten am Rand. BILD natürlich ganz vorn.

Fällt was auf? Genau, die Opfer vom Breitscheidplatz und die anderen unzähligen Deutschen, die im Namen Allahs gemessert, zusammengeschlagen und vergewaltigt wurden, haben kein Gesicht. Weil man Ihnen keines geben will.

Wäre es in Las Vegas ein islamischer Anschlag gewesen (Für mich ist überhaupt nicht klar, was da überhaupt passiert ist.), hätte man es auch nicht so hoch gehängt. Da wäre der Platz ja dafür drauf gegangen, dass der Anschlag ja rein gar nichts mit dem Islam zu tun habe.

Auch beim Täter fällt auf: Ist es ein Weißer kann er sofort mit vollen Namen und Bild abgedruckt werden. Nichtweiße Täter heißen „Männer“.

Wandere aus, solange es noch geht!
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