Tritt die CSU bald bundesweit an?

Hat die CSU mit Seehofer überhaupt noch eine Chance? (Foto: JouWatch)

Bei Jamaika ist bereits der Name eine Lüge, denn bei Schwarz, Gelb, Grün wird einfach das Blau unterschlagen, aber gerade auf das Bayerische Blau kommt es an.

Von René Stadtkewitz

Da gibt es einige, die wollen uns glauben machen, CSU Wähler haben sich von Ihrer Partei abgewandt, weil Seehofer sich einst gegen Merkel stellte. Er habe mit seinem Schlingerkurs versucht, der AfD nachzulaufen und wenn er weiterhin eine Obergrenze fordere, sich gegen die illegale Einwanderung stelle und gegen den Nachzug von Angehörigen, der schon 2015 und 2016 illegal Eingewanderten, mache er das auch heute noch. Die Sondierungsgespräche haben noch nicht einmal begonnen, da gibt es bereits den Ratschlag einer hoch geflogenen grünen Partei, sich von solchen Forderungen zu verabschieden. Solche Ratschläge kränken die Seele einer nach wie vor stolzen Partei. Und die Ratgeber haben nicht einmal Recht! Die CSU hat mehr als 10% verloren, weil es für ihre Wähler nach 2015 eine Zumutung war, Merkel auf CSU-Plakaten zu ertragen. Erst recht, weil diese bis heute den Bayernplan der CSU nicht unterstützt, diesen allenfalls als Bayerische Eigenart abtut.

Die CSU kann auf keinen Fall eine Koalition mit den Grünen eingehen, zu groß sind die Diskrepanzen und sie wird es auch nicht tun. Sie kann es eigentlich nicht einmal mit der CDU. Zöge die CSU die richtigen Schlüsse aus der Wahl, müsste sie sich einer weiteren Amtszeit von Angela Merkel entgegenstellen. Ob der Parteivorsitzende dies noch kann, ist fraglich. Aber wer dieser Partei etwas Gutes tun will, wird nach oder besser noch vor den Sondierungsgesprächen genau dies tun. Im Falle einer dann wahrscheinlichen Neuwahl würden es die Wähler danken. Jeden Versuch, eine solche Regierung zustande zu bringen, würden sie hingegen weiter bestrafen. Und selbstverständlich dürfte dann ein peinlicher Herrmann, der keine Gelegenheit ausließ, stets dumm grinsend seine Verbundenheit zu Merkel zu beteuern, nicht erneut Spitzenkandidat der CSU sein. Denn der war schon ein Schritt weiter und sah sich bereits allen Umfragen zum Trotz als neuer Deutscher Innenminister im Schoß von Merkel.

Mag sein, dass Herrmann noch immer auf ein Ministeramt hofft. Seine Hoffnung aber garantiert das nächste Wahldebakel der CSU. Die nächste Landtagswahl in Bayern fest in Blick, wissen dies – bis auf Herrmann – alle in der CSU. Denn wäre die CSU 2018 auf einen Koalitionspartner angewiesen, wäre das ein weiterer schwerer Schlag.

Es gibt also nur einen Weg, die CSU steigt in die Koalitionsverhandlungen erst gar nicht ein und erklärt einer weiteren Amtszeit Merkels eine Absage.

Das Risiko, dass dann Schulz für seine SPD doch noch Kanzler würde, ist zwar vorhanden, aber gering. Zwar reicht für ihn ebenso ein Vierer-Bündnis aus Linke, Grüne und FDP, das wohl aber an der FDP scheitern würde und für das die Medien auch keinen Ländernamen haben.

Viel wahrscheinlicher sind Neuwahlen. Dann aber wird die Zeit nicht reichen, dass sich CDU und CSU glaubhaft versöhnen, so wie die Zeit schon nach 2015 und 2016 nicht gereicht hat. Die vorgetäuschte Versöhnung ist der eigentliche Grund für das Wahldebakel und Seehofers Schwäche. Nach dem jahrelangen Marsch der CDU nach links, ist die CSU erst recht nicht mehr die Schwester der CDU in Bayern, sondern die CSU ist mehr denn je eine völlig andere Partei.

Dies aber herauszustellen, statt eine Schwesternliebe zu beteuern, die es längst nicht mehr gibt, ist die große Chance für CSU zu alter Stärke zurückzukehren. Ihr Bayernplan ist in Wahrheit ein Deutschlandplan. Deshalb muss die CSU auch Deutschlandweit antreten. Eine CDU in Bayern wäre keine Gefahr. Aber statt 6,1 %, was ihr vergleichsweise mageres Bayern-Ergebnis für ganz Deutschland bedeutet, wären ihr 15-20% sicher, wäre sie auch in anderen Bundesländern wählbar. Es wäre dann nicht einmal ausgeschlossen, dass CDU CSU nach Neuwahlen im Frühjahr nächsten Jahres allein regieren könnten. Der Kanzler oder die Kanzlerin würde dann nicht Merkel heißen, könnte aber sogar das Parteibuch der CSU tragen.

Manch einer wird meinen, der Kommentar enthält zu viele Konjunktive. Eines kann aber wohl als sicher gelten: da die CSU ihren Niedergang nicht fortsetzen wird, sind Neuwahlen so sicher, wie die Tatsache, dass in der Flagge von Jamaika das Bayerische Blau gar nicht vorkommt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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