Martin Sellner: Was Patrioten in Europa und USA voneinander lernen können

YouTube Stars beim Road Trip in USA: Brittany Pettibone und Martin Sellner Foto: YouTube https://www.youtube.com/watch?v=2GfxR53eZsQ
YouTube Stars beim Road Trip in USA: Brittany Pettibone und Martin Sellner Foto: YouTube https://www.youtube.com/watch?v=2GfxR53eZsQ

Letzte Woche fand in Berkeley ein großes Zusammentreffen rechter und alternativer Journalisten statt. Anlass war eine Vortragsveranstaltung, die von der schillerendsten Persönlichkeit der amerikanischen Rechten Milo Yiannopoulos, angekündigt,  organisiert und kurzfristig abgesagt worden war. Grund dafür dürfte die Verhinderungstaktik der tief linken Universität gewesen sein.

Mit ungewissen Erwartungen fuhr auch ich, aus privaten Gründen gerade in den USA weilend, in Begleitung in die berühmte Universitätsstadt.

Von Martin Sellner

Diese Ungewissheit hatte einen Grund: bei der letzten großen, patriotischen Veranstaltung in Berkeley war es zu schwersten „Auseinandersetzungen“ gekommen, wie das die Mainstreammedien immer nennen. Tatsächlich hatte ein enthemmter Mob vermummter Antifas die Besucher attackiert, Brände gelegt und Scheiben eingeschlagen. Deutschen Patrioten sind diese „Taktiken“ nur allzu bekannt. In den USA war das bisher nicht so „normal“, weswegen es große Wellen der Empörung schlug.

Diesmal war die Polizei bestens vorbereitet. Unbehelligt spazierte ich mit Brittany Pettibone (eine amerikanische, patriotische You-Tuberin) durch die Straßen der Universitätsstadt. Eine kleine verlorene Schar Antifaschisten zog kleinlaut und im Polizeispalier an uns vorüber. Der Grund für ihr zahmes Auftreten wurde uns bald klar: die amerikanische Polizei hatte das Vermummungsverbot vehement durchgesetzt. Die unvorteilhaften Gesichter der Feinde der Meinungsfreiheit, die selbst noch gegen den abgesagten Vortrag demonstrierten, waren gut sichtbar und wurden von den umstehenden Patrioten grinsend abgefilmt. Das nenne ich mal vertauschte Rollen…

Obwohl Berkeley als linke Hochburg im linksliberalen Kalifornien gilt, scheint die Antifa auch in der Zivilbevölkerung wenig Halt zu haben. Vereinzelt sah man zwar die Plakate mit der Aufschrift „Berkeley united against hate“ in Schaufenstern von Geschäften kleben, aber die demonstrierenden Antifas waren isoliert und verpönt.

Die Patrioten, die trotz der Absage gekommen waren, versammelten sich in der Zwischenzeit in einem Universitätspark und nutzten die Zeit zur Vernetzung und zum ausgiebigen Filmen und Bloggen. Bin ich in Europa mit meiner Kamera auf rechten Demos noch eher ein Exot, so scheint die US-Szene fast nur aus You-Tubern zu bestehen. Überhaupt war die mittelgroße Gruppe ein einziger bunter Haufen der aus Originalen wie  z.B. „Based Stickman“, Kyle Chapman, der aufgrund einer Stockkampfeinlage gegen Antifas berühmt geworden war, bestand.

Nach einigen Selfies, Handshakes und Witzen über die Antifa trafen wir uns in einem Cafe mit Lauren Southern, Luke Rudkowski und Faith Goldy, alle drei Journalisten des alternativen, rechten Lagers. Die ersten beiden hatten uns bei den Defend Europe Missionen begleitet und maßgeblich zu ihrem Erfolg beigetragen. Sie nach Monaten wiederzusehen und ihnen noch einmal persönlich zu danken, war schon die Reise nach Berkeley wert.

Unsere Mission im Mittelmeer über die Jouwatch auch ausgiebig berichtete hat eine bisher noch nie dagewesene Zusammenarbeit zwischen amerikanischen und europäischen Rechten ermöglicht. Ein „Ergebnis“ davon war auch meine Reise in die USA. Kein Wunder also, dass unsere Gespräche um die Frage kreisten, wie und ob, Europäer und Amis voneinander lernen könnten. Die Probleme, schwächelnde Demographie, Masseneinwanderung, kultureller Selbsthass und Political Correctness ähneln sich ja bis zum Verwechseln.

Der Unterschied ist: die Amerikaner haben Meinungsfreiheit, Waffen – und sie haben Trump. Die allgemeine Siegesstimmung der Konservativen, die ich im ganzen Land bemerkte, wenn es ums Thema Politik ging, war eine erfrischende Abwechslung zur europäisch-oppositionellen Agonie.
Vor allem im mittleren Westen, in dem ich die meiste Zeit verbrachte, ist die Welt wirklich noch in Ordnung. Spielplätze auf denen einheimische Kinderscharen spielen, weit und breit kein Kebabstand, kein Minarett und kein Kopftuch – wenn mir die Wiener Cafehäuser nicht so abgegangen wären, wäre ich fast versucht gewesen, dort zu bleiben. Doch am Ende ruft mich natürlich wieder die Pflicht heim ins gequälte Europa.

Doch auch hier dreht sich der Wind langsam. Vor allem können wir stolz auf unseren politischen Widerstand sein. Alle amerikanischen Patrioten, mit denen ich sprach, versicherten mir unisono, wie sehr sie mit uns fühlten und wie hoch sie unsere Demonstrationen und Aktionen schätzen. Fassungslos hörten sie mir zu, wenn ich ihnen von Hausdurchsuchungen wegen Facebookkommentaren erzählte, oder ihnen klar machen wollte, dass der deutschen Regierung Facebook noch nicht streng genug zensiert. Am besten kamen aber immer wieder die Aktionen und Bilder der Identitären Bewegung oder von PEGIDA an. „Sowas brauchen wir hier auch“, war die übliche Reaktion.

Martin Sellner Identitär! Geschichte eines Aufbruchs

Und wirklich: Während die amerikanische Rechte vor allem über ein vielfältiges Angebot and Shows, Interviews, Videos und Podcasts die Medienlandschaft umpflügt, hat die europäische Rechte die Nase beim Aktivismus vorne. Organisierte Demos wie in Berlin oder Wien, Aktionen wie am Brandenburger Tor, in Poitiers, oder vor Libyen fehlen in den USA ebenso wie eine strukturierte Organisation mit klarem politischen Profil.

Genau hier können wir im Austausch voneinander lernen. Denn nur ein starkes Bündnis aus Gegenöffentlichkeit und aktivistischer Avantgarde können die Mauern der political correctness stürzen und patriotischen Parteien die Macht geben unser Grenzmauern zu schützen. Diese Mauern der political correctness, sind die selben, hüben wie drüben, bemannt von derselbene Camarilla aus den linksgrünen Multikultis hier und die social justice warriors dort.

Der Infokrieg der Patrioten ist daher auch, von den USA bis Europa, derselbe, auch wenn die konkreten politischen Ziele und Situationen sehr verschieden sein können. Der große Austausch ist die Realität aller westlichen Länder mit europäischer Tradition. Und überall wo Globalisten das Volk gegen Immigranten austauschen, muss sich gewaltfrei aber entschlossen der Widerstand regen. Meine „Studienreise“ durch die USA hat mir vor allem gezeigt, wie wichtig der Infokrieg und die Eroberung liberaler Knotenpunkte wie YouTube und Twitter ist und wie viel wir hier aufzuholen haben. Hier können gerade die Deutschen ein bisschen frischen Wind und ein wenig „showmanship“ vom neuen Kontinent gut gebrauchen.

 

Wandere aus, solange es noch geht!
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