Frankreich: „Niemand ist sicher!“

Jouwatch Bildmontage: Terror in Frankreich
Jouwatch Bildmontage: Terror in Frankreich

Nachdem die Behörden einen Bombenanschlag in einem Appartment in Paris vereitelt haben, warnt der französische Innenminister Gérard Collomb: „Niemand ist sicher“. Die Warnung, die einem Akt der Verzweiflung gleichkommt, zeigt die Hilflosigkeit Frankreichs angesichts der zunehmenden Terroranschläge und lässt Bürger verunsichert zurück.

Von Bianca Hoe

Fünf Verdächtige wurden verhaftet, nachdem ein Bewohner in einem Pariser Wohnhaus im 16. Bezirk verdächtige Aktivitäten an die Polizei gemeldet hatte, berichtet die Presseagentur Associated Press.

Bei einer Wohnungsdurchsuchung wurde ein explosiver Sprengkörper entdeckt und erfolgreich entschärft. Die Polizei hat zudem weitere Untersuchungen angekündigt.

„Ein Haus in einem schicken Viertel von Paris sprengen zu wollen, zeigt das nicht deutlich, dass niemand sicher ist? Das passiert nicht nur in den Vororten der Arbeiterklasse“, bemerkte Collomb.

Der Innenminister musste zugeben, dass einer der Festgenommenen bereits unter staatlicher Überwachung stand, da er mit Radikalismus in Verbindung gebracht wurde. Das habe ihn und die Verdächtigen jedoch nicht davon abhalten können, ihre Tat im Geheimen zu planen. Die Behörden gehen davon aus, dass Einzelpersonen oder Netzwerke Unterstützung leisteten, die nach außen hin unscheinbar, ohne Anzeichen einer Radikalisierung lebten, aber bereit sind, jederzeit bei Anschlagsvorbereitungen zu helfen.

Der vereitelte Bombenanschlag folgt direkt auf die tödlichen Angriffe in Marseille, wo ein Muslim laut „Allahu Akhbar“ rief, ehe er einer Frau die Kehle durchschnitt. Am Bahnhof von Saint-Charles stach er auf eine weitere Frau ein und wurde letzlich von Armeesoldaten mit Schüssen getötet.

Die französische Regierung reagierte bereits in der Vergangenheit auf die zunehmenden islamistischen Anschläge mit neuen Anti-Terror-Gesetzen, die eigentlich darauf abzielten, den zweijährigen Ausnahmenzustand des Landes zu beenden. Kritiker bemängeln, dass diese Gesetze es ermöglichen bürgerliche Freiheiten einzuschränken.

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