Farage: „EU stellt sich in Katalonien blind und taub“

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Was bekommen wir von Herrn Juncker dazu zu hören? Nicht die Bohne!“ Foto: Sreenshot/Youtube

In Katalonien ist am Sonntag  die Polizei der spanischen Zentralregierung mit brachialer Gewalt gegen Wähler vorgegangen. UKIP-EU-Abgeordneter Nigel Farage sprach dazu gestern in EU-Parlament.

Von Collin McMahon

Nigel Farage: “Ich glaube die Bürger Europas wären erstaunt zu erfahren, dass Herr Juncker bei seinem einzigen Auftritt in dieser Parlamentssitzung diese Woche kein Wort verloren hat über die dramatischen Ereignisse in einem EU-Mitgliedsstaat, das sich angeblich für eine moderne Demokratie hält. (Applaus)

Ein Grund, warum ich den Brexit immer wollte war, weil ich finde, dass das Gesetzgebungsverfahren, bei dem die EU-Kommission die alleinige Autorität hat, Gesetze auf den Weg zu bringen, jede Achtung vor nationaler Souveränität beschädigen und schlussendlich zerstören würde. Ich habe die EU undemokratisch und antidemokratisch genannt, aber niemals, in meiner heftigsten Kritik hätte ich mir träumen lassen, dass eines Tages die Polizei eines Mitgliedsstaates 900 Menschen verletzen würde, um sie davon abzuhalten, wählen zu gehen. Egal ob diese Wahl in Katalonien legal oder illegal war, dürfen die Leute doch hoffentlich ihre Meinung ausdrücken. Stattdessen wurden Frauen an den Haaren aus Wahllokalen gezerrt, alte Damen hatten Blutergüsse auf der Stirn.

Es war ein wahrhaft unglaubliches Schauspiel. Und was bekommen wir von Herrn Juncker dazu zu hören? Nicht die Bohne! Sonst heißt es immer, die Herrschaft des Rechts muss gewahrt werden, und jetzt sehen wir, dass diese Union bereit ist, sich blind und taub zu stellen. Stellen Sie sich nur mal vor, die britische Polizei hätte die schottischen Nationalisten so misshandelt, oder etwas derartiges sei bei einer anti-Brexit-Demo passiert. Sie würden hier alle Zeter und Mordio schreien und die UK vor den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte zitieren wollen. Aber über Katalonien soll hier am besten gar nicht gesprochen werden. (Applaus)

Da ich die Pläne von einigen von Ihnen kenne, mit Ihrer EU-Militärpolizei, Ihrer Euro-Gendarmerie, kann ich nur wiederholen, Gottseidank gehen wir. Der Brexit war ein Akt der Befreiung, die Stimme der unaufhaltsamen nationalen Selbstbestimmung. In den Brexitverhandlungen haben Sie uns leider wie eine Geisel behandelt, die ein Lösegeld zu zahlen hat und alle Ihre Forderungen erfüllen muss, sonst lassen Sie sich gar nicht auf ein intelligentes, erwachsenes Gespräch über die Zukunft unserer Handelsbeziehungen ein. Egal was Frau May Ihnen verspricht haben wir trotzdem keine Garantie, dass sie jemals mit uns ein vernünftiges Handelsabkommen schließen werden.

Ich muss sagen, es war mitleiderregend, die Premierministerin in Florenz zu sehen. Von Ihnen hieß es, die Rede sei „erwachsen“, ein „Friedensangebot“, hier waren alle ganz glücklich. Leider bin ich der Ansicht, dass Frau May einfach nicht weltgewandt genug ist zu verstehen: Wenn man mit einem Erpresser zu tun hat darf man auf keinen Fall auf seine Forderungen eingehen. Sie bettelt darum, dass Sie ihr eine Übergangsfrist gewähren, ohne Garantie dass Sie darauf eingehen.

Das bedeutet, ich stimme Ihnen sogar zu, wenn Sie kritisieren, dass von der UK-Regierung unterschiedliche Signale kommen. Ich kann nur hoffen, dass die Konservativen auf dem Parteitag in Manchester öffentlich sagen, was mir viele hinter vorgehaltener Hand sagen: Nämlich, dass Theresa May nur im Weg ist, sie muss weg, wir brauchen einen echten Premierminister, der (dem EU-Chefunterhändler) Herrn Barnier sagt, das ist die Deadline, dies ist die letzte Frist, und wenn wir bis dahin keinen Deal haben, dann handeln wir eben wieder nach WTO-Richtlinien miteinander. Dieses Affentheater darf nicht jahrelang so weitergehen, schließlich haben wir für den Brexit gestimmt.“

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Collin McMahon ist Autor („Lukas und Skotti“) und Übersetzer („Gregs Tagebuch“). Er schreibt gerade an einem Buch über Donald Trump. Bei Verlagsinteresse bitte Zuschrift.

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