Professor ist „Rassist“, weil er Fehler korrigiert

Bildmontage Jouwatch
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Rassenkonflikte nehmen in den USA zu. In Los Angeles ist jetzt ein Professor an der University of California (UCLA) gezwungen worden, sich für die Korrektur von Grammatikfehlern zu rechtfertigen. Er hatte in der schriftlichen Arbeit eines schwarzen Studenten, Grammatik- und Interpunktionsfehler angestrichen. Daraufhin wurde er als Rassist beschimpft.

Von Bianca Hoe

Professor Val Rust, der an der UCLA lehrt, hatte das getan, was Professoren normalerweise so tun, er korrigierte die Grammatikfehler in der Arbeit eines afro-amerikanischen Studenten. Damit löste er einen Sturm der Entrüstung aus. Aufgebrachte Studenten marschierten mit Plakaten auf dem Campus, auf denen stand: „Stoppt die Kriminalisierung von Schwarzen“.

Fehler eines Studenten zu korrigieren, der einer Minderheit angehört, gilt in den linksgedrehten Elitezirkeln der USA ab sofort als No-Go.

Bildschirmfoto
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Schwarze Studenten haben mit der Gruppierung „Call 2 action“ zu Demonstrationen gegen den „Rassisten-Professor“ aufgerufen. Sie beschuldigten ihn, die Fehler besonders hervorgehoben zu haben, weil der Student schwarz ist und zu einer Minderheit gehört. Sie bezeichnen die Fehlerkorrektur als eine Form von unterschwelliger Aggression gegen die schwarze Studentengemeinschaft.

Rust verfiel schuldbewusst in den Rechtfertigungsmodus. Er sagt, dass er sich nichts dabei gedacht habe und er die Fehler wie bei jeder anderen Arbeit auch, angestrichen hat. Er hätte keine bösen Absichten gehabt.

In seinen Korrekturen bemängelte er zum Beispiel, dass das Wort „indigenous“ (= „einheimisch“) nicht groß geschrieben war. Der Student fasste das als eine rassistisch motivierte Korrektur aufgrund seiner Hautfarbe auf.
Andere schwarze Studenten stimmen mit ihm überein und sind der Meinung, dass Grammatik- und Interpunktionsfehler nicht angestrichen werden sollten. Sie fühlen sich als Minderheit verletzt.

In einer Meldung der Protestgruppe „Call 2 action“ heißt es, dass „im ganzen Semester das Klima auf dem Campus für farbige Studenten feindlich war. Wiederholt wurden wir von anderen Studenten oder Lehrern in Frage gestellt. Die Fragen der weißen Mitstudenten und der Grammatikunterricht des Professors haben zu dem feindlichen Klima beigetragen“.

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