Ihr könnt aufhören mit Eurem Ossi-Bashing

(Bild: wallsdontlie; doof; CC BY-NC-ND 2.0: siehe Link)
Doof jetzt (Bild: wallsdontlie; doof; CC BY-NC-ND 2.0: siehe Link)

Seitdem feststeht, dass die AfD fester Bestandteil des politischen Tuns in Berlin ist, vergeht kein öffentlich-rechtlicher Tag, an dem nicht darüber fabuliert wird, was mit den Ostdeutschen nicht stimmt, da diese „abgehängten Schuttler“ angeblich überproportional die AfD gewählt haben. Will, Illner und Co. könne jedoch allesamt das Ossi-Bashing einstellen: Die Wessis sind schuld!  Nahezu 68 Prozent der AfD-Wähler und -Wählerinnen lebt in Westdeutschland!

Seit dem 24. September wird verbreitet, dass die Ostdeutschen massiv daran „Schuld haben“, dass die AfD nun im Deutschen Bundestag sitzt. Sogenannte Experten zerbrechen sich den studierten Schädel, warum so viele in Ostdeutschland die AfD gewählt haben oder ob sich die Ostdeutschen immer noch abgehängt fühlen und ihr Wahlverhalten die späte Rache dafür sein könnte.

Es könnte auch sein, dass Gabriel einfach recht hat, und die Ossis ein ausländerfeindliches „Pack“ sind und kulturell einfach nicht zum sauberen Westen passen. Unter Überschriften wie „Der typische AfD-Wähler – Arbeiter, männlich, ostdeutsch vergessen bzw. verdrängt“ ist alles zu haben um in noch nie dagewesener Weise den politischen Gegner und deren Anhängerschaft zu diffamieren und der Lächerlichkeit preiszugeben.

Doch nicht die Ossis Schuld

Als Beleg dafür, dass etwas mit den Ostdeutschen nicht stimmt, wird angeführt, dass vor allem bei den abgegebenen Zweitstimmen sich dieser deutliche Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland zeige.

Das Bremer Institut für Arbeitsmarktforschung und Jugendberufshilfe (BIAJ) zeigt jedoch auf, dass trotz der weit überdurchschnittlichen AfD-Stimmanteile in den ostdeutschen Wahlkreisen (siehe PDF_BIAJ20170930) die ostdeutschen AfD-Stimmen allein nie und nimmer für den Einzug der AfD in den Deutschen Bundestag gereicht hätte. Nach dem amtlichen Endergebnis erhielt die AfD bei den Bundestagswahlen am 24. September 2017 in Westdeutschland rund 4 Millionen ihrer insgesamt 5,877 Millionen gültigen Zweitstimmen was einen Prozentanteil von rund 68 Prozent ausmacht. 4,1 Prozentpunkte des AfD-Wahlergebnisses kamen somit aus Ostdeutschland, aber 8,5 Prozentpunkte aus Westdeutschland.

Doof, dass die AfD nicht doof sind

Zudem wird gleich nochmals mit der immer wieder dargebrachten Aussage aufgeräumt, bei den AfD- Wählern und ihrem Personal handle es sich um eine tumbe Rotte. Die BIAJ verweist auf eine  BaSta-Auswertung – zwar vom Büro für absurde Statistiken erstellt aber trotzdem „leider“ wahr:

 

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