An Katalonien scheiden sich die Geister

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Katalonien stimmt mit "ja" (Foto: Screenshot/Youtube)

„Magyar Idök“ (Ungarn): „Die ungarische Regierung hat die Abhaltung der katalanischen Volksabstimmung unterstützt, und zwar deshalb, weil nicht wir bestimmen werden, wie Katalonien leben wird und wie Madrid darauf antworten wird. Wir können nur so viel sagen, dass die Menschen ein Recht darauf haben, ihre Meinung auszudrücken, auch wenn das bestimmten Kreisen wehtut.“

 Von Thomas Schlawig

Die Haltung der ungarischen Regierung kann ich nur teilen, geht es doch um das Selbstbestimmungsrecht der Völker. „Das Selbstbestimmungsrecht der Völker ist eines der Grundrechte des Völkerrechts. Es besagt, dass ein Volk das Recht hat, frei über seinen politischen Status, seine Staats- und Regierungsform und seine wirtschaftliche, soziale und kulturelle Entwicklung zu entscheiden. Dies schließt seine Freiheit von Fremdherrschaft ein. Dieses Selbstbestimmungsrecht ermöglicht es einem Volk, eine Nation bzw. einen eigenen nationalen Staat zu bilden oder sich in freier Willensentscheidung einem anderen Staat anzuschließen.“  Daran gibt es nichts zu rütteln, auch wenn, wie die ung. Zeitung schreibt, „das bestimmten Kreisen wehtut.“  Wer diese „bestimmten Kreise“ sind schreibt Spiegel-Online  vom 01.10.2017, Zitat:  „Die EU wird aus verschiedenen Gründen weder das Ergebnis des Referendums noch eine Abspaltungserklärung anerkennen. Eine katalanische Unabhängigkeit wäre für Europa hochriskant. Separatisten auf Korsika, in Flandern und Norditalien könnten versuchen, es den Katalanen nachzumachen. Weder Brüssel noch die Mitgliedstaaten können noch so eine Großbaustelle gebrauchen.“ Ich hatte gestern bereits darüber geschrieben und denke, genau hier liegt das Hase im Pfeffer. Hat sich die EU im Fall der Krim nicht ebenso arrogant verhalten und das Referendum und die Abspaltung der Krim kurzum als unzulässig erklärt? Würde Katalonien seine Unabhängigkeit durchsetzen, würde man auf Seiten der EU schnell in Erklärungsnot geraten und selbst als der Dumme dastehen, der gegen alle internationalen Gepflogenheiten ein Wirtschaftsboykott gegen Rußland verhängt hat.

„Viele Katalanen haben über ihre Unabhängigkeit abgestimmt. Die Regionalregierung erklärte die Abstimmung für erfolgreich und fordert einen eigenen Staat. Nach ihren Angaben stimmten 90 Prozent der Wähler für die Unabhängigkeit – allerdings gaben nur 42,3 Prozent aller Wahlberechtigten ihre Stimme ab.“  Es wäre interessant zu erfahren, welcher politischen Richtung die 42,3% angehören. Das Referendum mit dem Einfluß der „Open Society Foundations“ von Soros zu erklären, greift für mich zu kurz. Zwar traue ich diesem Ganoven alles zu (siehe Ukraine), aber wäre es tatsächlich so, müßten dann nicht die EU und besonders Merkel genau für die Katalanen und gegen die Madrider Regierung  Partei ergreifen? Also genau das Gegenteil dessen tun, was sie gerade tun.  Ebenso wenig paßt dazu die Erklärung aus dem Weißen Haus, wonach Washington die Anerkennung eines unabhängigen Kataloniens signalisiert.  „Interessant sind in diesem Zusammenhang auch die Medienreaktionen. Während die katalanischen Medien die Aussagen aus Washington sofort in großformatigen Artikeln aufgriffen, herrscht im Rest der Medienlandschaft Schweigen. Von den großen überregionalen Zeitungen haben bis zum jetzigen Zeitpunkt weder El País noch El Mundo oder ABC über die Aussagen des State Departments berichtet.“

Interessant finde ich auch diese Umfrage. Man kann zu Assange stehen wie man will, ich mag ihn eher nicht, aber das Ergebnis dieser Umfrage ist ein großes Puzzle-Stück in der undurchsichtigen Geschichte um Katalonien.

Quelle:  https://deutsch.rt.com/nordamerika/57396-weisses-haus-mischt-eu-auf/

 Ansonsten kann ich mich nur dieser Meinung anschließen, denn sie bringt es auf den Punkt:  „Während also eigentlich nur bewusstlose Linke für eine República Catalana stimmen können und unser Herz für Madrid schlägt, kann man sich nichtsdestotrotz auch als deutscher Konservativer über eine Abspaltung Kataloniens freuen, denn so ganz einfach wird das in der EUdSSR nicht funktionieren. Viel Streit, böses Blut, Reibereien und dazu weitere  Unabhängigkeitskandidaten bis nach Südtirol werden dem Brüsseler Moloch und dem Euro zu unserer Freude schwere Probleme bereiten und ein Europa nach Macrons und Junckers billiger Denkungsart wieder stark abbremsen.“   Das wollte ich gestern zum Ausdruck bringen. Einerseits ist das Selbstbestimmungsrecht der Völker zu achten, wovon der Brüsseler Moloch weit entfernt ist und andererseits wird genau das, sollte es Schule machen, diese EU langsam aber sicher zum Wanken und schließlich zum Einsturz bringen. Das sollte Ziel aller Europäer sein.

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