Merkel vs. Katalonien

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Unabhängigkeit im Namen Soros? (Foto: Screenshot/Youtube)

Katalonien-Referendum:

Merkel sichert Madrider Zentralregierung ihre Unterstützung zu

 „Der spanische Premierminister Mariano Rajoy hat am Samstag, ein Tag vor dem Unabhängigkeitsreferendum in Katalonien, ein Telefonat mit der Bundeskanzlerin Angela Merkel geführt. Die Bundeskanzlerin sicherte der spanischen Zentralregierung dabei ihre volle Unterstützung zu, berichtet die spanische Nachrichtenagentur EFE.“

 Von Thomas Schlawig

 Man muß keine Ahnung um die Vorgänge in Spanien haben, allein die Tatsache, daß Merkel der Zentralregierung in Madrid ihre volle Unterstützung zusagt, muß hellhörig werden und erkennen lassen, worum es geht. Denn würde das Referendum für die Befürworter der Unabhängigkeit erfolgreich ausgehen, würde es eine Lawine in Gang setzen, welche nicht aufzuhalten wäre. Der Zerfall der EU wäre vorprogrammiert.  Zudem würde es die Gegner des Krim-Referendums innerhalb der EU, welche von einer russischen Annexion sprechen, Lügen strafen.  Damit würde wiederum die gesamte „Politik“ der EU und besonders Deutschlands gegenüber Rußland wanken und in sich zusammenfallen wie ein Kartenhaus.

Worum geht es bei diesen Bestrebungen um Unabhängígkeit? Die Gründe sind ebenso vielfältig, wie logisch und nachvollziehbar. Es geht um die Situation von Minderheiten, oftmals mit eigener Kultur und Sprache, ebenso oft geht es aber auch um rein wirtschaftliche Gründe. Schauen wir Europa im einzelnen an. Sollten die Katalanen Erfolg haben, würde es sofort die Basken auf den Plan rufen, welche seit Jahrzehnten nach Unabhängigkeit streben und deswegen in Spanien schon einen blutigen Bürgerkrieg geführt haben. Mit den Basken wäre sofort Frankreich direkt involviert und das würde die EU ins Mark treffen. Mehrheitlich wirtschaftliche Gründe treffen im Fall von Belgien zu. Wie oft in Europa muß man weit in die Geschichte zurückgehen. Nach dem Wiener Kongreß von 1815 wurde das Vereinigte Königreich der Niederlande gegründet. Dazu gehörten das heutige Belgien, Luxemburg und die Niederlande. Das Königreich Belgien wurde in der Belgischen Revolution von 1830 gegründet  und teilt sich seitdem in Flandern und die Wallonie. Getrennt sind beide durch das niederländisch sprechende Flandern und die französisch sprechende Wallonie, in der es im Grenzgebiet auch noch eine deutsch sprechende Region gibt. Hauptstreitpunkt zwischen Flamen und Wallonen ist allerdings das Wirtschaftsgefälle. Die  wirtschaftsstarken Flamen wollen die schwachen Wallonen finanziell nicht mehr unterstützen. Das führt immer zu Reibereien zwischen den Bevorzugten und den Benachteiligten. Siehe EU insgesamt.

Nicht anders verhält es sich in Italien mit dem wirtschaftstarken Norden und dem schwächeren Süden. Dazu kommen Unabhängigkeitsbestrebungen  von Sizilien und Sardinien.

Anders  verhält es sich allerdings mit Südtirol, welches 1918 durch italienische Truppen besetzt wurde und durch den Vertrag von Saint Germain (das österreichische Versailles) an Italien fiel. Hier sind die Südtiroler bestrebt, zu Österreich zurückzukehren.

Die Liste von Unabhängigkeitsbestrebungen in Europa ließe sich weiter fortsetzen. Siehe hier.  Ebenso aufschlußreich ist der WELT-Artikel aus dem Jahr 2013. Daran läßt sich erkennen, welch große Gefahr für die EU durch derartige Bestrebungen entstehen. Man wird diesen Bestrebungen niemals nachgeben und sie weiterhin blutig niederschlagen. Mit Demokratie hat das allerdings rein gar nichts zu tun, aber dafür ist die EU ja hinlänglich bekannt.

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