Zwei alte Männer haben geheiratet

Foto: Durch Dragon Images/Shutterstock
Auf, auf zum Standesamt (Foto: Durch Dragon Images/Shutterstock)

Zusammen sind sie fast 120 Jahre alt. Man sollte meinen, in diesem Alter hätten sie zumindest eine Ahnung von Weisheit und Anstand.

Zwei alte Männer haben heute geheiratet. Wegen ihnen öffnete das Standesamt sogar am Sonntag. Deutschland, wie ich es am liebsten aus der Ferne sehe.

Karl Kreile (60) und sein Partner Bodo Mende (59) küssen sich. Man sieht es auf einem Foto. Und ich wende mich ab. Nicht, weil ich diese Männer nicht mag, sondern weil es mich zutiefst befremdet, wie öffentlich eine Entwicklung zur Schau gestellt wird, die nicht nur in Kommunardenkreisen zumindest als suspekt angesehen wird und die ich für mich allein als Gotteslästerung betrachte. Nicht mehr und nicht weniger.

Man schreibt fast liebevoll und empathisch in der FAZ. „Unter großer öffentlicher Aufmerksamkeit ist am Sonntag in Berlin das bundesweit erste homosexuelle Paar getraut worden. Im Rathaus Berlin-Schöneberg gaben sich am Morgen der 60-jährige Bodo Mende und sein 59 Jahre alter Partner Karl Kreil das Jawort.“

Diese „Hochzeit“ sei möglich, weil heute das Gesetz zur „Ehe für alle“ bundesweit in Kraft träte. Auch in Hamburg und Hannover seien die Standesämter extra geöffnet.

Es wird berichtet, daß die beiden alten Männer bereits seit 38 Jahren zusammen leben. Außerdem: „Die eingetragene Partnerschaft war der Ehe weitgehend gleichgestellt. Was fehlte, war das Recht für homosexuelle Paare, gemeinsam Kinder zu adoptieren.“ Ach so. Kinder adoptieren. Die simpelste Sache der Welt. Besonders für alte Männer.

Nach den Angaben des Berliner Lesben- und Schwulenverbandes (LSVD) hätten sich am Sonntag in der Hauptstadt insgesamt elf gleichgeschlechtliche Paare das Jawort gegeben. Allen einen schönen Sonntag! (RH)

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