Superlativ: Claudia Roths Appelle sind die besten

Foto: JouWatch
Claudia Roth (Foto: JouWatch)

Claudia Roth badet wieder einmal öffentlich und gewohnt theatralisch in ihrem Gewissen. Sie appelliert an die großen Parteien. Das heißt, daß sie uns weismachen will, sie wüsste etwas. Appelle sind eine feine Sache. Eine kommentierte dts-Meldung.

von Max Erdinger

Wer zuerst appelliert, ist der Überblicker. Und zwar im Gegensatz zu denen, an die er seinen Appell richtet. Sein Appell wäre nämlich überflüssig, wenn die Anderen ebenfalls so schlau wären wie er selbst. Für Frau Roth ist der Appell wie maßgeschneidert, um nicht dumm dazustehen. Von ihrem Wissen hat sie nämlich noch niemanden überzeugt. Daß sie vor vielen Jahren einmal etwas mit Theater zu tun hatte, merkt man ihren Appellen aber bis heute an.

Zitat: „Berlin – Die Grünen-Politikerin Claudia Roth hat an die großen Parteien appelliert, nach dem Einzug der AfD in den Bundestag nicht zur Tagesordnung überzugehen und vor allem nicht weiter nach rechts zu rücken.“ – Zitatende

Na gut, dann eben keine Tagesordnung mehr. Weiter nach rechts rücken heißt, daß vorher schon nach rechts gerückt worden sein muß. Ansonsten würde „weiter“ keinen Sinn ergeben. Weiß außer Claudia noch jemand, welche Parteien bereits nach rechts gerückt sind und endlich damit aufhören sollen? – Aha, niemand. Gut, daß es Claudia weiß und gleich appelliert.

Zitat: „Ich glaube, dass Herr Seehofer nicht verstanden hat, wenn er jetzt glaubt, man muss noch weiter nach rechts rücken. Er hat es nicht verstanden, dass es nichts nützt, wenn man als Plagiat auftritt. Das hilft dem Original“, sagte die Bundestags-Vizepräsidentin dem Fernsehsender Phoenix am Rande eines kleinen Parteitags der Grünen in Berlin.“ – Zitatende

Wenn Claudia glaubt, daß Seehofer etwas nicht verstanden habe, dann heißt das, daß sie sich selber für klüger als Seehofer hält. Und Seehofer wird auch das noch hinnehmen. Roth ist schließlich eine Frau, wie auch die Bundeskanzlerin. Den beiden einmal eine offene und ehrliche Antwort zu geben, eine, die grundsätzlich alles klärt, würde für Seehofer aber bedeuten, daß er außer als Verlierer auch noch als Frauenfeind dastehen würde. Das kann er jetzt gar nicht gebrauchen. Er wird sich denken: „Wenn sich schon die Merkel für klüger hält als mich, dann kommt es auf eine Claudia Roth mehr oder weniger auch nicht mehr an.“

Zitat: „Es komme nun darauf an, die Idee einer weltoffenen, gerechten und demokratischen Gesellschaft mit großer Leidenschaft zu bewerben. Deutschland stehe nach der Bundestagswahl vor einer großen Herausforderung.“ – Zitatende

Übersetzung: Macht es wie ich, die Claudia, und bewerbt mit großer Leidenschaft die Idee. In der Krise hilft nichts besser als Werbung für die Idee. Damit setzt man nämlich ein Zeichen. Und auf deutschem Boden darf kein Zeichen mehr ungesetzt bleiben.

Zitat: „Zum ersten Mal in unserer Geschichte der Bundesrepublik Deutschland können Holocaust-Verleugner das Wort im Bundestag ergreifen. Das ist für mich nicht vorstellbar gewesen“, so Roth.“ – Zitatende.

Die Claudia verwechselt da etwas. Nicht vorstellbar war, daß jemand die AfD als Holocaust-Leugner bezeichnen würde. Davon aber abgesehen: Daß sich Claudia eine ganze Menge nicht vorstellen kann, überrascht niemanden. Erwiesenermaßen konnte sie sich nicht vorstellen, daß sie einmal vor laufenden Kameras ihrer Unkenntnis des Artikels 16a des Grundgesetzes überführt werden würde, obwohl der in eines von Claudias Lieblings-Spezialgebieten fällt. Schön, daß einem vom Appellieren eine Brille wächst, auch wenn man gar nicht lesen kann.

Zitat: „Bezogen auf mögliche Koalitionsverhandlungen sagte sie: „Wir wollen ernsthaft sondieren, aber dann muss dabei herauskommen, dass wir […] unsere Demokratie in den Vordergrund stellen und das gilt für Herrn Seehofer genauso wie für Herrn Lindner, für Frau Merkel und für uns.“ – Zitatende.

Aha, Claudia möchte also vor Verhandlungsbeginn schon festlegen, welches Verhandlungsergebnis am Schluß herauskommen soll. Wozu will sie dann noch verhandeln? Kann bitte jemand Claudia den Sinngehalt des Wortes „Verhandlung“ erklären? Vielleicht einer, der noch nicht weiß, daß es sinnlos ist, Claudia etwas zu erklären?

Was soll nochmal bei den Koalitionsverhandlungen herauskommen? Eine in den Vordergrund gestellte Demokratie? Wahnsinn, wofür man in diesen Zeiten appellieren kann, wenn man Frau bei den Grünen oder sonstwo ist. Und die Nachrichten bringen es auch noch. Das ist ja das schärfste.

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