SPD- „Arschloch“ Kahrs: Skandale pflastern seinen Weg

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Ein Mann und sein Metier (Foto: Collage)

Als Homosexueller sollte sich der SPD-Politiker Johannes Kahrs mit Arschlöchern auskennen. Eigentlich. Tut er aber nicht. Sonst hätte er kaum die 94 AfD-Abgeordneten, die in den Bundestag einziehen, im öffentlich-rechtlichen PHOENIX-TV als „rechtsradikale Arschlöcher“ beleidigt.

Wer ist der ordinäre Herr, die,wie seine SPD-Genossin Andrea „Fresse!“ Nahles, die Gossen-Sprache in die deutsche Politik brachte?

Von Oliver Flesch

Kahrs, 54, Bremer, Jurist, Oberst der Reserve, seit 1998 im Bundestag; Sprecher der SPD im Haushaltsausschuss, Kreisvorsitzender in Hamburg-Mitte und einer der drei Sprecher des sogenannten Seeheimer SPD-Kreises, was immer das ist. Des Weiteren erfahren wir auf Wikipedia- so spannende Sachen wie: „Als Mitglied der Guttempler lehnt Kahrs Alkoholkonsum ab. Er raucht nicht, besitzt keinen Fernseher und keinen Führerschein.“ Donnerwetter, Kahrs!! Nun ja, sein Sonntagsgesicht. Seine Alltagspfanne ist hässlicher, viel hässlicher…

„Ich krieg dich, du Schlampe“

Hamburg 1992. Johannes Kahrs steht vor Gericht. Nicht als Anwalt, als Angeklagter. Er hatte seine innerparteiliche Konkurrentin Silke Dose (Mitglied im Hamburger Juso-Vorstand) mit nächtlichen Telefonanrufen belästigt. Anonym, wie es sich für einen gradlinigen Mann wie Kahrs gehört. Mal legte er gleich wieder auf, mal schwieg er. Mal drohte er im gleiche Gossen-Duktus wie bei seiner Attacke gegen die AfD-Abgeordneten: „Ich krieg’ dich, du Schlampe!“

Das ist ekelhaft? Sollte angemessen bestraft werden, klar. Wurde es aber nicht. Kahrs hatte einen guten Anwalt – Ole von Beust, den späteren Hamburger Bürgermeister. Ebenfalls homosexuell. Der erstritt einen Vergleich, Kahrs musste sich „entschuldigen“ und lächerliche 800 Mark Strafe zahlen.

Für ein Parteiausschlussverfahren wird es doch wohl gereicht haben? Wie jetzt auf PHOENIX zu erleben war: NEIN! Nach dem Prozess damals forderten ihn zwar über 50 Hamburger Sozialdemokraten zum Rücktritt von seinen politischen Ämtern auf, doch das interessierte den vom lieben Gott auch mit Schönheit nicht gesegneten Kahrs wenig bis überhaupt nicht.
Einer der größten Skandale in der Geschichte der Hamburger SPD blieb folgenlos. Ein bekannter Hamburger Sozialdemokrat kommentierte den Fall gegenüber der FAZ so: „Völlig furchtlos kann er Menschen einschüchtern.“

Seit an Seit mit der Rüstungsindustrie 

Sechs Jahre später, 1998, wird Kahrs SPD-Bundestagsabgeordneter. Er sitzt vier Jahre im Verteidigungsausschuss, danach im Haushaltsausschuss, wo er für den Etat des Verteidigungsministeriums zuständig war. Er verteilte also Gelder an die Rüstungsindustrie. Da war es bestimmt nur ein komischer Zufall, dass sein Kreisverband „Hamburg-Mitte“ mehrfach hohe Spenden von deutschen Rüstungsfirmen wie Rheinmetall und Krauss-Maffei Wegmann erhielt. Mehr als 60 000 Euro sollen aus der Rüstungsindustrie geflossen sein.

Die FAZ schrieb dazu: „Viele Sozialdemokraten halten diese Gelder für moralisch unannehmbar. Heute blockiere er im Haushaltsausschuss manche Projekte so lange, bis er erreicht habe, dass bestimmte Firmen an ihnen beteiligt würden. Die Fraktionsführung, namentlich Fraktionschef Peter Struck, verschließe davor die Augen, sagen SPD-Abgeordnete.“

15-Jährige durften bei Kahrs übernachten

Die FAZ beschreibt Kahrs als einen „strategisch planenden Offizier“, der „seine Machtbasis in Hamburg systematisch aufgebaute“. Ende der neunziger Jahre bildet Kahrs eine Juso-Organisation aus lauter „jungen Leuten“ (FAZ). Nett umschrieben, „junge Leute“, es sind fesche Burschen, teilweise erst 15, 16 Jahre alt. Wer fleißig und brav ist, bekommt ein Praktikum in Berlin. 40 bis 50 Jungs schleust Kahrs auf diese Art durch. Pro Jahr! Er bezeichnet es als „mein anderes Geschäftsmodell“.

Wenn ein Praktikant in Berlin keine Bleibe hat – kein Problem, selbstverständlich völlig uneigennützig bietet der homosexuelle Kahrs seinen „Kindersoldaten“ ein Bett in seiner Abgeordnetenwohnung an. Ein Hundsfott, wer Schlechtes dabei denkt. Wer Kahrs gefällt, steigt hoch: „Mancher ist nach wenigen Wochen im Vorstand der Schüler-Jusos. Weitere Karriereschritte, etwa der Juso-Kreisvorstand, werden in Aussicht gestellt für die, die neue Leute werben. Denen wird erklärt, wer die Feinde sind: die linken Jusos, die Linken in der SPD.“ (FAZ)

Bei Kahrs wird gefeiert, nicht gelabert  

Gelabert wird nicht viel, Kahrs ist ein Macher, kein Schwätzer, dafür wird bei ihm viel gefeiert und ausgegangen. Die FAZ erklärt: „Für Schüler ist es reizvoll, wenn der Praktikumsbetreuer nach dem Rhetorikseminar noch einen Kasten Bier und Schnaps vorbeibringt, damit die Party abends gut wird.“

Noch mal zur Erinnerung: Wir reden immer noch über Jungs, 15, 16 Jahre alt. Die FAZ weiter: „Auch vor Schulen werben die Kahrs-Jusos mit Einladungen zu Freigetränken. Mancher wird auch als Maulwurf zum „Juso-Forum“ geschickt, um dort zu sehen, wer sich bei dem Treffen der verbliebenen linken Jusos herumtreibt. Er hat dann dem Juso-Geschäftsführer Bericht zu erstatten, damit klar ist, wem man nicht trauen kann.“

Auf diese Art zog sich der feine Herr Kahrs Gefolgsleute ran, die ihm treu ergeben sind. Bis heute. Einige von seinen Zöglingen stiegen auf, in die Hamburger Juso-Führung und/oder gleich in die Bürgerschaft. Ein Hamburger SPD-Praktikant fand sogar das Glück seines Lebens. Allerdings nicht mit Kahrs. 2009 lernte der damalige Hamburger Bürgermeister Ole von Beust (CDU) den 18jährigen Lukas F. kennen. Vier Jahre später heiratete Beust den 36 Jahre jüngeren Mann.

Die Zeit schreibt „ Kahrs hat über zweieinhalb Jahrzehnte lang ein weitverzweigtes Netzwerk in der Hamburger SPD aufgebaut. Die Hamburger Morgenpost bezeichnet sie als „junge, smarte Nachwuchs-Genossen mit den eng geschnittenen schwarzen Anzügen“. „Die Kahrsianer, so die Zeit weiter, „stehen klar im rechten Lager der SPD. Doch letztlich gäbe es ,keinen inhaltlichen politischen Zusammenhalt‘, sagt ein prominentes Parteimitglied, das den Aufstieg von Kahrs seit mehr als 20 Jahren beobachtet: ‚Das System Kahrs basiert auf Postenverteilung und auf Zuwachs. Man muss immer neue Positionen erobern, um wieder Posten verteilen zu können.‘
Es geht um Macht und nichts als Macht.“

Der nächste „Schlampen“-Skandal 

„Schlampen“, „Bomben“ und „kleine Jungs“, nur drei von vielen Skandalen im Leben des Johannes Kahrs, die allesamt folgenlos blieben. Ganz im Gegenteil: In der SPDstieg Kahrs immer weiter auf. Dass ihm der frühere Hamburger Bürgermeister Henning Voscherau „offenkundigem Betrug“ vorwarf, weil er seinen Parlamentskollegen Niels Annen mit Hilfe der Jusos und Tricksereien um eine erneute Kandidatur für den Bundestag brachte, egal –  da gab es 2010 doch noch glatt das Bundesverdienstkreuz obendrauf!

2016 dann der nächsten „Schlampen“-Skandal: Kahrs war wieder mal mit Schülern unterwegs. Ärgerlicherweise waren diesmal auch Mädchen dabei, „Schlampen“ also. Nach der Tagesfahrt nach Berlin (diesmal ohne Übernachtung bei ihm) veröffentlichte Kahrs ein Selfie auf Twitter. Darunter diskutierte er später mit einem anderen Nutzer über eine blonde, erst 16-jährige Schülerin im Hintergrund – und kommentierte: „Schlampe halt“.

Und so ein „Mann“ wagt es, demokratisch gewählte Bundestagsabgeordnete als „rechtsradikale Arschlöcher zu bezeichnen! Aber Kahrs kann auch nett sein. Sebastian Edathy, der aus der SPD flog, vor Gericht verurteilt wurde, weil er sich im Netz zu „Studienzwecken“ Tausende  nackter kleiner Jungs bestellte, nennt er laut DPA  einen „feinen Kerl“.

Ahnt jemand, warum bei der Bundestagswahl eine halbe Million glühender Verehrer von Willy Brand oder Helmut Schmidt zum Blauen Band der AfD geflüchtet sind???

 

 

 

 

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