Sind die Konservativen zu blöde, um erfolgreiche Politik zu machen?

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Spiel nicht mit den Schmuddelkindern, sing nicht ihre Lieder. (F-J. Degenhardt)

Und wieder treibt jemand die Kettensäge durch die AfD. Und es spielt überhaupt keine Rolle, ob diese neuerliche Abspaltung von Frauke Petry von der AfD geplant oder spontan war, ob dahinter Kalkül, ein Zickenkrieg oder persönliche Eitelkeiten stehen – sie schadet der Demokratie, sie bremst die notwendigen Erneuerung der versteinerten Parteienpolitik in Deutschland aus.

Von Thomas Böhm

Absicht, oder Dummheit?

Klar ist, dass es in den anderen politischen Lagern der Republik schon immer die Flügel erst eine richtige Partei ausgemacht haben, wurden doch in diesem Rahmen wichtige Kräfte gebunden. Es gibt Fundis und Realos bei den Grünen und den Linken, in der CDU/CSU konkurrieren der Berliner Kreis und der konservative Aufbruch gegen die eher linke Arbeitnehmergruppe. Etwas Ähnliches gibt es auch bei der SPD. Aber alle haben sich, wenn es darauf ankam, also, wenn zum Beispiel eine Wahl gewonnen werden musste, wieder bestens vertragen und sich hinter die Führungsspitze gestellt.

Bei den so genannten Rechten funktioniert das noch nicht so richtig und bei der AfD kann man deutlich sehen, wie schwer es ist, alle Richtungen, die doch in Wirklichkeit einen gemeinsamen Nenner, ein gemeinsames Ziel haben, tatsächlich unter einen Hut zu bringen.

Die Mitglieder der „Lucke-Bande“ waren die ersten, die, nachdem sie lukrative Posten im Europaparlament eingeheimst hatten, Abschied von der Mutterpartei nahmen und nun ist es Frauke Petry mit ihren Vasallen, die der AfD den Rücken kehrt (um wem in die Arme zu fallen?)

Man kann das zwar strategisch als pure Dummheit bezeichnen, doch das greift zu kurz. Denn es gibt einen riesigen Unterschied zu den anderen Parteien, die sich mit ihren Flügeln immer schon breit aufstellen können.

Seitdem es den Linken gelungen ist, alles Konservative, ja fast allem Normalem einen rechten Rahmen zu verpassen, tut man sich schwer im politischen Widerstand gegen die linke Elite.

Die AfD wurde von Anfang an rechts verortet und dort ist es bekanntlich ziemlich eng, einfach, weil jeder Angst hat, den Stempel des Bösen aufgedrückt zu bekommen. Außerdem gerät man hier sehr schnell in extrem radikale Turbulenzen. Auf der linken der rechten Seite ist ebenfalls nicht viel Luft, man muss sich ja logischerweise von der CDU/CDU abgrenzen. Aber auch ohne diese Randerscheinungen ist es in dieser politischen Ecke ziemlich ungemütlich. Rechts ist und bleibt ein Begriff, den die Elite dazu verwendet, um Wähler abzuschrecken, damit ja keine echte oppositionelle Kraft ihnen das Handwerk legen kann. Zu stark noch ist die linke Front in diesem Land, zu skrupellos sind die linken Generäle und zu gewaltbereit sind deren Bodentruppen.

Aber genau hier beginnt das Drama. Statt zusammen zu halten, wie es die Kommunisten auf ihrem Marsch durch die Institutionen vorgemacht haben, geht man innerhalb des rechten Spektrums untereinander ständig auf Distanz. Von den Medien durchs linke Dorf getrieben, drängen nun die Weicheier und Angsthasen wieder in die Mitte, in der Hoffnung, vom Gegner doch ein wenig geliebt zu werden.

Was für ein fataler Irrtum, denn genau die ewige Spaltung des politischen Gegners steht auf der Agenda der Linken und keine beherrscht diese Strategie so erfolgreich wie die Kanzlerin.

Gut, einige in der AfD betrachten das, was gerade geschieht und auch noch weiter geschehen wird, als notwendigen und natürlichen Reinigungsprozess. Nur was nützt das alles im politischen Kampf, wenn man irgendwann mit sich im Reinen ist, aber allein auf weiter Flur dasteht.

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Frauke Petrys neue Pläne? Foto: Collage

Die „Rechten“ müssen noch viel lernen, um sich erfolgreich gegen die linke Übermacht zu halten. Für einige kommen diese Ratschläge allerdings zu spät.

Und hier noch ein Hinweis aus dem Fußballlexikon, der eigentlich Mut machen müsste:

Ein Spieler, der sich auf der Außenbahn befindet, darf sich als Rechtsaußen oder Linksaußen nennen. Meist ist das ein sehr offensiv ausgerichteter Spieler, der viel am Angriff der eigenen Mannschaft teilnimmt, es kann aber auch ein Verteidiger sein, der nur gelegentlich mit nach vorne geht und Flanken in den gegnerischen Strafraum schlägt. Interessant ist, dass es besonders in Deutschland auf der rechten Seite stärkere Spieler gibt als auf der linken Seite, das gilt besonders für die linke Außenverteidiger-Position.

 

 

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