Unfaßbar flach.

Symbolfoto: Durch ImDoctorWho/Shutterstock
Wo Linke auftauchen, bleibt nur Zerstörung übrig (Symbolfoto: Durch ImDoctorWho/Shutterstock)

Als ich mich heute kurz nach dem Mittagessen, „Verlorene Eier“ selbstgemacht, auf die Couch legte, um eine kleine Siesta anzuhängen, schlug mir mein Telefon vor, noch rasch einen Artikel in der Zeit zu lesen. Ich war erst ein wenig irritiert, daß der kleine Rechner nicht wußte, wie ablehnend ich Journaille gegenüberstehe. Es sind gefühlte Lichtjahre her, daß ich im Feuilleton dieser Zeitschrift einen fast ganzseitigen Beitrag zum Ein- und Ausparken las, der mich im Laufe der Lektüre vor Vergnügen und Lachen fast von der Luftmatratze geworfen hätte, auf der ich damals am Atlantik meine Mittagsschläfchen im Halbschatten der Pinien zu halten pflegte. Diese leichte und dennoch kluge Sprache ist leider nicht nur diesem Journal völlig abhanden gekommen. Es ist zu einem Kampfblatt von Leuten geworden, die ich aus Gründen meide wie der Teufel das Weihwasser.
Es geht um den Beitrag von Diana Kinnert am 29. September 2017.
Immerhin las ich ihren Text zügig bis zum Ende, um mich dann völlig im ersten Kommentar wiederzufinden, der lautete: „Unfassbar flach.“
Es wird auf ungefähr vier normalen Textseiten gleichsam ein Nichtvorhandensein jeglicher moralischer und kultureller Entwicklung eines jungen Menschen beschrieben, und das von einer Frau, die sich als CDU-Mitglied sieht, aber dennoch Freunde im ganzen schrillen politischen Spektrum um sich herum versammelt hat, die sie falsch einschätzt und aus mir unbekannten Gründen in ihrem ganzen Handeln, Denken und Fühlen schlichtweg nicht wirklich kennt und einordnen kann, weil ihr jeder Bezug zum Tatsächlichen, dem Realen fehlt und sie für mich lediglich eine Fratze der völlig verzerrten Wahrheit darstellt. Es findet ein irrer Streifzug durch Schlagworte politischer Propaganda statt. Er reicht von Todenhöfers Israelkritik über fehlende Diskriminierungserfahrungen Homosexueller, die nicht als Garant für eine tolerante Grundeinstellung gelten können, über politisch radikale, aber gewaltfreie Linken bis hin zu niemals vollends abgeschlossener Entnazifizierung in den Reihen der CDU.
Ich kann zusammenfassen. Diese kindisch anmutenden, aber letztendlich so destruktiv und leer wirkenden Beiträge in der Zeit und anderen Magazinen sind ein Offenbarungseid nicht nur für das Versagen von Familien- und Bildungspolitik, sondern für das Versagen einer ganzen Generation an ihren Kindern. Und das betrifft bei weitem mehr als die heutige Medienlandschaft. (RH)

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