CSU: Seehofer kurz vor der Entmachtung?

München – Horst Seehofer ist angezählt. In der CSU werden die Messer gewetzt. Bereits vor der Wahl wegen seines seriellen Einknickens vor der Kanzlerin im Zentrum der allgemeinen Verwunderung, scheint nach dem Wahldesaster vom Sonntag die endgültige Ablösung Seehofers vorbereitet zu werden. Sein Parteirivale Markus Söder steht in den Startlöchern, zur Übernahme bereit. Vor fünf Jahren noch hatte Seehofer eine Demontage Söders versucht, ist dabei aber erfolglos geblieben. Der Franke hat garantiert nicht vergessen, daß ihn Seehofer im Jahre 2012 öffentlich als charakterlich schwach und von Ehrgeiz zerfressen bezeichnet hat. Da wird es kein Erbarmen geben. Mitte November ist CSU-Parteitag in Nürnberg, möglicherweise der letzte für Horst Seehofer als Parteichef.

Söder sprach inzwischen von einer „günstigen Zeitachse“, was wohl so viel heißen soll, daß ihm die Zeit bis Mitte November ausreicht, um den Putsch sorgfältig zu planen. Bereits am 8. Oktober sollen erste Sondierungsgespräche zwischen CSU und CDU stattfinden. Bei denen muß Seehofer punkten, doch es steht schon wieder eine gewichtige Ansage im Raum: Ohne festgelegte Obergrenze in der Flüchtingsfrage wird es keine Unterschrift der CSU unter einen Koalitionsvertrag geben. Sollte diese Aussage nach dem 8.Oktober erneut zur Disposition stehen, dann wird der Parteitag im November das Aus für Seehofer als CSU-Chef werden. In der CSU hat man genug von Seehofers zurückgezogenen Ankündigungen.

Interessant ist in dem Zusammenhang, wann die CSU knallhart wird: Nicht etwa dann, wenn politisch eine klare, unverhandelbare Position gefragt ist, sondern erst dann, wenn sich prinzipienloses Taktieren nicht ausgezahlt hat. Noch deutlicher kann man dem Wähler nicht vor Augen führen, wessen Wohlergehen in der CSU Priorität genießt. Das des Bürgers  ist es offensichtlich nicht. (ME)

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