9-Jähriger sagt „Brownies“ – Lehrer rufen die Polizei

Jouwatch Bildmontage "Gute Brownies - Schlechte Brownies"
Jouwatch Bildmontage "Gute Brownies - Schlechte Brownies"

In den USA ist die Rassismus-Hysterie unter den Jüngsten angekommen. Selbst Kinder achten jetzt darauf, dass sich ihre Mitschüler politisch korrekt verhalten und sprechen.

Von Bianca Hoe

Der 9-Jährige Sohn von Stacy dos Santos, der die dritte Klasse der William P. Tatem Grundschule in New Jersey besucht, nahm vor zwei Wochen an einer Schulfeier teil und ließ das Wort „Brownies“ fallen. Was dann folgte, ist ein Lehrstück in Sachen politischer Korrektheit.

Stacy dos Santos erzählt fassungslos, dass ihr Kind etwas über die Snacks sagen wollte, die  in der Klasse verteilt worden waren und dafür das Wort „Brownies“ in den Mund nahm. Ein Mitschüler fand das gar nicht witzig und war empört. Kurzerhand riefen die Lehrer die Polizei, damit die sich um den 9-Jährigen „Rassisten“ kümmern konnte. Stacy dos Santos ist sicher, dass ihr kleiner Sohn etwas Essbares meinte, als er „Brownies“ sagte. Der  andere Schüler habe das jedoch falsch ausgelegt und dem 9-Jährigen Rassismus unterstellt.

Erst jetzt wandte sich Stacy Dos Santos an die Presse. Sie erklärte, dass Polizeibeamte zur Grundschule gerufen wurden, um ihren Sohn zu seiner Wortwahl zu befragen. Ein Polizeibeamter mit Schusswaffe im Holster habe ihren Sohn verhört und aufgefordert zu wiederholen, was er betreffend des Gebäcks wortwörtlich von sich gegeben hatte. Der Junge war während des Verhörs alleine, eine Vertrauensperson war nicht anwesend.

Stacy Dos Santos sagte, ihr Sohn sei jetzt traumatisiert und wolle die Schule wechseln. Sie ist davon überzeugt, hier hat das Schulpersonal völlig überreagiert.

Jetzt hat die Mutter kein Vertrauen mehr in die Schulleitung und will ihren 9-Jährigen Sohn an einer anderen Schule anzumelden.

Auch andere Eltern sind empört. Sie glauben, dass die Polizei viel zu häufig ins Klassenzimmer gerufen wird, um Streitigkeiten zu lösen, was eigentlich die Aufgabe der Lehrer sein sollte.

Scott Oswald, Superintendent bei der Polizei schätzt, dass die Polizei im vergangenen Monat etwa 5 Mal pro Tag zu Zwischenfällen an Schulen gerufen wurde und erwähnt, dass es sich um 1875 Schüler im ganzen Bezirk handelt.

In den USA machen sich immer mehr Amerikaner Sorgen über die zunehmende Präsenz der Polizei in den Bildungsstätten. Es wird geschätzt, dass rund 43.000 vereidigte Polizeibeamte bundesweit in Schulen tätig sind, und zusätzlich weitere 39.000 Sicherheitsbedienstete.

Megan Irwin, Lehrerin und Mutter von zwei Töchtern, hält die ständigen Anrufe bei der Polizei für überzogen: „Einiges davon ist nur das typische Verhalten kleiner Kinder. In all den Jahren, die ich unterrichte, ist es mir noch nie passiert, dass ich mit so einer Situation überfordert war und nicht wusste, wie ich sie lösen sollte.“

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