Wenn Deppen den Wehner machen wollen

Ein Pöbler, aber mit Stil: Herbert Wehner (Foto: Von Bundesarchiv, B 145 Bild-F055062-0021A / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 de, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=5457955
Ein Pöbler, aber mit Stil: Herbert Wehner (Foto: Von Bundesarchiv, B 145 Bild-F055062-0021A / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 de, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=5457955

Als sich abzeichnete, dass die AfD in den Bundestag einziehen wird, ging für Deutschlands Polit- und Medien-Elite wieder mal das Abendland unter. Tenor: Das war’s mit der gepflegten Debattenkultur! Es kam anders, blitzschnell anders. Seit der verlorenen Wahlschlacht brüllen, toben die edlen Damen und Herren Wahlverlierer, wie in der Gosse. Johannes Kahrs, selbsternannter “First Schwuler” der SPD rüpelte vor laufender Kamera so ordinär, bis es selbst dem PHOENIX-Reporter zu viel wurde: Jetzt reichts …

Von Oliver Flesch

Der arrogante SAGA-Moppel aus Hamburg-Mitte nannte alle AfD-Abgeordneten  „rechtsradikale Arschlöcher“. Wenig später pöbelte die “vollschlanke” Sauerländerin  Andrea Nahles, gerade SPD-Fraktionschefin geworden, Richtung Merkel und ihre CDU/CSU: „Ab morgen kriegen sie in die Fresse!“

Überhaupt  Nahles:  Ausgerechnet diese völlig talentbefreite Unsympathin zur Fraktionschefin zu machen, ist, “als ob der DFB Thorsten Legat zum Bundestrainer berufen würde … Sie redet auch schon wie „Kasalla“-Legat” (Star-Kommentator Josef Nyary). „Projekt 4,9 Prozent“  läuft offenbar schon volle Pulle bei der SPD. Halten wir fest: Es waren die Altparteien, die bereits vor dem epochalen AfD-Wahl die Debattenkultur vergifteten:

+„Wir werden Nazis im Parlament haben.“ Katrin Göring (Die Grünen)

+„Die Spitze der AfD ist rassistisch.“Martin Schulz (SPD)

+„Das sind selbsternannten Patrioten, die mit der einen Hand AfD-Plakate schwenken und die andere zum Hitlergruß heben“. Peter Tauber (CDU)

+„In einer Woche könnte es sein, dass erstmals Nazis wieder in den Bundestag einziehen.“  Cem Özdemir (Die Grünen)

+„Immer offener zeige sich das rechtsradikale Gesicht der AfD. Die Partei habe es offenbar darauf abgesehen, zur neuen politischen Heimat für Neonazis zu werden.“ Heiko Maas (SPD)

+„Björn Höcke ist ein Nazi.“ Ralf Stegner (SPD)

Die Liste der “scheenen Demogradn” ist länger, geschenkt! Was die Auslaufmodelle von CDU/CSU, SPD und Co.nicht begreifen: Diese „gepflegte Debattenkultur“ trug jedenfalls dazu bei, die Wähler zur AfD zu treiben.

Früher waren die Politiker besser? Aber witziger und intelligenter. Früher keiften keine Polit-Großverdiener, aus Angst um ihre fürstlich überbezahlten Fleischschüsseln – weder schwul noch hetero. Selbst ein kommunistischer Kanal-Arbeiter Herbert Wehner brillierte als SPD-Fraktionsvorsitzender. Freilich, er kassierte  77 Ordnungsrufen (Bundestags-Rekord!). Perlen:

Den CDU-Abgeordneten Wohlrabe beschimpfte Wehner nicht nur als „Übelkrähe“, er fragte ihn auch noch: „Sie sind ein Schwein. Wissen Sie das?“

„Waschen Sie sich erst einmal! Sie sehen ungewaschen aus“, musste sich der CDU-Abgeordnete Möller anhören. Wenn er sich erst einmal festgebissen hatte, ließ Wehner nicht mehr ab – gleich zwei Minuten später wieder: „Waschen Sie sich erst einmal!“

Und als er mal wieder richtig Gas gab, die Unionsfraktion bestürzt den Plenarsaal verließ, brüllte Onkel Herbert hinterher: „Ich sage Ihnen Prost!“ (in Bonn wurde noch gesoffen.) Als niemand auf die Provokation reagierte, fiel Wehner sein längst legendärer Satz ein: „Wer herausgeht, muss auch wieder hereinkommen!“

Für seine politischen Gegner ließ er sich immer neue Schimpfwörter einfallen: „Pappkamerad“, Pharisäer“,  „Quatschkopf“, „Dreckschleuder“, „Strolch“, „Schleimer“. Und als er einmal für das Wort „Lümmel“ gerügt wurde, ging er auf Parlamentspräsidenten los: „Schönen Dank, Herr Präsident, dass Sie aufgewacht sind.“

 

 

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