So geil wie dumm: Face-ID-System und Touch-ID-Fingerabdrucksensor

Zwillinge (Pixabay)

Heise-online hat sich das iPhone X von Apple, das im November auf den Markt kommen soll, angesehen. Das ist völlig in Ordnung und wohl auch Aufgabe eines renommierten Technik-Magazins.
Gab es seinerzeit bei Einführung des Touch-ID-Fingerabdrucksensors noch erhebliche Sicherheitsbedenken, so sind diese jetzt beim neuesten Schrei aus Cuperino, der Gesichtserkennungstechnik Face-ID, nicht unbedingt sofort, aber am Ende des Textes heiter wahrzunehmen.

Apple betont, und davon kann sich jeder naive Zweifler auf einer Webseite des Unternehmens überzeugen, daß die sicherheitsrelevanten Daten das Telefon nie verlassen würden. Sie würden nicht an Apple geschickt und wären auch nicht Teil von Geräte-Backups. Die eingesetzten Daten seien zudem verschlüsselt und lediglich für einen zudem noch speziell abgesicherten Bereich des iPhone-Chips verfügbar.

Heise-online bevorzugt eine einfache und verständliche Sprache. So lesen sich die Erklärungen des Face-ID-Systems auch ganz unterhaltsam. Das Magazin schreibt: „Das Face-ID-System projiziert ein Netz aus 30.000 Infrarotpunkten auf das Gesicht des Nutzers. Sie werden dann von einer IR-Kamera aufgenommen und das Ergebnis mit den vorhandenen Daten abgeglichen. Ähnlich wie beim Fingerabdruck arbeitet Apple dabei mit einem mathematischen Modell der Daten, das sich nicht zu einem echten Gesicht umrechnen lassen soll.“

So wie es aussieht, wird man bald mit einem Smartphone Röntgenaufnahmen anfertigen oder kleinere Operationen am Blinddarm durchführen können. Diese Entwicklung scheint nicht mehr aufzuhalten zu sein.

Weiter zur Beschreibung des Wunderwerks: „Da sich das Aussehen der Menschen mit Kosmetik oder Bartwuchs verändern kann, werden die gespeicherten Daten also gelegentlich aufgefrischt. Lange nicht mehr abgerufene Datensätze werden dabei nach einiger Zeit automatisch gelöscht.“

Es werde ein Tiefenmodell des Gesichts erfaßt, welches auch funktioniert, wenn der Nutzer einen Hut und oder eine Sonnenbrille trägt. Auch bei Schals und Kontaktlinsen soll es fehlerfrei arbeiten. Apple schränkt allerdings ein, daß die Gesichtserkennung bei Zwillingen oder ähnlich aussehenden Geschwistern ebenso wie bei Kindern allgemein unter 13 Jahren nicht immer fehlerfrei arbeiten würde. Aber sonst läge die Wahrscheinlichkeit eines Fehlers bei eins zu einer Million.

Die Smileys, die ich mir für solche Texte wünsche, gibt es leider nicht. Als kleinen Trost verweise ich gerne auf die Datenschutz-Webseite von Apple. Dort heißt es in Fettschrift: „Apple Produkte sind gemacht, um Großartiges zu tun. Und um deine Privatsphäre zu schützen.“ Genau. Think different. Dieser alte Slogan sollte heute wieder mehr in den Vordergrund rücken.

Wer benötigt solche aufwendige Soft- und Hardware? Die einfältigen Handy-Nutzer, die heute an vielerlei Orten ein wenig wie Zombies wahrgenommen werden, um ihr Spielzeug zu entsperren? Wahrscheinlich soll das so sein. (RH)

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