Die Spaltung Deutschlands schreitet voran: Wird Facebook jetzt auch in „Gut“ und Böse“ geteilt?

(Bild: JouWatch)
Facebook is watching you (Bild: JouWatch)

Bei Facebook kann man durch einen Link herausfinden, welche Freunde die AfD mit einem „Like“ versehen haben. Der „anständige Facebookler“ kann sich dann in einem Rutsch von den bösen Rechtspopulisten „entfreunden“. Hätte es zu DDR-Zeiten bereits so etwas gegeben, die Stasi hätte ihre helle Freude daran gehabt.

Mit schreckgeweiteten Augen haben so manche erst das Wahlergebnis der AfD wahrgenommen um dann, sich vor Sorgen verzehrend zu fragen, ob sich in der virtuellen Welt auf Facebook etwa Individuen  in der eigenen Freundesliste tummeln, die dieser AfD ein Like geschenkt haben.

Oh mein Gott, habe ich Freunde, die die AfD geliked haben?

Wie gut, dass sogleich ein Link auf Facebook herum gereicht wurde, mit dem man herausfinden kann, wer aus der eigenen Freundesliste den Like-Button bei der bösen bösen AfD angeklickt hat. Werden diese angezeigt, kann man sich dann in einem Rutsch von diesen „falschen Freunden“ entfreunden.

Neu, so die Stuttgarter Zeitung, sei das große Ausmisten indes nicht. Richtig. Denn diesen Facebook-Trendsport hatte es bereits bei der Hatz auf Pegida-Anhänger oder bei den ersten erfolgreichen Landtagseinzügen der AfD gegeben. Der Internetblog Testspiele, an der nicht nur die Stasi ihre helle Freude gehabt hätte, listete eine ganze Litanei von Likes auf, die – sollte ein Facebookfreund diese gedrückt haben – den finalen Entzug der virtuellen Freundschaft ohne Wenn und Aber rechtfertigen.

Vielleicht ist ja doch noch nicht alles verloren!

Die Stuttgarter Zeitung versäumt es jedoch nicht, pflichtbewusst darauf hinzuweisen, dass man es sich vielleicht noch einmal überlegen sollte, bevor der „Entfreunden-Button“ gedrückt wird. Denn zum Einen könnte der angezeigte AfD-Like einem technischen Fehler entspringen, da der Denunzianten-Link durch den – angeblich nicht ganz fehlerfreien -Facebook Graph Search funktioniert und so dann eventuell gute Facebookfreund fälschlicher Weise gelöscht würde.

Zum Anderen muss es ja nicht unbedingt sein, dass jeder, der die AfD liked auch tatsächlich zu diesen schrecklichen AfD-Menschen gehört. Vielleicht, so die Zeitung interessiere er sich ja nur für bestimmte Themen oder aber, er wolle nur wissen, welche Inhalte diese schlimme AfD verbreite. Es könnte auch sein, dass das „gefällt mir“ eine Altlast ist, also etwas, was der Facebookfreund gar nicht mehr auf dem Schirm hat.

In all diesen Fällen wäre der AfD-likende Facebookfreund frei von Schuld und man könne doch, so der mediale Rat, zunächst ein Gespräch mit den Betreffenden suchen, statt sich vorschnell zu entfreunden. Das würde sich in jedem Fall lohnen! Vielleicht ist ja doch noch nicht alles verloren! (SB)

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