Bannon, Farage und Moore siegen in Alabama über Trump-Kandidaten

Revolutionäre und Freunde: Nigel Farage und Steve Bannon siegen in Alabama Foto: YouTube / Screenshot
Revolutionäre und Freunde: Nigel Farage und Steve Bannon siegen in Alabama Foto: YouTube / Screenshot

Steve Bannon hat mit Hilfe von Nigel Farage in Alabama seinen Kandidaten gegen den von Trump und der Republikanischen Partei durchgesetzt. Bannon meldet sich damit als Königsmacher innerhalb der Republikanischen Partei zurück.

Von Collin McMahon

In einem vielbeachteten Kräftemessen innerhalb der Republikanischen Partei hat Richter Roy Moore gestern bei Vorwahlen den vorläufigen Amtsinhaber Senator Luther Strange in Alabama geschlagen, 55% zu 45%. Moore wurde vom konservativen Parteirebellen Steven Bannon unterstützt, Strange von Donald Trump und dem Parteiestablishment in Washington.

Der Senatssitz von Alabama war durch Trumps Berufung von erzkonservativem Mitstreiter Jeff Sessions zum Generalbundesstaatsanwalt frei geworden. Abgestimmt wird darüber am 12.12. Da Alabama seit Reagan traditionell republikanisch stimmt, hat Moore nun gute Aussichten auf den Senatssitz.

Ex-Trump-Chefstratege Steve Bannon hatte mit Breitbart.com massiv für den erzkonservartiven Law & Order-Kandidaten Moore geworden, und sogar UKIP-Chef Nigel Farage als Redner nach Montgomery eingeflogen. Es war das erste Mal, dass die beiden Chefvorkämpfer der Konservativen Revolution in Europa und USA öffentlich auf einer Bühne standen, und sorgte für unterhaltsame Reden.

Nigel Farage berichtete, wie Bannon ihn in London angerufen hat und gefragt hat „ob ich morgen in Alabama sein kann. Da habe ich genau zehn Sekunden lang überlegt.“

Farage feierte den Erfolg des Brexit und der Trump-Kampagne als Vorbote einer konservativen Gegenbewegung in USA und Europa: „Die linken Medien haben einen Hass für konservative Meinungen entwickelt, sowas haben wir noch nie gesehen. Manche Linke wenden sich von der Demokratie ab und hässlichen, gewalttätigen Demonstrationen zu. Manche Linke wollen die Geschichte umschreiben, Denkmäler niederreißen und so tun, als wenn wir jemand anders wären als wir sind. In unseren Universitäten und Klassenzimmern verabschiedet man sich zunehmend von der Idee, dass es zu jedem Thema zwei völlig legitime Seiten gibt. Stattdessen werden Menschen jetzt niedergebrüllt, die eine andere Meinung haben.“

Farage und Bannon teilen eine populistische, nationalistische Linie, die die Interessen der Bürger und Arbeitnehmer im Gegensatz zu denen der „gloablisierten“ Eliten und Wirtschaftskonzerne sehen. Farage: „Es gibt aber auch solche auf der konservativen Seite, die Berufspolitiker sind, und sie wissen, je enger sie sich an die großen Banken und multinationalen Konzerne heften, je weniger sie sich mit den Medien anlegen, desto besser für sie.“

Farage warnte vor jenen, der den Brexit verzögern wollten und die Trump-Agenda verwässern – genau die Überleitung zu Bannon, der seit dem ersten Tag der Trump-Präsidentschaft dafür wird, die „America First“ Rhetorik nicht den Systemparteien und Globalisierern zu opfern. Bannon sah diese Vorwahl in Alabama zwischen Moore und Strange als Symbol dieses Kampfes, da das republikanische Establishment um Senatsführer Mitch McConnell 30 Millionen Dollar in Stranges Wahlkampf gepumpt hätten, gegenüber 2 oder 3 Millionen Dollar die Moore hatte „um ihn zu zerstören. Diese Leute haben kein Interesse an einer Diskussion mit euch, kein Interesse die illegale Einwanderung aufzuhalten. Sie habe nur teure Fernsehwerbung geschaltet weil sie denken, ihr seid dumme Hinterwäldler. Das sind die selben Leute die vom ersten Tag an versucht haben, Trump zu vernichten. Aber der Tag der Abrechnung kommt, meine Herren.“

Bannon wies darauf hin, die korrupte Politik – der „Sumpf“ – sei „ein Geschäftsmodell, das funktioniert, für Berufspolitiker, Lobbyisten und Einflussvermittler. Sieben der reichsten neun Landkreise in USA sind im Raum Washington. Die haben zum ersten mal in der Geschichte ein höheres Einkommen als Silicon Valley. Ist ja auch kein Wunder, jedes Jahr dürfen sie einen Staatshaushalt von 4 Billionen Dollar ausgeben.“

Diese Leute „kennen den Preis von allem aber von nichts den Wert“, zitierte Bannon Oscar Wilde. „Wisst ihr, sie sagen, dass Nationalismus etwas Schlechtes ist, dass er uns spaltet. Im Gegenteil: Wirtschaftlicher Nationalismus ist das, was uns wieder einen wird. Es geht dabei nämlich nicht um Rasse, Hautfarbe, Abstammung, Geschlecht, Religion, um sexuelle Orientierung – es geht darum, ein Bürger des besten Landes in der Geschichte der Menschheit  zu sein. Wir werden den Eliten ihre wirtschaftliche Hassverbrechen gegen die Bürger dieses Landes nicht mehr durchgehen lassen. Das sind eure Arbeitsplätze, um die es geht.“

Bannon wird aufgrund seiner „Amerika zuerst“ Ideologie von vielen Linken und Demokraten als Rassist und Rechtsradikaler bezeichnet. Nach den tödlichen Unruhen von Charlottesville musste Trump ihn entlassen, dem er auf gewisse Weise seinen Sieg verdankt. Bannon machte klar, dass er immer noch Einfluss auf die US-Politik nehmen wird. „Alabama kann morgen der ganzen Lügenpresse zeigen, der New York Times, der Washington Post, dem Guardian aus England, dass unsere populistische, nationalistische konservative Bewegung immer weiter wächst.“ Er war aber darum bemüht sich nicht als Trump-Gegner darzustellen: „Eine Stimme für Richter Roy Moore  ist eine Stimme für Donald Trump. Und eine Stimme für Donald Trump ist eine Stimme, Amerika wider großartig zu machen! Vielen Dank!“

Bannons radikalpopulistische Strategie scheint bei seinem Ex-Chef zu fruchten. Donald Trump gab am Freitag in Alabama zu, er habe vielleicht in der Vorwahl aufs falsche Pferd gesetzt: „Ich habe vielleicht einen Fehler gemacht.

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Collin McMahon ist Autor („Lukas und Skotti“) und Übersetzer („Gregs Tagebuch“). Er schreibt gerade an einem Buch über Donald Trump. Bei Verlagsinteresse bitte Zuschrift.

 

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