Andere Länder, andere Sitten

Foto: Durch Art Konovalov/Shutterstock
Die Feuerwehr ist ausgerückt (Foto: Durch Art Konovalov/Shutterstock)

Nachdem, im Vorfeld der eben abgeschlossenen Wahl, mein Fernseh-Konsum von lohnenden Sendungen in unerträglicher Weise durch eine endlose Abfolge sogenannter Experten-Runden beschnitten worden ist, kam mir heute folgender Vergleich in den Sinn:

Von Quo usque tandem

Geschätzter Leser. Stellen Sie sich folgendes (virtuelles) Basis-Szenario vor: Ein mehrstöckiges Gebäude steht in Flammen, die örtliche Feuerwehr rückt an. Wie wird der Einsatz der Garanten des ruhigen Schlafes in diversen Länder aussehen?

Großbritannien, Schweiz: Die Löschzüge rücken an, die Mannschaften steigen ab, rollen effizient und diszipliniert die Schläuche aus, schließen diese an, Wasser marsch! – und nach einer angemessenen Zeitspanne ist der Brand gelöscht.

Frankreich: Wie oben, mit dem Unterschied, dass man sich neben den Löscharbeiten her angeregt über die Speisenfolge des anschließenden gemeinsamen Abendessens sowie die zu jedem Gang zu servierenden Weine abstimmt. Endresultat jedenfalls: wie oben.

Italien: Löschzüge rücken an, alles rennt wild durcheinander, die Kakophonie der Befehle und Gegenbefehle ist ohrenbetäubend, die Schläuche verheddern sich, ein Fahrzeug kollidiert versehentlich mit einer Ecke des Gebäudes und bringt einen Teil desselben zum Einsturz – aber am Ende ist immerhin ein Teil der Immobilie gerettet.

Deutschland: Man rückt an und bildet als erstes eine, mit Spitzen-Koryphäen besetzte Talk-Runde, die – währen die Flammen sich im Gebäude empor fressen und dieses endlich zusammenkracht – mit größtem Engagement die Brand-Ursachen analysieren. Die televisierte Runde erhält in den anschließenden Medien-Rezensionen allerbeste Noten für Sachkenntnis, Ausgewogenheit und „zielführende“ Ergebnisse..

Wandere aus, solange es noch geht!
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