US-Arbeitsmarkt boomt – jetzt gibt´s mehr Lohn

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Mehr Geld für amerikanische Arbeitnehmer (Symbolfoto: Durch Marian Weyo/Shutterstock)

Die US-Arbeitslosenquote waren seit vielen Jahren nicht mehr so niedrig. Jobs sind reichlich vorhanden und so wechseln die Amerikaner schneller ihre Jobs, ähnlich wie 2006. Das ist eine gute Nachricht für Arbeitskräfte – eine weniger gute für die großen Handelsketten. Denn viele Arbeitsplätze bedeuten Druck auf die Arbeitgeber, und damit steigende Löhne – theoretisch. In der Realität jedoch sind die amerikanischen Löhne im letzten Jahrzehnt nur spärlich gestiegen.

Von Bianca Hoe

Untersuchungen, die von den regionalen Banken der Federal Reserve gemacht wurden, zeigen, dass das Job-Hopping noch immer zum Alltag gehört. „Wenn ihr die Löhne nicht anhebt, dann jammert auch nicht“, sagte Minneapolis Fed-Präsident Neel Kashkari bei einem Rotary-Club Treffen in Sioux Falls, wo sich Arbeitgeber darüber beschwerten, dass nur wenig neue Talente und auch Arbeitskräfte zu finden seien.

Jetzt scheint es, dass der Ruf nach Lohnsteigerungen endlich bei den Unternehmen ankommt. Target gab jetzt bekannt, dass der Mindeststundenlohn auf 11 Dollar pro Stunde erhöht wird, mit dem Ziel, ihn bis 2020 auf 15 Dollar steigen zu lassen. Es war ein seltener Moment für den Discount-Händler, der normalerweise das Verhalten seiner Konkurrenz abwartet, ehe er Löhne erhöht. Walmart zum Beispiel zahlte Mindestlohn 2015 einen Mindestlohn von 9 Dollar pro Stunde, 2016 waren es 10 Dollar. Kurz darauf hob Target ebenfalls seinen Mindestlohn auf 10 Dollar an.

Auch andere große US-Unternehmen versuchen über bessere Bezahlung an neue Mitarbeiter zu kommen und die alten zu halten. 2015 führte Starbucks einen bezahlungsorientierten Anreiz für die Verkäufer an den Theken sowie die Schichtaufseher ein, während McDonalds die Löhne um einen Dollar über dem lokal vorgeschriebenen Niveau anhob (und folglich einen rückläufigen Umsatz verzeichnete). Im Jahr 2016 verkündete TJ Maxx, dass der Stundenlohn auf 9 Dollar erhöht wird, später auf 10 Dollar für Mitarbeiter, die längere Zeit im Unternehmen beschäftigt sind. Bei Costco, einer der größten Großhandelsketten, starten die Löhne bei 11,50 Dollar und liegen im Durchschnitt bei 21 Dollar pro Stunde.

Manche glauben, das sei nicht genug. Organisationen wie „Fight for 15“, die eine Reihe von Arbeitnehmern vertreten, von Fast-Food-Angstellten über Verkäufer bis hin zu Professoren, fordern 15 Dollar pro Stunde sowie Gewerkschaftsrechte. Im Jahr 2014 legte Seattle einen 15 Dollar Mindestlohn fest.

Target beschäftigt knapp 350.000 Mitarbeiter. Wenn Walmart der Idee folgt und Targets Ziel übernimmt, könnte das dazu führen, dass bis 2020 mehr als 2 Millionen Menschen einen Mindestlohn von 15 Dollar pro Stunde erhalten.

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