Die dümmliche Sprache. 2. Teil. Das AfD-Ergebnis ist im Osten „traurigste Nachricht des Tages“

Beschäftigungstherapie mit Sand

Kaum zu glauben, aber die Lebenserwartung der Deutschen erreicht wohl bald zweihundert Jahre und die Medizin kommt nicht nach. Besonders die Psychiatrie hat große Probleme, alle richtig zu behandeln. Ich weiß, diesen Beitrag habe ich als Satire gekennzeichnet, und so soll er denn auch verstanden werden. Mit normaler Sprache ist dem Wahnsinn manchmal tatsächlich nicht beizukommen.

Die dts-Nachrichtenagentur meldet neben interessanten Nachrichten mitunter auch das, worauf ich mich gleich beziehen möchte. Ein gewisser Herr Martin Walser, Schriftsteller, zirka 190 Jahre alt und jung geblieben, findet die mehr als zwanzig Prozent der AfD im Osten Deutschlands „die traurigste Nachricht des Tages“. Vermutlich weiß er noch gar nicht, daß sein Abendbrot bald völlig cholesterinfrei sein wird. Er legte bedeutsam nach und äußerte für einen Autor sehr freimütig, daß wir uns jetzt nicht die Köpfe blutig kratzen, sondern die Spätfolge der deutschen Teilung ernst nehmen müssen.

Er spricht wirklich von Teilung und gar nicht von den Besatzungsmächten, dem Mauerbau, den Mauertoten und der  Wiedervereinigung.

Sein höchstens halb so alter, aber ebenso naseweise Kollege Feridun Zaimoglu sehe einen „Nationalzynismus“ triumphieren, wird tatsächlich geschrieben. Und knallig hinterher: „Die Schlechten einer schlechten Generation, vereint im Fremdenabwehrverein AfD, blasen zur Jagd. Schön wär’s, wenn man sie jagte. Guten Kater, Deutschland!“ Die Krankenkasse ist sicher bereit, ihm eine Kur in Kreuzberg oder Nähe Leipzig, Eisenbahnstraße zu verschaffen.

Der dritte in dieser freundlichen und quasselnden Skatrunde, der Bestseller-Autor Daniel Kehlmann,  empfände trotz des Einzugs der AfD in den Bundestag „aufrichtige Dankbarkeit“ gegenüber Angela Merkel. „Denn man wagt kaum sich vorzustellen, wie viel Prozent die AfD erreicht hätte, wäre sie nicht noch einmal angetreten.“ Und er setzt noch einen darauf: „Wir leben in dunklen Zeiten, aber diese Wahl hätte noch schlimmer ausgehen können.“ Die Dosierung seiner Medikamente muß also auch kontrolliert werden.

Die Autorin Juli Zeh, die ihren Kumpeln vermutlich den warmen Tee und die weichen Brötchen besorgt, stelle sich die Frage, wie gut es einem Land noch gehen müsse, „wie viel mehr Freiheit und Sicherheit und Wohlstand und Demokratie und Bildung und Zivilisiertheit“ man noch erreichen müsse, „damit Menschen sich nicht mehr von fremdenfeindlichen Szenarien aufhetzen lassen“. Zehs Fazit laut dts-Nachrichtenagentur: „Das Gefühl der Vergeblichkeit aller redlichen Bemühungen erreicht niederschmetternde Kraft.“ Ihr zeigen wir die Flaschen sammelnden alten Menschen Deutschlands.

Merke: siehe Titel (RH)

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