Bye-Bye, Horst?

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Hat der Abgesang auf Horst Seehofer bereits begonnen? (Bild: JouWatch)

Es gärt und rumort in der CSU. Nach dem grauenhaft schlechten Abschneiden der CSU bei der Bundestagswahl scheint sich der Unmut in der Parteibasis über den Vorsitzenden Horst Seehofer immer lauter zu artikulieren. Der Druck im christlich-sozialen bayerischen Unionskessel steigt.

„Ich glaube, wir brauchen einen anderen Spitzenkandidaten für die Landtagswahl“, so der CSU-Landtagsabgeordneter Alexander König, der als einer der ersten das vernehmbar formuliert, was sich viele in der CSU –Basis nach dem grauenhaft schlechten Abschneiden ihrer Partei wohl denken, aber nicht ausreichend Mumm in den bayerische Knochen haben, um das auch zu kommunizieren.

Vor König hatte bereits der Chef des CSU-Kreisverbands Nürnberg-West, Jochen Kohler, den Rücktritt des wankelmütigen Seehofers gefordert. Auf seiner Facebook-Seite schrieb er: „Die personellen Weichen müssen an der Parteispitze neu gestellt werden wenn nicht jetzt ein Neuanfang kommt – wann dann? … Auch wenn Herr Seehofer selber gesagt hat, dass er ‚keine Sekunde‘ an einen Rücktritt denke, wir tun dies! Für einen personellen Neuanfang!“

Sehr mutig Thomas !!! Da mache ich mir schon Sorgen um Dich und Deine Zukunft als Politiker 

Auch Thomas Zehmeister, Vorsitzender des Ortsverbands Großhabersdorf in Mittelfranken, probte auf seiner Facebookseite den Aufstand gegen den Chef und forderte in seiner Erklärung Seehofer im Namen des Ortsvorstands dazu aufgefordert, „mit sofortiger Wirkung sein Amt als CSU-Parteivorsitzender niederzulegen um den Weg für einen personellen Neuanfang frei zu machen“.

Parteikollegen beglückwünschten Zehmeister zu seinem Mut, machten sich jedoch sogleich über seine politische Zukunft Sorgen: „Sehr mutig Thomas !!! Auch wenn ich Dir zu 100 % recht gebe, da mache ich mir schon Sorgen um Dich und Deine Zukunft als Politiker. Denk mal an Pauli und Stoiber…….da wollte hinterher auch keiner mehr was mit der „Königsmörderin“ zu tun haben. Toi,toi,toi…..ich drück Dir alle Daumen. Aber wie geschrieben: sehr mutig, dass trauen sich wenige !“

Dieser „bestmögliche Kandidat“ kann nicht mehr der amtierende Ministerpräsident und CSU-Chef sein

König, ganz Berufspolitiker, will nun als wichtigstes Ziel erkannt haben, die Sorgen der Bürger ernst zu nehmen. In die bayerischen Landtagswahlen 2018 – auch mehrfach schon als Schicksalswahl für die CSU bezeichnet – will der CSU-Parteisoldat „mit dem bestmöglichen Ministerpräsidenten-Kandidaten“ gehen, so König gegenüber der Frankenpost.

Und dieser „bestmögliche Kandidat“  könne nicht mehr der amtierende Ministerpräsident und CSU-Chef sein. „Horst Seehofer wusste immer, welchen Dienst er der Partei leisten muss“, so der Parteikollege König weiter. „Er hat viel für unser Land und unsere Region getan. Doch nun ist es an der Zeit für einen Neuen.“

Am Mittwoch wird der nun angezählte Horst Seehofer an der Sitzung der Landtagsfraktion teilnehmen. König hat diese schon mal eineinhalb Stunden vorverlegt: „Wir brauchen ausreichend Zeit zur Diskussion.“

CSU-Basisbewegung fordert Rücktritt von Horst Seehofer

Dr. Thomas Jahn, 1. Sprecher des Konservativen Aufbruchs, die CSU-Basisbewegung für Werte und Freiheit, sieht laut einer Pressemitteilung den Rücktritt Seehofers ebenfalls als unvermeidlich an:

„Die Reaktion des Parteivorsitzenden auf die historische Wahlniederlage der CSU war unbefriedigend. Wir glauben, dass die CSU bei den bevorstehenden Landtagswahlen nur bestehen kann, wenn sie unseren Wählern zeigt, dass sie aus der Niederlage gelernt hat. Die CSU war inhaltlich sehr gut aufgestellt. Horst Seehofer erwies sich aber mit seinem Schlingerkurs in der Migrationskrise als nicht durchsetzungsstark. Ein Neuanfang muss die Umsetzung der CSU-Positionen in den Mittelpunkt stellen. Dazu hätte Horst Seehofer mindestens zwei Jahre Zeit gehabt. Nun ist zu spät, um unseren Wählern glaubwürdig versichern zu können, dass die CSU jetzt liefert. Der Rücktritt von Horst Seehofer als Parteivorsitzender und Ministerpräsident ist daher unvermeidlich. Wir fordern Horst Seehofer auf, dem jetzt notwendigen Neuanfang nicht im Wege zu stehen.“ (SB)

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