BILD macht weiter Wahlkrampf: AfD-Anführer Gauland vs. Israel

Foto: JouWatch
Hat Alexander Gauland für die "Bild" etwa Führerqualitäten? (Foto: JouWatch)

Einer der Gründe für den „Erdrutschsieg der AfD war die Anti-AfD-Propaganda der Systempresse. Die Menschen mögen es nicht, wenn auf einen Außenseiter eingedroschen wird. Vor allem die Ostdeutschen bemerkten schnell, dass die AfD-Berichterstattung mit Fairness und Seriosität nichts zu tun hat. Kein Wunder: Die Menschen „drüben“ kennen sich mit Propaganda aus, sie mussten sowas 40 Jahre lang ertragen.

Von Oliver Flesch

Wer allerdings hoffte, der Mainstream würde draus lernen und nun einen Gang runterschalten, wird enttäuscht. BILD feuert schon wieder aus allen Rohren. Heute: „AfD-Anführer Gauland – Gefährliche Sätze über Israels Existenzrecht“.

Oha! Was bringt BILD dazu, den AfD-Spitzenkandidaten „(An)Führer“ zu nennen – Gauland, der neue Hitler? So zu tun, als würde ausgerechnet er Israel das Existenzrecht absprechen? Sowas machen doch nur Neonazis und ihre Brüder im Geiste, die Islamisten. Aber doch nicht Gauland. Oder etwa doch? Verdammt, in welches Fettnäpfchen ist „der große Anführer“ denn da wieder getreten?

Nun, Gauland sagte nur, was wohl jeder Mensch mit halbwegs Verstand sagen würde: „Entschuldigung, wenn ich es mal so deutlich sage: Weil ich immer das Gefühl hatte, hier wird etwas ausgedrückt, was sehr toll klingt und wohinter man auch stehen kann, aber wenn es wirklich zum Schwur kommt, wird es schwierig. Sie müssen ja dann, wenn sie sagen, das Existenzrecht Israels gehört zur Staatsräson Deutschlands, dann müssen wir auch bereit sein, deutsche Soldaten zur Verteidigung des jüdischen Staates einzusetzen…“

Und weiter:“ Wenn Sie das unsere Politiker fragen … bekommen Sie … keine klare Antwort. Deshalb habe ich ein gewisses Problem damit. Ja, natürlich ist das Existenzrecht Israels für uns ein ganz wichtiger Punkt und natürlich stehen wir auch an der Seite Israels. Nur das zur Staatsräson zu machen. Wissen Sie, das klingt so einfach, aber in Israel gibt es dauernd Krieg. Zur Staatsräson müsste dann gehören, dass wir auch wirklich bereit sind, unser Leben für den Staat Israel einzusetzen und das spüre ich nicht.“

Kommt vielen bekannt vor? Der damalige Bundespräsident Joachim Gauck äußerte sich 2012 ähnlich bis genauso: „Ich will nicht in Kriegsszenarien denken“, sagte Gauck seinerzeit in einem seiner wenigen wachen Momente. Und mit Blick auf einen wohlmöglichen Krieg zwischen Israel und dem Iran ergänzte er: „Das Staatsräson-Wort kann die Bundeskanzlerin noch in enorme Schwierigkeiten bringen.“

Ob BILD Gauck seinerzeit (von BILD) auch so hart angegangen wurde? Dabei ist Gauland sich der historischen deutschen Verantwortung für Israel bewusst. Der FAZ sagte er: „Aber wenn tatsächlich die Gefahr besteht, dass Israel von der Landkarte verschwindet und die Juden – jetzt sage ich mal was ganz hartes – ins Meer getrieben werden, dann müssen wir in der Tat an der Seite Israels stehen.“

Wo also ist nun das Problem, BILD? Nirgendwo. Gauland trat noch nicht mal in das kleinste Fettnäpfchen. BILD hat nichts gelernt. Nicht begriffen, dass konstruierte Diffamierungen ohne Wahrheitsgehalt die Menschen erst recht in die Arme der AfD treiben. Also, mach ruhig so weiter, BILD! Auf 30 plus X bei der Wahl 2021. Aber dann gibt’s ja nicht mehr…

Und was sagen die Juden? „DIE Juden“ gibt es nicht. Aber jüdische Mitbürger, die seit ewig zu Deutschland gehören, Menschen, wie Du und ich also. Oder wie Dr. Rafael Korenzecher, Herausgeber der „Jüdischen Rundschau“. Der fordert doch glatt eine Koalition aus CDU/CSU, der AfD und der FDP!

Wer Korenzechers Kolumnen kennt, ist nicht überrascht. Seit Jahren warnt er vor Merkels Einwanderungspolitik, wie hier, kurz vor der Wahl:

„Nahezu täglicher Terror, Zerfall ethischer Werte, Verrohung und bereitwillig importierter zynischer Judenhass – Deutschland 2017. Nur 72 Jahre nach dem Ende der Schoah (Judenverfolgung durch die Nazis) scheint der deutsche Wähler das Menetekel an der Wand seiner bereits erheblichen Schaden genommenen freiheitlich-demokratischen Welt nicht sehen zu wollen …“

Stattdessen „bereitet (er) sich – zutiefst beeindruckt von den ihm vorgegaukelten, vermeintlich vorrangigen Anliegen wie Diesel und Klimaschutz – auf die Wiederwahl der Hauptverantwortlichen der fortschreitenden Strukturauflösung unserer Republik vor. Der Suizid auf Raten, der unseren freiheitlichen Lifestyle bedroht, wird wohl auch nach der Wahl weitergehen.“

Muss man Dr. Rafael Korenzecher was hinzufügen? Nichts, überhaupt nichts.

 

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