Zwangsheirat in Jamaika

Nur eine Frage der Zeit? Es wird eng für Merkel / Foto: Wikipedia
Nur eine Frage der Zeit? Es wird eng für Merkel / Foto: Wikipedia

Die bürgerlichen Parteien haben die Wahl gewonnen, die Bürger haben konservativ gewählt. Die logische Folge wäre eine Koalition Union-Liberale-AfD. Alles andere ist Provisorium.

Von Collin McMahon

Die CDU/CSU (33%), FDP (10,7%) und AfD (12,6%) kommen im amtlichen Endergebnis auf 56,3%. Die linken Parteien SPD (20,5%), Grüne (8,9%) und Linke (9,2%), im Frühjahr noch als Machtoption gehandelt, kommen mit 38,6% nicht mal mehr auf zwei Fünftel der Stimmen.

Die einzige Option eine Bundsregierung zu bilden, nachdem Martin Schulz den Weg in die Opposition angekündigt hat, sei die sogenannte Jamaika-Koalition aus schwarz-gelb-grün. Allein die Tatsache, dass es kein adjektiv außer willkürlich zusammengestellter Farbenlehre gibt, um diese Koalition zu beschreiben, zeigt wie sehr sie an den Haaren herbeigezogen ist: Wo sollen denn die inhaltlichen Schnittmengen sein zwischen Anton Hofreiter, Angela Merkel, Christian Lindner und Horst Seehofer? Allein die Vorstellung wirkt wie eine grenzdebile Sitcom um eine dysfunktionale Familie, nicht wie eine tragfähige Regierung.

„Eine stabile Regierung verheißt das nicht… zumal mit der FDP und den Grünen wohl zwei annähernd gleich starke kleinere Parteien in der Koalition wären, die einander programmatisch nicht unbedingt blind vertrauen. Zwar gelten die inhaltlichen Differenzen zwischen FDP und Grünen nicht als unüberwindbar. Es gibt aber grundlegende unterschiedliche Ansichten etwa beim Thema Klimaschutz, Steuergerechtigkeit oder der Verkehrspolitik – selbst wenn die Flüchtlingspolitik, ein Thema, bei dem der FDP-Vorsitzende Christian Lindner vor kurzem viele linke Grüne extrem verärgert hat, bei den meisten nicht als Knackpunkt gilt“, schreibt Oliver Georgi in der FAZ.

„Nach der Nacht der langen Gesichter kommt unweigerlich die Nacht der langen Messer. Wetten?“ twitterte Roland Tichy. Dazu schrieb Josef Kraus auf Tichys Einblick: „ Merkel mag womöglich noch einmal Kanzlerin werden. Vorübergehend. Die von Merkels angeblicher „Alternativlosigkeit“ lange paralysierte Lämmerschar des CDU-Parteitages wird Vergangenheit sein und die Messer wetzen. Deshalb meine Prognose: Spätestens zur Halbzeit der Legislaturperiode 2017/2021 wird bzw. muss Merkel abtreten. Der Kampf um ihre Nachfolge hat begonnen. Vorerst hinter den Kulissen, bald wird er öffentlich sein. Denn ab sofort denken die gut zweihundert noch einmal zum Zuge gekommenen Unionsabgeordneten und die fast hundert nicht mehr zum Zug gekommenen an 2021, wenn nicht sogar an baldige Neuwahlen oder vorgezogene Wahlen im Jahr 2019.“

Nun rächt sich die völlige unsachliche Hysterisierung der AfD an den bürgerlichen Wählern: Die Republik hat konservativ gestimmt, aber eine konservative Regierung wird sie nicht erhalten. Genauso wie die Eurokraten um Jean-Claude Juncker lieber die heimische Wirtschaft und das Verhältnis zur UK und Osteuropa gefährden, als ihre Pfründe und ihren Brüsseler Machtapparat zu gefährden, wird das politische Establishment in München und Berlin sich lieber zum Jagen tragen lassen, anstatt den Bürgerwillen ernst zu nehmen. Doch hinter den Kulissen werden die Messer gewetzt. Angela Merkel schläft ab jetzt mit einem Auge offen.

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