Wenn schlechte Verlierer ihr blaues Wunder erleben

Foto: Collage
Die Angst der Narren und Tore vor der AfD (Foto: Collage)

Es hätte so einfach sein können, man hätte nur mal die eigenen Fehler eingestehen müssen, um das grandiose Wahlergebnis der AfD erklären zu können. Aber nein, dazu fehlt vielen im linken Lager der Republik die geistige Reife, oder sie sind ideologisch zu verbohrt, um überhaupt noch die Realität in diesem Lande erkennen zu können.

Von Thomas Böhm

Es geht nämlich überhaupt nicht mehr um links oder rechts, es geht viel mehr um oben und unten, nennen wir das ruhig „sanfte Revolution“, die einfach als Naturprozess betrachtet werden muss. Was zu lange oben und der Sonne direkt ausgesetzt war, ist mit der Zeit braun geworden und muss von unten her aufgefrischt werden. So einfach ist das. Und wer jetzt immer noch die Nazi-Opfer missbraucht, um gegen die Bundestagsabgeordneten der AfD zu pöbeln, sollte angezeigt werden und von der politischen Bühne verschwinden. Aber vielleicht geschieht das schneller als gedacht, denn wer ständig mit der Nazi-Keule um sich prügelt, haut sich irgendwann selbst die Rübe weg.

Hier eine Sammlung von Reaktionen, Stimmen und die Presseschau

„Bekämpfen wir diese verkommene Bande.“

Zitat von Grünen-Landesvorsitzender Kai Klose über die AfD

Angesichts des AfD-Ergebnisses könne „sich kein Demokrat freuen“, meinte Dulig. Es würden nun Abgeordnete im Bundestag sitzen, die man als „Post-Faschisten“ bezeichnen müsse.

„Mit der AfD ziehen Nazis im Anzug in den Bundestag ein“, meinte Linken-Chef Rico Gebhardt. Ihr Ergebnis sei nicht nur mit Protestwahl zu erklären. „Es geht um grassierende Fremdenfeindlichkeit und einen herrschenden Rechtstrend in diesem Land.“ Die CDU habe ihre Bindungsfunktion nach rechts verloren. Auch die Übernahme von Positionen der AfD durch nahezu alle Parteien haben den Aufstieg dieser Partei nicht verhindern können, sagte Gebhardt.

Der Bürgerrechtler Friedrich Schorlemmer hat angesichts der weit überdurchschnittlichen Wahlergebnisse der AfD in Ostdeutschland die Ostdeutschen kritisiert. „Die Spaltung ist schon lange da“, sagte er der „Mitteldeutschen Zeitung“ (Online-Ausgabe). „Und die Ostdeutschen haben sich nicht genug mit der Geschichte auseinandergesetzt. Dass die AfD so ein krudes Personal an der Spitze hat und trotzdem gewählt wird, das beleidigt auch mich.“ Die anderen Parteien hätten „zu wenig auf den Osten geguckt“, erklärte Schorlemmer weiter. „Aber die Ostdeutschen sind auch mit Illusionen gefüttert worden. Es wurde behauptet, es werde schnell gehen mit der Einheit; doch es konnte nicht schnell gehen. Und dann gibt es eine Undankbarkeit vieler Ostdeutscher. Sie sollten sich mal vergleichen mit den 140-Mark-Rentnern in der DDR. Und dann sollten sie noch mal melden. In welches Land wollen denn diese Leute gehen?“ Der Bürgerrechtler sagte weiter: „Die AfD hat keine Lösungen. Und die Stillosigkeit dieser Leute darf nicht zur Stillosigkeit des Bundestages werden. Auf keinen Fall dürfen Hass und Xenophobie Einzug halten. Das Morgengebet jedes Abgeordneten sollte Artikel eins des Grundgesetzes sein: Die Würde des Menschen ist unantastbar.“ Die AfD ist im Osten zweitstärkste Kraft und unter Ost-Männern die stärkste. (Quelle: dts)

 

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„Alles erscheint plötzlich möglich, was früher undenkbar war: von Neuwahlen, dem ultimativen Tabu des für seine Stabilität gerühmten deutschen Systems, bis zu einer Regierung, die zwar eine Mehrheit im Parlament hat, deren Kanzlerin aber schon lange vor 2021 nur noch auf Abruf regiert. Und über allem schwebt die AfD, deren Spitzenkandidat wie ein Filmbösewicht in die Mikros donnert, er wolle Frau Merkel ‚jagen‘ und sich ‚unser Land und unser Volk zurückholen‘.“

Die Zeit“: „Das Panik-Orchester“

Diese Wahl ist eine Warnung. Rechtsextremisten ziehen in den Bundestag ein. Sie werden parlamentarische Mitarbeiter bekommen, Geld, Geheimdienstinformationen. Und wenig spricht dafür, dass sie und ihre Partei wieder aus dem Parlament verschwinden werden.

Die AfD ist längst vernetzt mit anderen europäischen Rechtsparteien, und die haben in den letzten Jahren gelernt, wie man ein Parlament vergiftet. Die AfD wird nicht nur die Regierung angreifen, sondern alle Parteien. Sie wird sich als die einzige echte Opposition inmitten korrupter Volksverräter darstellen.

„Spiegel Online“: „Neues Deutschland“

Macht euch doch keine Sorgen! Warum denn die Aufregung? Angela Merkel bleibt Kanzlerin, so viel ist klar, die wird schon alles weiter in aller Ruhe und Vernunft regeln. Und die über 13 Prozent für die AfD sind doch auch nicht so schlimm, regt euch nicht auf: Anders als bei unseren europäischen Nachbarn gab es hierzulande bisher keine Rechtspopulisten im Parlament – jetzt gibt es sie hier eben auch. Deutschland ist schlicht normal geworden.

„Süddeutsche Zeitung“: „Heulen ändert nichts“

Der Wahlsonntag zeigt: Es war und ist nicht damit getan, dass ein Bundespräsident – es war vor 32 Jahren Richard von Weizsäcker – den Tag des Endes des Zweiten Weltkriegs zum „Tag der Befreiung” erklärt. Die Befreiung von der Gesinnung, die vor achtzig Jahren in die Katastrophe geführt hat, ist nicht Aufgabe eines Tages, sondern Daueraufgabe. Sie ist ein Auftrag, kein Ritual. Und der Befreiungsauftrag darf nicht, wie das die AfD tut, umgedeutet werden in eine Befreiung von der Befreiung.

„Rheinische Post“: „Die Republik rückt nach rechts“

Der 24. September 2017 markiert das vorläufige Enddatum einer wohltemperierten, konsensgeprägten Nachkriegs-Republik. Das Land rückt nach rechts. Mit unüberhörbarem Lärm und mehr als 80 Abgeordneten zieht eine Partei in den Bundestag ein, die sich als Anti-Establishment profilierte, dabei Ressentiments gegen Fremde schürte und den Konsens der Demokraten umdefinieren möchte, dass die Erinnerung an den Holocaust nur eine der Scham und der Verantwortung für ein „Nie wieder“ sein kann. Traurig!

Der Hass der Pöbler wird ins Parlament einziehen (SZ)

SZ Krach Kommentar: Zum ersten Mal seit mehr als 50 Jahren wird wieder eine nationalistische, rechtsradikale, in weiten Teilen rassistische Partei im Bundestag sitzen.

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