Auslandspresse zur Merkel-Klatsche: „Selber Schuld“

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Die Bundeskanzlerin (Foto: JouWatch)

Pyrrhus-Sieg für Merkel: Schlechtestes CDU-Ergebnis seit 1949, populistische AfD besser als erwartet“ –Chris Tomlinson, Breitbart

Selber schuld: Wie die Arroganz Berlins und Brüssels den Aufstieg der Rechten beflügelt haben. Merkels wachsende Dominanz hat zu Wut und Frust gegenüber dem geführt, was die Deutschen ‚Besserwisserei’  nennen. Die Berliner Überheblichkeit, und Forderungen nach europäischer Gefolgschaft bei Themen wie der Grenzöffnung und einer EU-Armee, hat zu einer Gegenreaktion unter deutschen Wählern geführt“ –Joey Millar, The Express

„Der Aufstieg der AfD und FDP bedeutet eins: Macrons Strategie einer EU-Light ist tot. Vier Jahre EU-Zerfall stehen uns bevor.“ –Yanis Varoufakis, ehem. griech. Finanzminister

„Ein Opfer von Merkels Niederlage könnte die tiefere Integration der Eurozone sein, wie sie der französische Präsident Macron in einer Rede in der Sorbonne am Dienstag fordern will… Diese Pläne könnten in Berlin kritischer gesehen werden, wo man keine weitere deutsche Rettung von Schuldnerstaaten wie Griechenland sehen will.“ –The Daily Mail

Bitterer Sieg für Angela Merkel: Die Wähler haben die Große Koalition, die seit 2013 regiert, abgewählt… Die Last aus Merkel ist enorm: Wenn die Koalitionsgespräche nicht fruchten und die SPD ihre Haltung nicht ändert, müssen Neuwahlen angesetzt werden. Angela Merkel hat von vornherein die Idee einer Minderheitsregierung abgelehnt.“ –Nicolas Barotte, Le Figaro

„Die Bundeskanzlerin versicherte, „Wir werden uns bemühen, die Millionen Wähler zurückzuerobern, die die Afd gewählt haben“. Und wie will sie das tun? „Mit guter Politik und Problemlösungen“. Merkel schien also zu sagen, lasst mich nur machen, ich schaffe das.“ –Raffaello Binelli, Il Figaro

Wie geht es weiter nach der historischen Niederlage? … Niemals eine Partei rechts von der Union zulassen, war das ungeschriebene Gesetz der CDU. Merkel hat fast eine Million Flüchtlinge ins Land gelassen, unter dem Motto, ‚Wir schaffen das’, aber sie hat ihren Wählern nicht gesagt wie.“ –Gerben van ’t Hof, Algemeen Dagblad

„Heute hat sich ein Vorstandsmitglied der Werbeagentur gemeldet, die für die CDU-Wahlkampagne verantwortlich war. Thomas Strerath, Partner der Agentur Jung von Matt, zieht beim Fachmagazin «Horizont» ein Fazit der CDU-Kampagne. Der Tenor darin: Wir sind gescheitert, wir hatten kein Rezept gegen die AfD und wir hatten uns auf ein Duell eingestellt, das nie eines war. Strerath analysiert die eigene Arbeit gnadenlos: «Wir hatten in den drei Wochen nach dem TV-Duell, in den drei Wochen der Skandale der AfD, keine neue Antwort mehr.» Sie seien zu statisch, zu defensiv gewesen. Die AfD beschreibt Strerath als sechsköpfige Hydra, als ein Monster mit vielen hässlichen Gesichtern. Und er warnt: Es sei kontraproduktiv, sich permanent über die AfD zu echauffieren. «Humor, der sich über die AfD und ihre Wähler lustig macht? Futter für die Hydra.» Er könne enttäuschter nicht sein, schreibt der Werber von Jung von Matt am Schluss seines Beitrags. Merkel habe gewonnen, und sie seien gescheitert.“ –Ann-Dorit Boy, NZZ

„Weiter so“ ist für Merkel nicht mehr möglich. Nummer eins, wieder einmal, zum vierten Mal in Folge. Angela Merkel wird wohl in ihre vierte Amtszeit gehen, aber es wird schwierig werden. Natürlich ist sie auf den ersten Blick Wahlsiegerin. Wie erwartet, bekam die Union die meisten Stimmen, der Abstand zur Nummer zwei, zu den Sozialdemokraten, beträgt mehr als eine Armlänge. Es ist eine Leistung, beim vierten Mal ein solches Ergebnis zustande zu bringen. Doch es ist nicht zu übersehen: Auch Merkel und die Union wurden ziemlich kräftig gerupft.“

Der Standard (Österreich)

„Lang jedoch wird es nicht dauern, bis sich innerhalb der Union die Mäkler und Meckerer formieren. Das Wahlergebnis ist in Anbetracht der hervorragenden Wirtschaftsdaten schwach. Und für die CDU/CSU stellt es eine strategische Katastrophe mit potenziell verheerenden Langzeitfolgen dar, dass Merkel rechts von ihr so viel Platz für eine neue Partei geschaffen hat. Die AfD hat nun alle finanziellen und medialen Möglichkeiten, den Bundestag als Bühne zu nutzen, um Wurzeln zu schlagen. Die Union wird eine Antwort auf die AfD finden müssen. Weiter nach links zu driften und das konservative Feld ganz aufzugeben wird vermutlich kein Erfolgsrezept sein.“

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